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Rügen Jugendliche haben 1000 Ideen zum Bleiben
Vorpommern Rügen Jugendliche haben 1000 Ideen zum Bleiben
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00:00 18.11.2016

. Die Anpassung der Löhne mindestens an das West-Niveau, mehr Studienmöglichkeiten im Landkreis durch den Bau einer Universität sowie eine Belebung der Region durch Festivals, Sportereignisse und neue touristische Angebote auch im Winter – das sind die wichtigsten Gründe für Jugendliche, ihre Heimat nicht zu verlassen. Präsentiert wurden die Ideen während der Herbsttagung „Jugend gestaltet Zukunft“ in Zingst. Einen Sonderpreis erhielt der Vorschlag, im Landtag Mecklenburg-Vorpommern einen Jugendrat einzurichten. Im Zusammenhang mit der Demographie-Strategie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden mit wissenschaftlicher Begleitung von Jugendlichen aus dem gesamten Gebiet des Landkreises Vorpommern-Rügen rund 1000 Gründe genannt, auch nach der Schulzeit in der Region zu bleiben. Diese Ideen wurden auf Relevanz und Chance zur Verwirklichung abgeklopft, sodass am Ende die Top Ten steht. Außer den Siegerprojekten erachteten die Jugendlichen beispielsweise einen kostengünstigen öffentlichen Personennahverkehr mit deutlich ausgeweitetem Angebot, bezahlbaren Wohnraum vor allem in den Tourismusorten oder den weiteren Ausbau der Breitbandversorgung als wichtige Bleibe-Gründe. Alexander Bartel aus Altefähr auf Rügen sieht in dem Projekt ein Sprachrohr für junge Menschen. Der entscheidende Grund, aus MV wegzugehen, sei der niedrige Lohn, ist der 17-Jährige überzeugt. „Ich hoffe sehr, dass unsere Ideen umgesetzt werden, aber ich bin skeptisch.“ Lucie Löber aus Ahrenshoop möchte auch nach der Schule gerne in ihrem Heimatort bleiben und arbeiten. Weil aber gerade in den Tourismushochburgen bezahlbarer Wohnraum fehle, so die 16-Jährige, sehe sie ihre Zukunft derzeit nicht auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Betti Losch (16) aus Altenpleen bei Stralsund hat es gefreut zu sehen, dass Erwachsene erkannt hätten, „dass auch Jugendliche gute Ideen haben“. Das bestätigte Caren Marks, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium ausdrücklich. Bislang sei über den demographischen Wandel stets ohne Beteiligung Jugendlicher geredet worden.

Sie versprach, dass die wichtigsten Vorstellungen der Jugendlichen – „sie sind Experten in eigener Sache“ – in die Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung einfließen werden. Professor Dr.

Waldemar Stange von der Leuphana Universität Lüneburg zeigte sich begeistert vom Engagement der gut 40 Jugendlichen im Kreis. Mit Vorpommern-Rügen, Friesland, dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Lichtenfels waren vier ländlich geprägte Regionen für das Projekt „Jugend gestaltet Zukunft“ ausgewählt worden.

Landrat Ralf Drescher (CDU) bezeichnete die Ergebnisse als Beratungsarbeit für die Verwaltung. Die Ideen würden auch weiterverfolgt, es werde geprüft, die realitätsnahen Projekten zu verwirklichen.

Timo Richter

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