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Jeden Tag besucht er seine „Annemi“

Gingst Jeden Tag besucht er seine „Annemi“

Ulrich Murswiek lebt seit 50 Jahren in Gingst

Gingst. Ulrich Murswiek kennt so ziemlich jeden in Gingst. Und jeder kennt ihn. Das ist auch gut so, denn seine Frau Anne-Marie lebt nicht mehr bei ihm. Nach einem Schlaganfall liegt sie im Gingster Pflegeheim, kann nur noch eine Hand bewegen und nur noch wenig sprechen. Jeden Morgen gegen 10 Uhr besucht der 85-Jährige seine „Annemi“. Und auch jeden Nachmittag fährt er zu ihr. „Du kommst doch wieder?“, fragt sie oft beim Abschied. Dann nickt er.

Seit 52 Jahren sind die Murswieks verheiratet. Sie kennen sich schon seit der Schulzeit. Seit 50 Jahren bewohnten sie gemeinsam ihr Haus in der Gingster Friedensstraße und zogen dort Tochter Roswitha groß. Das Kind hat nach Rostock geheiratet, mit Enkelin Jana sieht sie aber regelmäßig nach den Eltern.

Haus und Garten der Murswieks sind vorbildlich gepflegt. Der Hühnerstall ist blitzblank geputzt, doch es gackert kein Federvieh mehr hier. „Früher hatte ich auch Shetlandponys“, erinnert sich der agile Senior. Doch mit seinem 80. Geburtstag hat er sie aufgegeben. Auf der Wiese hinter dem Haus grasen aber noch zwei Schafe, die er sich als „Rasenmäher“ in der warmen Jahreszeit von einem Schäfer aus Alt-Reddevitz ausborgt.

Hinter „Uli“, wie ihn seine Freunde nennen, liegt ein bewegtes Leben. „Vielleicht ist heute vieles anders als früher“, überlegt er, „aber sonst bin ich zufrieden.“ Nach der Landwirtschaftsschule arbeitete er als Viehwirtschaftsbereiter, dann wechselte er ins Großhandelskontor Obst und Gemüse, später reiste er als Handelsvertreter für Lebensmittel über die Insel. Von 1995 bis 1990 war er in einem Kinderferienlager auf Ummanz „Mädchen für alles“, hatte nebenbei Finnhütten und Wohnwagen in Gager und Drewoldke zu betreuen.

Drei Mal war er zu DDR-Zeiten im Westen, in der Nähe von Minden. Daraus haben sich langjährige Freundschaften entwickelt. Damals „habe ich den Mund aufgemacht und gar nicht mehr zugekriegt“, so beeindruckt war er. Besonders ist ihm eines in Erinnerung geblieben: der Geschmack der Bratwurst auf dem Mindener Weihnachtsmarkt.

Susanna Gilbert

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