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Rügen Kahlschlag zwischen Alleebäumen entlang der Bundesstraßen
Vorpommern Rügen Kahlschlag zwischen Alleebäumen entlang der Bundesstraßen
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07:38 16.03.2016
Diese wildgewachsenen „Sträucher“ wurden am Abzweig Seedorf der Bundesstraße 196 gefällt. Quelle: Fotos: Chris-Marco Herold

Die Sägen kreischen entlang der beiden Bundesstraßen auf Rügen — das Straßenbauamt Stralsund schafft nach eigenem Bekunden Platz zwischen den Alleebäumen. „Zwischen denen sind im Straßenseitenraum und Graben große Sträucher wild gewachsen, die jetzt entfernt wurden“, sagt Behörden-Chef Ralf Sendrowski. Abtransportiert wurden die großen Sträucher, bei denen es sich bei genauerem Hinschauen auch um wildgewachsene Bäume mit einem Stammdurchmesser im Oberschenkelformat handelt, noch nicht. So türmen sich entlang der B 96 und der B 196 Berge des Strauch- und Baumwerkes.

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Neben verwucherten Sträuchern fielen auch wildgewachsene Bäume der Säge zum Opfer / Förster befürchtet Jo-Jo-Effekt, weil Baumstümpfe und -wurzeln nicht gerodet wurden

Jeder Baum trägt eine Nummer

2205 Alleebäume entlang der Bundesstraße 196 zwischen Bergen und der rügenschen Bäderküste sind mit einer Nummer versehen worden.

An diesen Nummerschildern wird sich orientiert, wenn ein Baum gefällt werden muss. Die Nummer geht an den als Ersatz zu pflanzenden Baum über.

Warum es fallen musste, begründet Ralf Sendrowski so: „Wir haben sie entfernen lassen, um die Alleebäume wieder frei zu stellen und um künftig wieder eine sachgerechte Entwässerung der Straße gewährleisten zu können.“

Soweit erntet dieser Einsatz der Säge auch die Zustimmung von Cornell Kuithan. „Wenn die wildgewachsenen Sträucher und Bäume entfernt sind, stehen den eigentlichen Alleebäumen in der Zukunft wieder mehr Nährstoffe als auch Wasser zu Verfügung“, sagt der Fachmann, der als Revierförster für den Westen Rügens verantwortlich zeichnet.

Für ihn ist aber allenfalls die Hälfte der Arbeit geleistet worden. Dies sagt er deshalb, weil doch in der Mehrzahl mehr oder weniger Stumpen der einstiger Bäumen stehen gelassen wurden. Für ihn führt das in der Zukunft zu dem berühmten Jo-Jo-Effekt. „Die Stümpfe der Bäume werden zwangsläufig wieder ausschlagen — und dann haben wir nach Jahren wieder vergleichbaren Bewuchs zwischen den Alleebäumen“, sagt Kuithan. Die einzig konsequente Vorgehensweise sei es in diesem Zusammenhang, auch den Wurzelstumpf zu roden: „Dann wächst garantiert nichts mehr nach.“

Was überhaupt am Straßenrand wächst — zumindest an dem der B 196 — darüber herrscht beim Straßenbauamt jetzt Klarheit. „Entlang der Trasse haben wir von Bergen bis etwa Baabe jeden Alleebaum mit einer Nummer versehen lassen. Das waren insgesamt 2205“, sagt Sendrowski.

Diese Vorgehensweise der Nummerierung soll in den kommenden Jahren schrittweise an allen Alleebäumen entlang der Bundes- und Landesstraßen angewendet werden. Solche an Kreisstraßen bleiben nummernlos. „Mit den Nummern können wir die Bäume in einem Baumkataster eindeutig zuordnen, welches schließlich die Grundlage beispielsweise für die Baumkontrollen darstellt“, erläutert der Amtsleiter. Muss ein Baum gefällt werden, wird das Nummernschild abgenommen und an den als Ersatz gepflanzten Baum gehängt. Damit bleibe die Reihenfolge gewahrt.

Von Chris-Marco Herold

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