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Rügen Kita-Träume der Kinder überdauern in einer Zeitkapsel
Vorpommern Rügen Kita-Träume der Kinder überdauern in einer Zeitkapsel
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06:43 24.05.2018
Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Küselwind“ in Glowe auf Rügen versenken am 22. Mai eine Zeitkapsel in der Bodenplatte ihres künftigen Kindergartens. Quelle: Maik Trettin
Glowe

Die Mädchen und Jungen der Glower KitaKüselwind“ stehen staunend auf der großen Betonfläche und schauen sich um. „Wisst ihr, wo wir hier stehen?“, fragt Kita-Leiterin Gerit Keil verschmitzt. Die Kleinen nicken: „Hier auf den glatten Boden kommt unser neuer Kindergarten rauf!“ Auf den warten sie, ihre Eltern und Erzieher und die Gemeinde schon lange. Gestern haben die „Küselwind“-Kinder gemeinsam mit den Bauarbeitern eine so genannte Zeitkapsel in der Bodenplatte versenkt. Auf datierten Bildern ist zu sehen, wie sich die Mädchen und Jungen ihre künftige Einrichtung vorstellen.

Einen Computerraum fände Johann gut. Elisa würde den Platz lieber für mehr Bewegung nutzen. „Ein Sportraum wäre schön.“ Und Tristan möchte Haustiere in der neuen Kita – vielleicht ein Aquarium? „Der Wunschzettel ist groß“, weiß Gerit Keil. Viele Glower Kinder-Träume werden auch in Erfüllung gehen. In der oberen Etage des Zweigeschossers sollen vor allem die Hortkinder betreut werden. „Dort werden auch Werkstätten und ein Mehrzweckraum untergebracht sein“, erklärt Jeannette Buss vom Vorstand des Elternvereins „Kinder(t)räume“, in dessen Trägerschaft sich die Glower Kindertagesstätte befindet. In dem Mehrzweckraum kann dann auch Sport getrieben werden. Die Gruppenräume befinden sich dann im Erdgeschoss. „Endlich“, seufzt Jeannette Buss. Derzeit bewohnen die Küselwind-Kinder die zweite Etage des dreigeschossigen Schul- und Kindergartengebäudes. Raus auf den Spielplatz und wieder rein in den Gruppenraum – künftig werden die Erzieher nur die Tür öffnen müssen, um mit den Sprösslingen das Außengelände am Glower Süßling zu erkunden.Das hat sich durch den Bau ein wenig verschoben. „Wo kommen denn die Spielgeräte hin?“, fragt eines der Kinder besorgt in die Runde und blickt die Erzieher und die Bauarbeiter ratlos an. Weil die Kita dort entsteht, wo früher die Sportanlagen und der Spielplatz waren, werden die Spielgeräte auf einer angrenzenden Fläche, die die Gemeinde der Schule und dem Kindergarten zur Verfügung gestellt hat, aufgebaut. Ein neues Gerät wird zur Eröffnung der Kita aufgestellt, weitere stehen auf dem Wunschzettel der Einrichtung.

Neubau musste wegen Schulwandbild rücken

Apropos versetzt: Ursprünglich war geplant, die neue Kindertagesstätte in einer Flucht mit dem dreigeschossigen Schulbau zu errichten. „Aber dann hätte die Kita das Wandbild auf der einen Seite der Schulfassade verdeckt“, schildert der zuständige Ingenieur und Bauplaner Nils Siggelkow die Bedenken der Denkmalschutzbehörde. Die wacht darüber, dass die Malereien auf zwei Giebelseiten des Schulbaus unversehrt bleiben – und ihre Wirkung durch anderen Bauten nicht beeinträchtigt wird. Von einem bestimmten Bereich der Straße aus wäre die Wandmalerei nicht in vollem Umfang zu sehen gewesen. „Deshalb haben wir das Gebäude ein Stückchen weiter von der Straße weg nach hinten versetzt“, so Siggelkow.

Mosaik an den Kindergartenwänden

Kunst am Bau werden die Glower und die Besucher demnächst auch in unmitelbarer Nachbarschaft finden. Die Mädschen und Jungen des Kindergartens sorgen selbst dafür. „Martina Kirstein will mit den Kindern gemeinsam die Außenfassade gestalten“, sagt Gerit Keil. Derzeit seien die Kleinen schon dabei, Mosaike vorzubereiten, die später an den Wänden des Kindergartens zu sehen sein sollen. Motive dafür finden die Steppkes zuhauf in ihrer unmittelbaren Umgebung – am Wald oder am Strand.Damit die Kleinen ihre Wände bald gestalten können, klotzen die Mitarbeiter der Bau GmbH Heinemann tüchtig ran. Bis zum Dezember soll alles fertig sein. „Wir würden gern zu Weihnachten einziehen“, wünschen sich Gerit Keil und Jeannette Buss. Und dann auch den Landwirtschaftsminister Till Backhaus noch einmal einladen. Der hatte sich nach einem Besuch für die Förderung des Glower Projekts stark gemacht. Sein Ministerium übernimmt rund eine Million der Gesamtkosten in Höhe von zirka 1,2 Millionen Euro. Den Rest steuert die Gemeinde, die auch Bauherr ist, bei.

Maik Trettin

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