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Rügen Jona-Schüler tanzen sich durch den Müllberg
Vorpommern Rügen Jona-Schüler tanzen sich durch den Müllberg
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00:00 16.04.2013
Stralsund

„Kümmert euch!“, das Stück der Tanzklasse der Jona Schule, sorgte von Anfang an für Irritation beim Publikum: Es waren nicht die süßen Kleinen im rosa Tüll, die niedlich „Schwanensee“ imitierten, die die Eltern da bei der Premiere am Sonnabend in der Eisengießerei in Stralsund sahen.

Auf der Bühne lag Müll, viel Müll, zwischen dem sich — während Vogelgezwitscher den Einlass begleitete — die eine oder andere Folie bewegte.

Jeden Tag häufen wir, 82 Millionen Deutsche, 102.443 Tonnen Müll an. Das sind auf eine Person umgerechnet 456 Kilogramm pro Jahr. Diese Materialschlacht spiegelte sich auf der Bühne wider und 26 tanzende Kinder nutzten sie weidlich aus: Sie erstanden aus Mülltonnen auf, tanzten Arme schlenkern wie zur Love-Parade in einer Containermülltonne.

Ein Traktorreifen als Rhönrad, in dem ein Mädchen über die Bühne gerollt wurde. Wie Maden in Müll verpuppt, robbten die Kinder über die Bühne.

Die Zusammenarbeit der Mädchen und Jungen aus vier verschiedenen Klassen erstaunte. Während die Geschwindigkeit der Neun- bis Zehnjährigen zu Beginn des Stückes stagnierte, steigert sie sich, bis schließlich die Mülllawine auf der Bühne in einer Explosion der Bewegung endete.

In den 1970er Jahren konnte der Choreograf Johann Kresnik das deutsche Theaterpublikum schockieren, als er seine filigranen Tänzerinnen haufenweise Hamburger auf der Bühne in sich hineinstopfen ließ.

Performance ist mit „Kümmert Euch!“ eine Gratwanderung gelungen: Kinder tanzen, um sich zu bewegen, um das Tanzen zu erlernen. Das geneigte Publikum sieht neben den „lieben Kleinen“ etwas anderes:

Der Elterngenereration werden die eigenen Grenzen des „Man-müsste-mal“ als Scheitern wider besseres Wissen gezeigt: Alles ist möglich, aber das Wenigste ist im Alltag umsetzbar.

In souveränem Habitus übernahm das 'Junge Ensemble' von Performance dann nach der Pause die Bühne. 12 Mädchen und ein Junge tanzen wöchentlich drei Stunden und überraschten dennoch durch ihre prägnante Bühnenpräsenz. Jede Bewegung war Choreografie, nichts dem Zufall überlassen — in perfekter Bewegung und Mimik ereignete sich darin die Darstellungen von Comic-Figuren.

Das Publikum dankte lachend, als eine Tänzerin Laute wie „chrchr-chr“ und „tschabadab“ durch eine Flüstertüte verzerrte und an frühe Filme wie Donald Duck erinnerte.

A-cappella-Musik aus den 1920er bot den Ton und mit Musik von „Pink Panther“ wurde die routiniert wirkende Vorstellung umrahmt, die die US-amerikanische Vorstellung von Superheld und Traumfrau parodierte. Tosender Applaus belohnte die 13 Tanzenden nach ihrer gelungenen Vorstellung.

Sandra Pixberg

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