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Rügen Kitesurfer bedrohen Idylle im Naturparadies
Vorpommern Rügen Kitesurfer bedrohen Idylle im Naturparadies
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07:26 25.08.2014
Kiteschirme wirken auf Vögel wie kreisende Seeadler, was zur Folge hat, dass die Tiere geschützte Buchten verlassen. Fotos (2): Rico Nestmann
Pritzwald

Scharen von Wildgänsen sowie Sing- und Höckerschwäne legen jedes Jahr in der Schoritzer Wiek einen Zwischenstopp auf ihren Wanderungen ein oder verbringen hier die Herbst- und Wintermonate. Besonders groß ist die Zahl der verschiedenen Entenarten, die die Schoritzer Wiek als Nahrungs- oder Ruheraum nutzen. Berg- , Schell- , Löffel- und Pfeifenten tauchen und gründeln im Gebiet nach Nahrung. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, seit der Strand des Campingplatzes Pritzwald immer mehr als Spot zum Kitesurfen genutzt wird. „Der Einstieg der Kitesurfer ist direkt an der südöstlichen Grenze des Naturschutzgebietes Schoritzer Wiek. Das stört die scheuen Wasservögel sehr“, weiß Florian Hoffmann vom WWF aus Erfahrung zu berichten. Der Lancken-Granitzer ist hier für die Naturschutzorgansiation als Schutzgebietsbetreuer unterwegs. Der Strand am Campingplatz wird besonders bei Ostwindlagen genutzt. Die Kiter surfen dann direkt an der östlichen Begrenzung des Naturschutzgebietes hin und her — von Norden nach Süden.

Langjährige Stammgäste des Campingplatzes sind auf den WWF zugekommen und haben berichtet, dass durch die vermehrten Aktivität der Kitesurfer im Mündungsbereich der Schoritzer Wiek eine Störung der Brut- und Rastvögel beobachtet wird. Es werden deutlich weniger Vögel gesehen wenn die Kitesurfer da sind. „Für viele Gäste des Campingplatzes ist die unberührte Natur der Grund, warum sie seit vielen Jahren hierherkommen“, weiß auch Jürgen Mix, Pächter und Betreiber des Campingplatzes Pritzwald, aus Erfahrung zu berichten.

Im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung hat Florian Hoffmann vom WWF-Ostseebüro Stralsund diese Entwicklung seit Jahren im Blick und kann die Zunahme der Kiter bestätigen. „Der Kiteschirm wirkt auf die Vögel von weitem wie ein kreisender Adler, was zur Folge hat, dass sich die Tiere in Sicherheit bringen und die geschützte Bucht verlassen“, weiß Hoffman die Beobachtungen der letzten Jahre zu resümieren. In der Schoritzer Wiek rasten und brüten viele Vogelarten: Kiebitz, Rotschenkel, Austernfischer, Schwäne, Gänse, Brachvögel und Enten. „Die Schirme bedeuten Stress für die Vögel im Naturschutzgebiet“, sagt Florian Hoffmann.

In dieser Saison wurde dem Campingplatz vermehrt Infomaterial über die „Freiwillige Vereinbarung Greifswalder Bodden“ (siehe auch www.wassersport-im-bodden.de) zur Verfügung gestellt, um insbesondere die Kitesurfer zu erreichen. „Ich unterstützte den Austausch mit den Wassersportlern. Ich möchte, dass Naturschutz und Nutzung im Einklang geschehen und die Vögel auch in Zukunft die Schoritzer Wiek ungestört als Rückzugsraum nutzen können“, so Campingplatz-Betreiber Jürgen Mix.

Führung: Für alle Interessierten und insbesondere Kitesurfer bietet der WWF morgen um 15 Uhr eine Führung vor Ort an. Treffpunkt ist der Strand am Campingplatz Pritzwald.

Paradies für Tiere
Die Schoritzer Wiek ist ein Vogelparadies. Die Menge an Wasserpflanzen, Muscheln, Krebstieren und Fischen lockt viele Vogelarten an, die hier in großen Zahlen brüten und rasten. Der Naturraum der Vorpommerschen Boddenlandschaft, zu der auch der Greifswalder Bodden und die Schoritzer Wiek gehören, ist für den Vogelzug eine Drehscheibe von internationaler Bedeutung. Tausende Enten, Gänse, Schwäne und Watvögel legen in der Schoritzer Wiek und auf dem Greifswalder Bodden einen Zwischenstopp auf dem Weg in ihre Überwinterungsgebiete ein. Aber nicht nur Vögel, sondern auch zahlreiche Arten anderer Tiergruppen und -gattungen leben hier am und im Wasser, beispielsweise der äußerst seltene Fischotter.



Rico Nestmann

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