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Rügen Jüngster Filialleiter in MV ist aus Gingst
Vorpommern Rügen Jüngster Filialleiter in MV ist aus Gingst
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00:01 17.11.2016
Willy Koch (rechts) erklärt im Gespräch mit Jan Janke, Maria Lüthkel und Sara Hubert (v.l.) seinen beruflichen Werdegang. FOTO: CHRISTIAN NIEMANN

Für Willy Koch war es gestern ein Heimspiel. Zehn Jahre hat der in Gingst wohnende 20-Jährige die Schule im Ort besucht. „Seit der fünften Klasse bin ich einmal im Jahr hier auf der Berufsmesse gewesen“, erinnert sich der gelernte Verkäufer.

Gestern war er wieder da, diesmal aber als einer von 36 Ausstellern bei der elften Berufsmesse der Regionalen Schule Gingst. Der ehemalige Schüler hat es in nur vier Jahren vom Lehrling zum Filialleiter geschafft.

„Ich habe meine Lehre in Gingst gemacht“, berichtet Koch, der die Ausbildung als Verkäufer aufgrund seiner guten Noten vorzeitig beenden konnte. „Anschließend bin ich zum DM-Drogeriemarkt nach Bergen gewechselt. Seit Oktober dieses Jahres führe ich in Stralsund die eigene Filiale“, sagt Koch, der damit der jüngste Filialleiter der Drogeriekette in unserem Bundesland ist.

„Dieser Werdegang ist schon krass“, wie Jan Janke nach dem Gespräch mit dem 20-Jährigen findet. Für ihn kommt eine Ausbildung als Drogerist jedoch nicht in Frage. „Mein Traumjob ist Sozialversicherungsfachangestellter oder Bankkaufmann“, sagt Janke. Der Schüler der 10b hat schon die ersten Bewerbungen geschrieben und hofft am 1. September nächsten Jahres auf eine Ausbildung in seinem Traumberuf. „Die Berufsmesse bietet für mich nochmal die Möglichkeit, mich bei einigen Unternehmen zu informieren“, sagt der 16-Jährige.

Auch für seine Klassenkameradin Maria Lüthkel steht die Berufswahl fest. „Kauffrau für Büromanagement ist mein absoluter Traumjob“, sagt die Zehntklässlerin. Sara Hubert hat da noch ein Jahr länger Zeit. „Derzeit besuche ich die neunte Klasse“, sagt die Schülerin. Für sie wird es erst im kommenden Jahr so richtig ernst. Aber auch sie weiß bereits, was sie will: Ihre Wahl ist auf den Beruf Kosmetikerin gefallen.

Die über 250 Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn hatten gestern die Möglichkeit, 36 Unternehmen aus der Region kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen die Schüler frühzeitig darüber informieren, welche Ausbildungschancen es hier in der Region gibt“, sagt der stellvertretende Schulleiter André Farin. Für ihn ist es wichtig, dass seine Schüler mit den Unternehmen ins Gespräch kommen.

„Aus diesem Grund haben wir für jede Klassenstufe entsprechend Aufgaben vorbereitet“, sagt Farin. „Die Teilnehmer erleben unter anderem einen von sechs Fachvorträgen, absolvieren zahlreiche praktische Übungen und Gesprächsrunden“, fügt Schulleiter Eckhard Mostek hinzu.

Unter den Teilnehmern der Berufsmesse war auch die dreiköpfige Jury, die sich die Schule in Gingst im Wettbewerb „Starke Schulen Deutschlands“ genauer angesehen hat. 2013 hat die Bildungseinrichtung erfolgreich mitgemacht und Platz zwei in Mecklenburg-Vorpommern belegt.

In diesem Programm stehen das Schulkonzept, sowie die Angebote zur Berufsorientierung und die Förderung der Ausbildungsreife im Mittelpunkt. „Die Erfolge jeder Schule werden danach beurteilt, wie die jeweiligen Ressourcen eingesetzt werden, die zur Verfügung stehen. Nicht einzelne Leistungen einzelner Schüler stehen im Mittelpunkt, sondern das Konzept, mit dem die Schule alle Schüler unterstützt und fördert“, sagt Jurymitglied Jürgen Mundt.

Insgesamt 600 Schulen aus ganz Deutschland haben an diesem Wettbewerb teilgenommen. Die Endphase hat begonnen. Nachdem die Bewerbungsunterlagen die Jury überzeugt haben, gilt es nun, die vier besten Schulen persönlich kennenzulernen“, sagt Jürgen Mundt, der für den Wettbewerb an 15 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen unterwegs ist. Jürgen Mundt ist pensionierter Leiter der Abteilung Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin.

Der endgültige Sieger in unserem Land wird am 23. März des kommenden Jahres feststehen. Der Erstplatzierte wird dann zur Bundespreisverleihung im Mai nach Berlin eingeladen.

Bundeswettbewerb „Starke Schule“

Bewertungsverfahren:

Ausgewählt werden die „Starken Schulen“ in einem zweistufigen Verfahren auf Landes- und Bundesebene. Als Grundlage für die Auswahl dienen die online eingereichten Bewerbungen. Eine unabhängige Jury mit Vertretern der Partner von „Starke Schule“ und weiteren Experten aus Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft ermittelt die Siegerschulen. Die etwa 60-köpfige Jury bewertet die umfangreichen Bewerbungen, in denen unter anderem die Berufsorientierungskonzepte und die Angebote zur individuellen Förderung dargestellt sind. Schulen, die in die engere Wahl für einen Preis kommen, werden vor Ort von den Juroren besucht. Die Jury berücksichtigt bei ihrer Bewertung auch die jeweiligen Rahmenbedingungen, unter denen die einzelne Schule arbeitet.

Christian Niemann

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