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Rügen Jetzt hat der Sanddorn Saison
Vorpommern Rügen Jetzt hat der Sanddorn Saison
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11:54 25.09.2018
Christa und Ernst Heinemann verarbeiten die Sanddornbeeren unter anderem zu Tees, Likören oder Aufstrichen. Quelle: Mathias Otto
Putgarten

Die orangefarbenen Früchte leuchten im hohen Norden Rügens. In Putgarten hat die Sanddorn-Saison begonnen. Auf einer Fläche von 3,5 Hektar wird geerntet. Hier werden die Zweige mit den Beeren noch traditionell von Hand von den Sträuchern geschnitten. Im Rügener Sanddornzentrum werden sie weiterverarbeitet. Christa (65) und Ernst Heinemann (66) sind hier die Chefs. Seit fast 20 Jahren führen sie den Hof. „In diesem Jahr haben wir eine fulminante Ernte“, freut sich der Inhaber.

Die einen nennen die Beeren das orangefarbene Gold, andere die Zitrone des Nordens. Mitarbeiter Ingolf Papst (57) bleibt beim Begriff Sanddorn. Seit zwei Jahren hilft er in der Plantage mit. Für seinen Kollegen Siegfried Gwileies (60) ist es sogar schon die 15. Saison. Mit dem Erntefahrzeug geht es für die Männer bei gutem Wetter in die nahegelegene Sanddornplantage. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die Beeren reif und haben eine leuchtend orange bis orangegelbe Farbe erhalten. „Wir hätten sogar schon vor zwei Wochen beginnen können. Letzte Woche waren wir jeden Tag hier und haben so viel geschnitten, wie wir geschafft haben“, sagt Papst. Aber wenn es regnet, müssen sie eine Pause einlegen. Beim Schneiden könnten die Zweige an den abgeschnittenen Stellen anfangen zu faulen.

Was sie in der Plantage vorfinden, sind Beeren, die dicht an dicht an den Zweigen wachsen. Diese Saison ist hervorragend. „Ein bisschen Regen mehr und wir hätten ein perfektes Jahr mit noch größeren Beeren gehabt“, sagt der Erntehelfer. Sie sind zwar etwas kleiner als in den vergangenen Jahren, „dafür haben sie mehr Qualität“.

Mit dabei ist Urlauberin Susanne Schönrock (55) aus Wuppertal. Sie schaut den Männern über die Schulter und erfährt viele Hintergrundinformationen über diese Pflanze. „Die Zweige müssen über den Trieben abgeschnitten werden. Ein falscher Schnitt und die Pflanze kann eingehen“, so Pabst. Er zählt auf, warum Sanddorn ein Kraftpaket der Natur ist: Vitamine B1, B2, C, E, K und B 12. „Für mich ist wichtig, dass ich Produkte aus der Natur nicht nur konsumiere, sondern auch weiß, wo sie herkommen, was bei der Pflege zu beachten ist und welche Wirkung sie haben. Die Tour zur Plantage ist interessant“, sagt die 55-Jährige. Mit dem Schneiden ist erst einer von insgesamt sieben Schritte absolviert, die Verarbeitung dabei noch nicht eingerechnet: Schneiden/Transportieren, Putzen, Feinputzen, Frosten, Abschlagen, Musen und Pressen.

Das Erntefahrzeug ist schnell gefüllt. Zurück auf dem Putgartener Hof wartet schon der Rentner Werner Grahl aus Loitz auf die Erntehelfer. Seit 30 Jahren sammeln er und seine Frau die Beeren für den Eigengebrauch. Behutsam entfernt der Mann die Blätter und packt die Zweige in seinem Korb. Drei Tage lang wird er sie einfrieren und danach die Beeren abschütteln. „Meine Frau und ich lieben Sanddorn, wir machen daraus später Saft und Marmelade“, sagt er.

Saft und Fruchtaufstriche stellen auch Christa und Ernst Heinemann im Putgartener Sanddornzentrum her. Auch Liköre, Tees, Süßigkeiten, Sanddornschinken, um nur wenige Produkte zu nennen, bieten die Heinemanns an. „Um gute Produkte zu bekommen, benötigen wir auch hervorragende Pflanzen. Wir beziehen deshalb unsere Pflanzen von der Späth’schen Baumschule aus Berlin. Die haben seit Jahrzehnten Erfahrung mit Sanddorngewächsen“, sagt er. Drei Sorten wachsen auf der Plantage: Frugana, Hergo und Leikora.

Mischplantage

Die Sanddorn-Fruchtfliege, dessen Maden die Früchte von innen her auffressen, ist in vielen deutschen Anbaugebieten ein Problem. „Der Befall ist bei uns glücklicherweise bisher nicht so stark“, sagt Erntehelfer Ingolf Pabst.

Bernd Heinemann verzichtet komplett auf künstliche Dünge- und Insektenschutzmittel. „Da wir eine Mischplantage mit Ebereschen, Schlehen, Holundersträuchern, Berberitzen, Wildkirschen und Felsenbirnen haben, hält unsere Mischplantage auch Ungeziefer wie die Sanddorn-Fruchtfliege größtenteils fern“, sagt Ernst Heinemann.

Otto Mathias

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