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Rügen Junge Köche, Kellner und Hotelfachleute in Hochform
Vorpommern Rügen Junge Köche, Kellner und Hotelfachleute in Hochform
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00:01 20.04.2016

Erdbeeren schnippeln im Akkord. Soßen rühren, damit nix anbrennt. Petersilie fein zerkleinern — aber bitte gerupft. In der Küche des Stralsunder Hotels Wyndham Hansedom wuseln die jungen Köche, was das Zeug hält. Währenddessen decken die angehenden Restaurantfachleute den Saal schick ein. Und Hotelfachfrauen und -männer schütteln in den Zimmern noch einmal die Betten auf.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband MV (Dehoga) suchte an den vergangenen beiden Tagen in Kooperation mit der Industrie-und Handelskammer die Super-Azubis der Branche. Bei den 24.

Landesmeisterschaften wurde fleißig gemixt, flambiert, tranchiert und filetiert, wurden Hotelzimmer vorbereitet, Rezeptionsgespräche geführt und ein Vier-Gänge-Menü präsentiert.

Wyndham-Küchenchef René Spillner hält die bunte Szenerie per Video auf dem Handy fest. „Ja klar wird man daran erinnert, wie aufgeregt man selbst bei der Prüfung war“, sagt der 44-Jährige, und nimmt in Kauf, dass es nicht ganz so geordnet in seinen heiligen Hallen zugeht, wie sonst. Und dass dabei immerhin auch der normale Hotelbetrieb ohne Abstriche gesichert werden muss. „Wir freuen uns, dass wir wieder Gastgeber sein dürfen“, sagt Spillner.

Maria Lorenz (21), die im Romantik Seehotel Ahlbecker Hof ausgebildet wird, bereitet einen Lammrücken vor, den sie in einen Crêpe-Teig wickelt. Zusammen mit weiteren 26 Teilnehmern des Wettbewerbs zaubert die gebürtige Münchenerin aus einem bis zum Vortag unbekannten Warenkorb Gerichte, die am Ende nicht nur der Jury, sondern auch geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft schmecken sollen.

Unter ihnen die Schirmherrin des größten Azubi-Wettbewerbs der Tourismus-Wirtschaft von MV, Landtagspräsidentin Sylvia Brettschneider. Maria Lorenz hat ihren Platz im Hörsaal als Anglistik-Studentin mit dem in der Küche getauscht. „Ich liebe die Abwechslung und die Herausforderung, jeden Tag, etwas Neues zu schaffen“, sagt sie. Diese „Kreativität“ fasziniert auch Max Müller (19) aus Ahlbeck, der gerade eine pikante Avocado-Wasabi-Creme zubereitet. Und für Nikolay Blagoev (22) aus Bulgarien, der im „Namenlos“ in Ahrenshoop lernt, gibt es eine noch plausiblere Erklärung für den Beruf: „Erstens mag ich leckeres Essen. Zweitens habe ich keine Lust, dafür immer viel Geld zu bezahlen.“

Damit steuern diese jungen Leute gegen den Strom, denn immer noch sind im Gastgewerbe zu viele Stellen offen. Dennoch kann Dehoga Geschäftsführer Matthias Dettmann (44) feststellen, dass mehr junge Leute nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, um hier eine Ausbildung in der Hotellerie aufzunehmen, als umgekehrt Azubis in gleicher Absicht das Land verlassen. Derzeit sind 1800 Lehrstellen belegt.

Zu denen, die ihren Traumjob gefunden haben, gehört Pia-Vanessa Rennhack, die in der gleichnamigen Hotel Residenz der Eltern in Prerow arbeitet. Die 24-Jährige sammelte bereits Erfahrungen in Neuseeland und Kalifornien und ist sprachgewandt. Gestern lagen ihre Nerven aber blank. Das hat die Mutti wohl gespürt, und schaute kurz vorbei. „Sie war einfach da“, erzählt Pia-Vanessa. „Jetzt bin ich ganz entspannt“, gibt sie zu. Dass insgesamt bei dem Wettbewerb eine „richtig gute Atmosphäre herrschte und neue Freundschaften geschlossen wurden“, berichtet Hotelfachmann Johann Thomas aus Wismar. Und auch Jury-Mitglied Edeltraud Haase von der Berufsschule in Sassnitz findet anerkennende Worte für ein „sehr motiviertes Team“, das sich toll zusammengefunden und bestens auf diesen großen Tag vorbereitet hat.

Von Marlies Walther

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