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Rügen Keiner will Verkehrsinsel in Sassnitz bauen
Vorpommern Rügen Keiner will Verkehrsinsel in Sassnitz bauen
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10:26 08.11.2018
Auf der Stralsunder Straße in Sassnitz soll eine Verkehrsinsel entstehen. Quelle: Maik Trettin
Sassnitz

Wer hier wartet, braucht viel Geduld. Tagtäglich stehen sich Fußgänger an der Stralsunder Straße in Sassnitz die Beine in den Bauch. Sie wollen in Höhe des Gerhart-Hauptmann-Rings auf die andere Fahrbahnseite – entweder, um den Bus stadteinwärts zu erreichen oder um von der Bushaltestelle zum gegenüberliegenden Netto-Markt zu kommen. Doch der Verkehr rollt fast ohne Pause in beide Richtungen. Das Straßenbauamt hatte eine schnelle Lösung parat. Doch auf die müssen die Sassnitzer nun länger als gedacht warten.

Dabei sah es vor ein paar Wochen noch so aus, als würde nun alles ganz fix gehen. Als das Ausschussmitglied Enrico Bahr im Ausschuss für Ordnung, Sicherheit, Verkehr und Umwelt auf die für Fußgänger gefährliche Situation an dieser Stelle hinwies, konnte die Ordnungsamtleiterin Vera Wilke mit einer guten Nachricht überraschen: „Noch in diesem Jahr wird das Straßenbauamt eine Verkehrsinsel auf der Stralsunder Straße bauen“, zitierte sie aus einer Information der für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Behörde an die Stadtverwaltung. Mittlerweile haben die Stralsunder ihre Ankündigung korrigiert. In diesem Jahr werde es nichts mehr, bestätigte Dezernatsleiter Hans-Jürgen Höcker auf OZ-Nachfrage. Das Straßenbauamt hat schlicht und einfach keine Baufirma gefunden.

Dass auf eine Ausschreibung nicht ein Bewerber reagiert, war früher undenkbar. Verträge mit der öffentlichen Hand wurden gern geschlossen. Schließlich konnten die Unternehmen in der Regel sicher sein, dass sie für ihre Arbeit ordentlich und termingerecht entlohnt wurden. Das gilt auch heute noch. „Gegenwärtig ist genügend Geld für öffentliche Bauvorhaben vorhanden“, schätzt Hans-Jürgen Höcker ein. Dennoch: „Wir haben zunehmend Schwierigkeiten, gerade für kleinere Aufträge Baufirmen zu finden.“ Wobei „kleinere Aufträge“ relativ ist. Im Falle der so genannten Querungshilfe auf der Stralsunder Straße in Sassnitz wird von einem Auftragsvolumen im fünfstelligen Euro-Bereich gesprochen. Diesen Auftrag jetzt erneut auszuschreiben, ist nach Ansicht der Straßenbauer wenig sinnvoll. Zum einen ändere sich die Lage nicht innerhalb weniger Wochen. Zum anderen steht jetzt der Winter vor der Tür. Sobald die Witterung es zulasse, wolle man zu Beginn des kommenden Jahres einen neuen Anlauf unternehmen.

Auch wenn es für die Straßenbaubehörde eher eine kleinere „Maßnahme“ ist – aus Sicht der Sassnitzer hat sie eine große Bedeutung. „Die Straße ist an dieser Stelle etwa acht Meter breit“, weiß die Sassnitzer Ordnungsamtsleiterin. Für viele Fußgänger ist das ein schwer zu überwindendes Hindernis: „Das ist bei diesem Verkehrsaufkommen gerade von älteren Leuten oft nur schwer in einem Ritt zu bewältigen.“ Das soll künftig einfacher sein. Damit auch Gehbehinderte eine Chance haben, zur Bushaltestelle beziehungsweise zum Netto-Markt zu gelangen, werde mit dem Bau der Verkehrsinsel auch der Bordstein in dem jeweiligen Bereich des Gehwegs auf beiden Fahrbahnseiten abgesenkt.

Der Auftragsboom in der Baubranche hemmt vielerorts in den Kommunen die Investitionen. So hatten die Sassnitzer in der Vergangenheit Ausschreibungen schon aufheben müssen, weil es keine akzeptablen Angebote von Baufirmen gab. Die fehlenden Kapazitäten sind einer der Gründe, dass die Bau-Preise weiter steigen – wenn denn überhaupt ein Unternehmen gefunden wird, dass die Arbeiten übernimmt. Ärger auf dem Bau hat die Stadt Sassnitz derzeit auch an der Regionalen Schule, die um einen Anbau erweitert wird. Dort hat eine Tischlerei Lieferschwierigkeiten angemeldet. Etwa sechs Wochen sei man dadurch schon in Verzug geraten, erklärte die Sassnitzer Bauamtsmitarbeiterin Elke Schmeling auf der vergangenen Stadtvertretersitzung. Wie und wann es weitergeht ist unklar: Der Handwerker sei weder telefonisch noch persönlich zu erreichen.

Maik Trettin

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