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Rügen Kerstin Kassner will weg aus dem Inselnorden
Vorpommern Rügen Kerstin Kassner will weg aus dem Inselnorden
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00:01 13.01.2018
Kerstin Kassner bei der Feier mit Ex-Sparkassen-Chef Herbert Ostermoor, dem ehemaligen Garzer Pastor Sigismund von Schöning und dem Maler Frank-Otto Sperlich (v.l.). Quelle: Foto: Uwe Driest

Nur die Zahl 60 betrachtet, könnten Sie jetzt eigentlich in Rente gehen. . .

Kerstin Kassner: Ich staune selbst über die 60, denn ich fühle mich frisch und habe noch eine Menge vor. . .

Was bringt die Zukunft?

Kassner: Ich möchte in allen Bereichen meines Wahlkreises präsent sein, Vereine, Verbände und Personen, die Hilfe brauchen, unterstützen. Auf meiner Geburtstagsfeier habe ich zum Beispiel 1300 Euro gesammelt, die verwendet werden, um in Ribnitz-Damgarten Theaterworkshops für Kinder anzubieten.

Kommen wir weg von der Politik. Was steht privat an?

Kassner: Wir werden unser Gastgewerbe und die Pension in Nobbin aufgeben. Nachdem ein Mitarbeiter in Rente ging, ein anderer sich eine neue Stelle suchte, ist das für meinen Mann allein zuviel geworden. Wir haben aber einen Nachfolger aus Berlin gefunden, der das Ganze schon mit Saisonbeginn 2018 übernimmt. Dann ziehen wir dort auch weg.

Wohin?

Kassner: Das wissen wir noch nicht. Ich will auf jeden Fall auf der Insel bleiben. Dabei ist mir die Ecke egal. Vielleicht nicht mehr soweit im Norden. Die Fahrerei ist einfach zu umständlich.

In der DDR hätte es vermutlich gar keine Frage gegeben. Da wären Sie sicher mit 60 in den Ruhestand gegangen. Vermissen Sie die DDR manchmal?

Kassner: Die DDR an sich nicht, solch eine Nostalgikerin bin ich nicht. Aber Dinge, die mir gefielen. So zum Beispiel das bessere Miteinander, damals war der Egoismus nicht so vorherrschend. Ich vermisse die Hausgemeinschaften und dass man im Dorf zusammenhielt, sich geholfen hat, bis hin zur Kinderbetreuung. Ich fand auch das Bildungssystem besser, weil es gerechter war.

Warum gibt es diesen Gemeinschaftssinn Ihrer Meinung nach nicht mehr?

Kassner: Jeder kämpft nur noch ums Überleben. Das wichtigste ist, die Familie abzusichern, da bleibt nicht mehr viel Kraft für die Gemeinschaft.

Sie stammen aus Radebeul, Ihr Mann aus Leipzig. Wie kamen Sie hierher und wo lernten Sie Ihren Mann kennen?

Kassner: Wir waren beide Kinder von Offizieren in Prora. Und dort haben wir uns auch kennengelernt. Mit 13 Jahren kam ich auf die Insel, und seitdem bin ich auch mit meinem Mann zusammen.

Der war damals 15. Wir hatten in Prora einen Jugendclub. Dort war jedes Wochenende Disco. So 1974/75 – das war meine heiße Phase.

Welche Musik haben Sie gehört?

Kassner: Rolling Stones und sogar AC/DC. Heute sind es eher Wincent Weiß oder Felix Jaehn. Die haben schöne Texte. Ich staune, dass junge Menschen schon solch lebenskluge Texte schreiben können.

Gelernt haben sie Kellnerin und schließlich einen Gastronomiebetrieb geführt – kochen Sie gut?

Kassner: Ja, ich koche auch gern. Allerdings nicht oft.

Welches Gericht gelingt Ihnen am besten?

Kassner: Würzfleisch. Das ist ein Rezept von meiner Oma. Das gibt es immer zu speziellen Anlässen.

Achten Sie darauf, sich modisch zu kleiden?

Kassner: Nicht übertrieben. Ein bisschen gehört Mode dazu, aber mir ist es wichtig, dass ich mich in den Sachen, die ich trage, wohl fühle. Ich mag Kleider und Röcke. Wenn ich viel unterwegs bin, sind Hosen aber praktischer.

Gefühlt haben sie seit 30 Jahren immer die gleiche Frisur. Warum ist das so?

Kassner: Ich habe sehr feine und dünne Haare. Da ist das mit der Frisur nicht so einfach. Auch habe ich über viele Jahre schon dieselbe Friseurin, da kommt sicher auch immer irgendwie das Gleiche raus. Man sagt, dass Frauen ihre Frisur ändern, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sie sich zum Beispiel von ihrem Partner trennen. Ich habe immer noch denselben Mann, vielleicht habe ich deswegen meine Frisur noch nicht verändert.

Wen möchten Sie unbedingt nochmal treffen?

Kassner: Eine Studienkollegin. Die wohnt auf dem Darß und damit gar nicht soweit weg. Wir schreiben uns zwar und telefonieren ab und zu, haben uns aber seit der Wende nicht mehr gesehen.

Klingt merkwürdig ...

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OZ

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