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Rügen Kleine Straße mit großen Problemen
Vorpommern Rügen Kleine Straße mit großen Problemen
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10:54 12.08.2018
Wenn sich auf der schmalen Dorfstraße in Mariendorf große Fahrzeuge begegnen, wird es kompliziert. Quelle: Harald Vorberg
Mönchgut

Für Harald Vorberg ist das Maß voll: „Die Raserei in Mariendorf ist lebensgefährlich, es muss endlich etwas dagegen geschehen“, ist der Mariendorfer aufgebracht. In der Dorfstraße mit ihren rund 25 Häusern (zwischen Middelhagen und Alt Reddevitz) gilt Tempo 30. „Doch vor allem wenn die Straße frei ist, donnern die Fahrzeuge mit bis zu 80 Km/h vorbei“, so Vorberg.

Er wohnt mit seiner Frau Bärbel in der Hausnummer 3 in Mariendorf (Gemeinde Mönchgut). In ihrem „Haus Silbermöwe“ betreiben sie seit 2007 sieben Ferienwohnungen. Unter den Gästen seien auch immer viele Kinder. Um ihre Sicherheit sorgen sich die Gastgeber. Denn der Weg zum Strand auf der knapp vier Meter breiten Fahrbahn ohne Fußgänger- und Radweg sei für sie gefährlich.Vor zwei Jahren sei ein älterer Gast gestürzt, nachdem sie einem schnellfahrenden Bus ausweichen wollte. Voriges Jahr habe sich ein Radfahrer derart über den von hinten heraneilenden Verkehr erschrocken, das er mit seinem Rad verunglückte. Die Randstreifen der Straße seien total zerfahren und würden mehrfach im Jahr wieder aufgefüllt werden. Vor zwei Wochen hatten die Vorbergs schließlich zwei Schilder an der Straße und an ihrem haus angebracht mit dem Schriftzug „Spielende Kinder“ (siehe Foto). Doch dieser Verweis würde keine Wirkung zeigen. „Zumindest nur bei Urlaubern“, sagt seine Frau Bärbel. Rasen würden vor allem Autofahrer mit einheimischen Kennzeichen.

Auch Jette Ewert, die mit ihrer Familie in der Dorfstraße wohnt, sieht täglich Raserei vor der Haustür. Lediglich zwei von zehn Kraftfahrzeugführern würden sich an das Tempolimit halten, schätzt die 30-Jährige. Vor allem für Kinder sei es sehr gefährlich an der Straße. „Aber auch für die Anwohner und Urlauber, die ausparken wollen. Sie müssen aufpassen, dass ihnen nicht einer ins Heck fährt, was auch schon passiert ist.“

Letztes Jahr hatte Harald Vorberg eine Eingabe an das Amt Mönchgut-Granitz gesandt, sagt der Mariendorfer. Das Ordnungsamt habe daraufhin eine Woche lang eine anonyme Geschwindigkeitsüberprüfung vorgenommen. „Eine Rückmeldung haben wir nie bekommen“, moniert Vorberg.

Doch die Raserei ist nicht das einzige Problem, das ihn und seine Frau sorgt. Immer wieder beobachten sie brenzlige Situationen bei Schwerlast-Begegnungsverkehr – gerade wenn zwei Busse aufeinander treffen oder Lkws, Baufahrzeuge und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Vor ein paar Tagen musste ein Lkw mit Anhänger vor einem entgegenkommenen Gelenkbus stoppen. Der Bus musste rückwärts zurückrudern bis zur Kurve nach Alt Reddevitz. Diese und weitere Aktionen haben Vorbergs in Fotos und Videos festgehalten. „Die Dokumentation will ich in Kürze den Gemeindevertretern sowie den zuständigen Ämtern und Behörden zukommen lassen“, so Harald Vorberg.

Auf die Problematik hatte er schon mit einem Schreiben aufmerksam gemacht. Die Gemeinde solle nun prüfen, ob die schmale Straße überhaupt verkehrsrechtlich zulässig sei. Und auch, ob eine Einbahnstraßenregelung möglich wäre. „Für mich führt daran kein Weg vorbei“, so Vorberg. Sein Vorschlag: Aus Middelhagen kommend sollte die Einbahnstraße beginnen am Abzweig zum Verbindungsweg Reiterhof Alt Reddevitz und dann weiterführen durch den Ort und von Alt Reddevitz schließlich nach Mariendorf. Diese Variante hätten die Baufahrzeugfahrer die von und zu einer Baustelle in Alt Reddevitz unterwegs waren, schon durchgespielt, um Begegnungsverkehr zu vermeiden, so Vorberg. Er habe auch das Gespräch mit Detlef Besch, Bürgermeister der dieses Jahr fusionierten neuen Gemeinde Mönchgut, gesucht. Der ehrenamtliche Gemeindechef ist im Urlaub und war für die OZ gestern nicht zu erreichen.

Im Jahre 2004 wurde in Mariendorf, seinerzeit Ortsteil von Middelhagen, die 30km/h-Zone eingerichtet. Bereits ein Jahr zuvor hatte die damalige Gemeinde Middelhagen einen entsprechenden Antrag an den Landkreis gestellt. Weil die Untere Verkehrsbehörde nicht reagierte, sammelten die Mariendorfer Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung.

Herold Gerit

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