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Rügen Kleingärtner auf Rügen sollen Parzellen räumen
Vorpommern Rügen Kleingärtner auf Rügen sollen Parzellen räumen
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08:06 20.09.2016
Christa und Norbert Schier vor der Laube in ihrem Kleingarten in Polchow. Den bewirtschaften sie seit 29 Jahren. Jetzt droht ihnen der Rauswurf. Quelle: Udo Burwitz
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Polchow

In Polchow auf der Insel Rügen hat ein privater Grundstücksbesitzer mehrere Kleingärtner zur Räumung ihrer Parzellen aufgefordert. Den Pächtern der betroffenen Kleingärten in der Anlage „Am Jasmunder Bodden“ ist dafür eine Frist bis Ende November gesetzt. Seine Forderung will der Grundstückseigentümer jurstisch durchsetzen. Er hat eine Räumungsklage eingereicht, die am Dienstag vor dem Amtsgericht in Bergen verhandelt wird.

Zu den betroffenen Kleingärtnern gehören Christa und Norbert Schier aus Sassnitz. Seit 29 Jahren bewirtschaften die heute 81-Jährige und ihr 78 Jahre alter Gatte eine 240 Quadratmeter große Parzelle in erster Reihe der unmittelbar am Großen Jasmunder Bodden gelegenen Kleingartenanlage. Laut Norbert Schier hat der Privatmann bereits mehrere Parzellen erworben und vom ehemaligen Grundstückseigentümer jetzt auch den Grund und Boden von seinem und dem Kleingarten des Nachbarn gekauft. Er klage auf Eigenbedarf. Vom Paar aus Sassnitz verlangt der neue Besitzer, dass sie bis Ende November alle Bäume und Sträucher herausreißen und die Parzelle wieder in Brachland umwandeln. Zudem sind sie aufgefordert, bis zum genannten Termin ihre Kleingarten-Laube abzureißen.

Norbert Schier sieht sich im Falle des Rechtsstreits als falschen Ansprechpartner. Dies sei der Inselverband der Gartenfreunde, unter dessen Dach der Kleingartenverein in Polchow organisiert ist. Der Inselverband ist Generalpächter der Anlage und hat die Parzellen an den Kleingartenverein unterverpachtet. Zudem genieße ein Pachtgarten in so einer rechtskräftig eingetragenen Anlage Bestandsschutz, sagt der Sassnitzer.

Die Anlage in Polchow hat sich nach der Wiedervereinigung in zwei Nutzungsarten gespalten. Viele Pächter haben ihre Grundstücke samt den darauf errichteten Wochenendhäusern nach der Wende selbst erworben. Ein Großteil der Anlage wird als Naherholungsgebiet genutzt. Von mehr als 100 Parzellen sind heute nur noch 39 Pachtgärten.

Udo Burwitz

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