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Konzertsaison der Weltstars in Bergener Kirche

Bergen Konzertsaison der Weltstars in Bergener Kirche

Zum 400. Stadtjubiläum geben sich in diesem Jahr Weltstars in Bergen die Klinke in die Hand — die der Kirchentür. Der Klezmer-Musiker Giora Feidman und der Trompetenvirtuose Ludwig Güttler gehören zu den herausragenden Akteuren des diesjährigen Konzertsommers im evangelischen Gotteshaus namens Sankt Marien.

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Giora Feidman, Klarinettist und Instrumentalsolist der Klezmermusik, ist Ende Juli bei einem Konzert in der Bergener Kirche zu erleben.

Quelle: Nicole Hollatz

Bergen. „Jeder von denen kommt zum dritten Mal zu einem Gastspiel zu uns. Ansonsten kam in dem einen Jahr der eine und in dem anderen der andere. Im Jubiläumsjahr kommen sie nun beide in einer Saison zu uns“, ist Frank Thomas froh. Er ist Kantor der evangelischen Kirchengemeinde und umreißt das Konzertprogramm so: „Es ist ein breites Spektrum an Angeboten — von Orgel über Jazz bis hin zu Philharmonischem.“ Und: „Die Palette der Künstler reicht von Schülern bis hin zu gestandenen Musikerpersönlichkeiten.“

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Das Angebot reicht von Orgel über Jazz bis hin zu Philharmo- nischem.“Frank Thomas, Kantor

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Für den Auftakt des Konzertsommers greift der Kantor selbst in die Tasten. Auf der Orgel spielt der 48-Jährige Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ — in Verbindung mit einer Ausstellung. Rügener Künstler setzen dann noch im Juni den Konzert-Reigen fort. Der 25-köpfige Gospelchor Bergen, den es seit zwölf Jahren gibt und dem Sängerinnen sowie Sänger der ganzen Insel angehören. „Zu hören sein werden neben Gospel und Spirituals auch Weltmusik mit dem Schwerpunkt Afrika“, kann Frank Thomas berichten.

Ende Juli schließlich heißt es „Klezmer und Mehr“ mit Giora Feidman. 1936 in Buenos Aires geboren, entstammt er einer Familie von Klezmer-Musikern, deren Tradition er in der vierten Generation fortsetzt. Seine Vorfahren traten bei Hochzeiten, Bar-Mitzwa-Feiern und anderen Feierlichkeiten im Schtetl des osteuropäischen Raums auf. Sein Vater war Feidmans erster Lehrer. Das Orchester des Teatro Colón in Buenos Aires nahm Giora Feidman mit 18 Jahren auf. Zwei Jahre später ging er als Bassklarinettist zum Israel Philharmonic Orchestra, dem er 18 Jahre lang angehörte.

Anfang der siebziger Jahre begann er seine Solokarriere als Klezmer-Musiker und zog nach New York. Gegenwärtig ist er vor allem in Deutschland tätig, dem er sich besonders verbunden fühlt.

„Deutschland ist meine Heimat, überhaupt keine Frage. Ich bin Jude, aber wenn ich spiele, bin ich Musiker“, macht Feidmann deutlich. Er feiert am 25. März seinen 77. Geburtstag und setzt sich Zeit seines Lebens für die deutsch-jüdische Aussöhnung ein. Ludwig Güttler folgt schließlich Mitte August. Der 69-Jährige zählt auf Trompete und Corno da caccia zu den erfolgreichsten Virtuosen der Gegenwart — hat sich auch weltweites Renommee als Dirigent und Förderer erworben. Maßgebliche Verdienste hatte er auch am Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Der aus Sosa im Erzgebirge stammende und heute in Dresden lebende Künstler ist Gründer, Leiter und Solist des Leipziger Bach-Collegiums, des Blechbläserensembles Ludwig Güttler sowie des Kammerorchesters Virtuosi Saxoniae. Sein neuestes Projekt ist die Neue Elbland Philharmonie. Sein Interesse gilt besonders der sächsischen Hofmusik des 18. Jahrhunderts.

Stechen die Weltstars sicherlich heraus, hat das Konzertprogramm noch weitere Höhepunkte in petto. Zu denen zählt Frank Thomas beispielsweise das Philharmonische Chor- und Orchesterkonzert, das unter freiem Himmel auf dem Klosterhof zu hören sein soll. Josef Haydns „Schöpfung“ wird erklingen. Die Chorproben dafür beginnen am 11. April. „Und dann ist da schließlich auch noch der Abend mit den Bundespreisträgern des Wettbewerbs ,Jugend musiziert‘ des vergangenen Jahres. Wir können uns auf ein sommerlich buntes Programm zu vier Händen und Füßen freuen“, blick der Kantor auf Anfang August voraus. Er hofft, dass der kommende Konzertsommer auf eine eben solche Resonanz wie der vergangene trifft: „Mit durchschnittlich etwas mehr als 100 Gästen hatten wir einen guten Besuch und konnten nicht jammern. Bei Spitzenkonzerten haben wir weit mehr als 300 Musikfreunde in unserer Kirche begrüßt.“

Ältestes Gebäude auf Deutschlands größter Insel
1180 wurde der Bau der Marienkirche unter dem Fürsten Jaromar I. als romanische Basilika mit Querschiff begonnen. 1193 als Klosterkirche des Nonnenklosters Bergen geweiht, ist die Kirche das älteste erhaltene Gebäude Rügens.

17 Konzerte sind nach derzeitigem Stand während des Musiksommers in der Bergener Kirche zu erleben. Die Konzertsaison beginnt am 5. Juni und endet am 25. September. Immer mittwochs um 20 Uhr wird zum Musikgenuss in das Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde geladen.

1800 Gemeindeglieder gehören zur evangelischen Kirchengemeinde. Ein Pastor, ein Kantor, ein Gemeindepädagoge, ein Küster sowie eine Sachbearbeiterin sorgen für die Gemeinde. Eine große Zahl von Gemeindegliedern ist ehrenamtlich tätig.

Chris-Marco Herold

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