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Rügen Rügener Badeort erhält kein neues Wahrzeichen
Vorpommern Rügen Rügener Badeort erhält kein neues Wahrzeichen
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08:31 25.10.2018
Golden spiegelt sich der Himmel in der ruhigen Ostsee wieder und lässt das Königshörn bei Glowe märchenhaft erscheinen. Quelle: Corinna Schaak
Glowe

Der aufstrebende Badeort Glowe erhält keinen zweiten „Leuchtturm“. Mit der Entscheidung folgte die Gemeindevertretung nun dem Votum von Bau- und Hauptausschuss, die eine entsprechende Bauvoranfrage bereits abgelehnt hatten. „Für das zur Diskussion stehende Rügen-Radio-Gelände besteht bereits ein gültiger Bebauungsplan. Warum sollten wir da jetzt ein weiteres Gebäude reinsetzen?“, fragt Bürgermeister Thomas Mielke (BfR). So sah es auch der Rest der Gemeindevertreter. Bei dem Turm hätte es sich wohlgemerkt nicht um einen funktionierenden Leuchtturm gehandelt. Vielmehr hatten sich die Investoren ein Ferienhaus über vier Etagen in Form eines Turms mit Anbau vorgestellt. Eine Funktion für die Seefahrt sollte der Turm nicht haben (die OZ berichtete).

Vorbild dafür dürfte ein auf dem Gelände der „Dünenresidenz“ bereits bestehendes Objekt in der Anmutung eines Leuchtturms gewesen sein. Diesen ersten Leuchtturm hatte ein Fernsehsender im Rahmen einer Zuschaueraktion erstellt und anschließend verlost. Gewinner war eine Familie aus der Nähe von Darmstadt. Nun ist von Verkaufsabsichten zu hören. Der Preis von einer Million steht im Raum. Auch gegen eine frühere Planung, die eine Leuchtturm-Attrappe in der Ortsmitte vorgesehen hatte, hatte sich die Gemeinde ausgesprochen. Dort entsteht nun ein mehrgeschossiges Gebäude, das allerdings seinerseits nicht bei allen Einwohnern auf Gegenliebe stößt. Von Lichtsignalanlagen jedenfalls hat man in Glowe genug, schließlich trägt die Gemeinde ein Steuerruder und keinen Leuchtturm im Wappen.

Glowe war Top-Trendziel im Vorjahr

„Vielleicht hätte es sich ja noch gut gemacht, wenn beide Leuchttürme links und rechts des Ortseingangs unsere Urlauber begrüßt hätten“, findet Jürgen Csallner (SPD). Am geplanten Standort aber wäre er nicht von der Straße, wohl aber vom Wasser aus zu sehen. Eben das sollte aber vermieden werden. Am Ende könnte das womöglich noch zu Irritationen unter Schiffsbesatzungen führen, so die Befürchtung von Einwohnern, die einen denkbaren Konflikt mit der Schifffahrtsaufsicht argwöhnten.

In der Gemeinde – deren Name sich aus dem slawischen Wort für „Kopf“ ableitet, was sich auf das neun Meter hohen Kap Königshörn bezieht – leben heute nicht einmal mehr tausend Einwohner. Eine Trendwende könnte sich indes abzeichnen: Im vergangenen Sommer hatte ein Buchungs-Portal die Gemeinde als „Top-Trendziel der Deutschen im Sommer“ gewertet. In Glowe hatten die Gäste-Ankünfte um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen. Mit der Dünenresidenz, dem Projekt am Dünenwald, sowie den Ostseeparks Glowe und Rügen entstanden in den vergangenen Jahren fünf weitere Ferienhaus-Siedlungen. Zugleich wird der Ort attraktiver für Dauerbewohner. Dafür möchte die Gemeinde nun etwas tun und fasste einen Beschluss für den Bebauungsplan „Seniorengerechts Wohnen“ im Bereich südlich der Feuerwehr. „Der Investor verfügt bereits über einen Träger, der das Projekt bewirtschaften kann“, so Thomas Mielke.

Uwe Driest

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