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Rügen Knausern am Kurplatz, spendabel beim Seesteg
Vorpommern Rügen Knausern am Kurplatz, spendabel beim Seesteg
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14:44 12.10.2018
Die Sanierung der Kurmuschel ist abgeschlossen. Wie der Platz davor gestaltet wird, darüber streiten die Sassnitzer Lokalpolitiker nach wie vor. Quelle: Burwitz Udo
Sassnitz

Wie soll der Sassnitzer Kurplatz künftig aussehen? In den zurückliegenden Monaten wurde wieder und wieder in den Gremien der Stadt darüber diskutiert, Pläne vorgestellt und Beschlüsse gefasst. Dennoch kann die Frage derzeit weder das Bauamt im Rathaus noch der zuständige Fachausschuss beantworten. Angesichts der Debatten und Anträge herrscht ein wahres Kuddelmuddel. Die Bauausschussmitglieder sollten das jetzt entwirren – und schoben die Aufgabe weiter. Nach dem Motto „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild’ ich einen Arbeitskreis“ soll sich ein solches Gremium jetzt darum kümmern – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.Dabei hatten die Stadtvertreter die Marschrichtung vor zwei Jahren vorgegeben. Damals votierten sie für einen Entwurf, den die Planerin Erika Streubel im Auftrag des Sanierungsträgers für die Stadt erstellt hatte (die OZ berichtete). Für rund 300000 Euro sollten zwei ellipsenförmige Flächen vor der Kurmuschel befestigt werden. Außerdem war die Erneuerung der Pergola geplant. Konkrete Entwürfe dazu hatte Streubel in der ersten Hälfte dieses Jahres im Bauausschuss präsentiert – und prompt Kritik geerntet. Nicht nur, dass inzwischen von verschiedenen Seiten die von Anfang an umstrittene Ellipsenform diskutiert wurde. Im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf sollten diese nun auch nicht mehr gepflastert werden. Das Areal vor dem Kurplatz sollte lediglich mit einer wasserdurchlässigen Deckschicht befestigt sein. Gleichzeitig war die Kostenschätzung von 2016 mittlerweile Makulatur.Vor diesem Hintergrund hatte die Stadtvertretung einem Antrag mehrerer Fraktionen zugestimmt. Demnach sollten die Kosten bei 300000 Euro begrenzt und das Areal mit einem Pflaster befestigt werden, das auch Fahrzeuge schadlos aushält.

Kosten doppelt so hoch wie vor zwei Jahren

Doch das würde die Quadratur des Kreises bedeuten. „Es beißt sich“, erklärte Bauamtsleiterin Claudia Klemens und machte deutlich: „Beides ist nicht unter einen Hut zu kriegen.“ Denn selbst ohne irgendwelche Änderungen an den Plänen käme man mit den ursprünglich veranschlagten 300000 Euro heute nicht mehr aus. Die Baupreise seien aufgrund der regen Bautätigkeit in ganz Deutschland auf ein so hohes Niveau geklettert, das allein aus diesem Grund schon bis zu 30 Prozent mehr Geld eingeplant werden müsse. Auf diesen Wert beziffert man auch beim Sanierungsträger die aktuelle jährliche Baukostensteigerung. Dazu kämen noch die von der Kommunalpolitik neu formulierten Anforderungen, wie die erwähnte Pflasterung und die Garantie zur Befahrbarkeit der gesamten Fläche. Das alles würde 622000 Euro kosten – und damit doppelt so viel, wie die Sanierung laut des in diesem Jahr formulierten Beschlusses der Stadtvertretung eigentlich kosten darf. Die Aufgabe: Entweder müsse beim Projekt gestrichen oder aber der Etat erhöht werden.Der Bauausschuss sah sich außerstande, dazu eine Empfehlung zu geben. Man kenne die Unterlagen zu wenig und die Kostenschätzungen nicht im Detail. „Ich weiß bis heute nicht, wie die Pergola eigentlich aussehen soll“, monierte Claas Buettler. Steffen Schröers wiederholte seine Ansicht, dass es genüge, die Pergola zu sanieren und die kaputten Pflastersteine durch neue zu ersetzen. Das sei die günstigste Variante. „Alles andere geht sonst zu Lasten anderer Projekte.“Eines, das damit gemeint sein könnte, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft: der Seesteg. Jahrelang von den Sassnitzern als unnütz belächelt, wird er jetzt, da er gesperrt ist, zu einer unentbehrlichen Attraktion für die Einwohner und ihre Gäste hochgejubelt. Sassnitz schaffe sich damit ein Alleinstellungsmerkmal, frohlockte Stefan Grunau im Bauausschuss und Steffen Schröers hat in dem kleinen Steg gar den größten Schandfleck der Stadt ausgemacht, den man unbedingt beseitigen müsse.

Baden auch ohne teuren Steg und Plattform

Dorothea Holtz sieht da drängendere Probleme. Die Idee für die Zukunft des Steges sei zweifelsohne gut. „Aber wir sollten zuerst einmal mit der Gestaltung des Platzes zwischen Wind- und Strandpromenade vorankommen“, sagte sie im Verkehrs- und Ordnungsausschuss. Zumal unklar sei, woher das Geld für den Seesteg kommen solle. 3,5 Millionen Euro würde der Umbau nach derzeitigem Stand kosten. Selbst bei einer 90-prozentigen Förderung müsste die Stadt immer noch wenigstens 350000 Euro zuschießen – mehr, als die Politiker insgesamt für den Kurplatz ausgeben wollen. Im Bauausschuss äußerte auch Gerd Löffler Skepsis: Der Steg sei wegen mangelnder Standsicherheit gesperrt, die Konstruktion soll beim Umbau dennoch zum Teil erhalten bleiben. „Da ist für mich keine Logik drin“, wunderte er sich und zweifelte den Nutzen der Investition an. „Man kann da auch sehr gut ohne Seesteg und Plattform baden“, weiß er aus eigener Erfahrung.

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