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Rügen Klangentdeckungen mit vier Saxophonen
Vorpommern Rügen Klangentdeckungen mit vier Saxophonen
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00:00 16.09.2016

Wer diesen vier jungen Herren noch nicht begegnet war, wird ihre Bekanntschaft als so unerwartete wie ungewöhnliche Bereicherung empfunden haben – vorausgesetzt, man akzeptierte das im Rahmen eines Kammerkonzertes noch eher seltene Klangbild von vier Saxophonen. Andererseits: Wer dieses Signum-Saxophonquartett schon kannte – und im Norden war es schon mehrfach zu hören – durfte sich in seinem Urteil bestätigt fühlen: Das ist eine tolle Truppe.

Vorgestern war sie im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern auf dem Jagdschloss Granitz zu erleben, was sehr wörtlich gemeint ist. Hören allein reicht da nämlich nur in engster Verbindung mit einem Musizierstil, der bravouröse spieltechnische Perfektion, beeindruckende gestalterische Kompetenz und eine auch optisch als zwingend und stringent erfahrbare Leidenschaftlichkeit des durchweg auswendigen Spiels miteinander vereint. Und das darf uneingeschränkt als Erlebnis bezeichnet werden. Singulär ist es schon hinsichtlich der Besetzung mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon. Mehr aber noch im Repertoire. Mit Grieg (Holberg-Suite), Schostakowitsch (zwei Stücke für Streichquartett), Ligeti (Sechs Bagatellen für Bläserquintett), Barber (Adagio für Streicher) und Gershwin (Suite aus „Porgy and Bess“) präsentierte man zwar ausschließlich Bearbeitungen – diese aber in klanglich so überzeugenden, kompositorisch teils überaus phantasievoll arrangierten Fassungen (Gershwin), dass man geradezu von Neuentdeckungen sprechen kann und das Original schon mal vergisst.

Geschuldet ist das einer Spieltechnik, die zwischen samtweichem Pianissimo und schrillsten Klangexzessen ungemein differenzieren kann, deshalb weder satten Streicherklang (Grieg, Barber, Schostakowitsch) noch Holzbläsersound (Ligeti) oder Opernochester (Gershwin) vermissen lässt, mit überirdischen Adagio-Klängen fesselt, aber auch mit einer Musizierlaune punktet, die elektrisiert und nahezu jeden im Saal vom Stuhl zu reißen vermochte.

Ekkehard Ochs

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