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König über 100000 Untertanen

Benz König über 100000 Untertanen

Am Sonnabend trafen sich Hobby-Imker und solche, die es werden wollen, in Benz zum Erfahrungsaustausch

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Seit 1972 gewinnt der ehemalige Volkswerft-Schweißer Norbert Rahn (65) auf seinem Grundstück in Benz köstlichen Honig. Fotos (5): Christian Rödel

Benz. Sprichwörtlich wie in einem Bienenstock ging es am Sonnabendvormittag auf dem Benzer Gehöft des Poseritzer Imkereivereinschefs Norbert Rahn zu. Aus allen Himmelsrichtungen „flogen“ hier die Hobby-Honighersteller von ganz Rügen zum alljährlichen Traditionstreffen ein. Seit zehn Jahren ist der ehemalige Schweißer von der Stralsunder Volkswerft als Vorsitzender des Imkervereins ein gefragter Experte in Sachen Bienenaufzucht. „Wir treffen uns jedes Jahr am ersten Aprilwochenende hier bei mir, um uns unter alten und neuen Bienenfreunden auszutauschen“, sagt Norbert Rahn und kann an diesem sonnigen Vormittag einige neue Gesichter begrüßen.

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Am Sonnabend trafen sich Hobby-Imker und solche, die es werden wollen, in Benz zum Erfahrungsaustausch

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Aus Rambin kamen Elke Klann und ihr Mann Michael nach Benz, um sich einfach aus Interesse an der Imkerei mit einem erfahrenen Bienenzüchter zu unterhalten. „Ich suche für mich einen seelischen Ausgleich, um im lauten, stressigen Alltagsleben einen Ruhepol zu finden“, erzählt die Diplom-Betriebswirtin und ergänzt: „Die Bienenaufzucht ist so ein komplexes Thema, das viel mit nachhaltigen Naturkreisläufen zu tun hat, und Honig kann gleichzeitig für so viele Zwecke eingesetzt werden, als Arzneimittel oder für Cremes.“ Elke Klann hatte sich im Vorfeld ihres Besuches in Benz viel mit der Theorie des Imkereiwesens beschäftigt. Nun will sie praktische Erfahrungen sammeln und auf ihrem Rambiner Grundstück zukünftig ein paar Bienenvölker ansiedeln.

Ein „Greenhorn“ mit allerersten Erfahrungen in der Bienenaufzucht ist auch der aus Stralsund angereiste Jan Schmidt-Marfo, dessen erwachte Imker-Leidenschaft eigentlich etwas mit Australien zu tun hat. „Ich habe mal etwas über australische Bienenzüchter gelesen, die aus einer Art Tank mit einem Zapfhahn den Honig ernten, das schien für mich sehr verlockend“, meint der 53-jährige Hansestädter lachend und ergänzt mit einem weiteren Lächeln: „Ich möchte bald ein König von einem Volk mit 100 000 Untertanen sein.“ Doch diesen Zahn habe ihm der erfahrene Imker-Profi Norbert Rahn, mit dem er inzwischen per Du ist, gleich gezogen. „Das mit dem Zapfhahn ist leider bei Rapshonig nicht möglich, weil der sehr schnell fest wird“, erklärt Rahn und erläutert den Besuchern beim Rundgang über sein Gehöft ein paar Basisinformationen über die Bienenzucht. Jedes Bienenvolk hat gewissermaßen ein Haus, das fachmännisch als Beute mit Zargen bezeichnet wird. Diese Zargen können aus Kunststoff oder auch aus Holz bestehen. Die Aufteilung des summenden „Hofstaates“ ist bei allen Bienenrassen gleich: eine Königin und zahlreiche Arbeiterinnen und Drohnen. Die Königin „herrscht“ über hundert bis zweitausend Drohnen (männliche Bienen) und im Sommer über bis zu 60000 weibliche Arbeitsbienen. Die Königin sorgt für die Nachkommen, indem sie von Januar bis in den Spätherbst Eier legt. Die weitere Brutpflege überlässt sie später jedoch den Arbeiterinnen. Die Königin, unter Fachleuten auch als Weisel bezeichnet, ist somit das einzige geschlechtsreife weibliche Tier im Bienenvolk. Sie zeichnet sich durch ihre besondere Größe und einen deutlich längeren Hinterleib aus.

Viel Fachwissen ist also nötig, um das Imkereihandwerk halbwegs professionell zu beherrschen. Auf Rügen gibt es nach Norbert Rahns Angaben bisher vier Imkervereine und eine Handvoll Berufsimker, die in der Regel etwa 200 Völker haben müssen, um davon existieren zu können.

Von Christian Rödel

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