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Rügen Kopenhagen, London, Berlin: Hiddensee-Schatz war der Hit
Vorpommern Rügen Kopenhagen, London, Berlin: Hiddensee-Schatz war der Hit
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00:18 12.01.2015
Museumsdirektor Dr. Andreas Grüger zeigt den Goldschatz von Hiddensee. Die Legende sagt, dass er der Taufschmuck des legendären Wikingerkönigs Harald Blauzahn (910 bis 987) ist. Gefunden wurden die Teile 1872 und 1874 nach Sturmfluten am Strand von Hiddensee. Quelle: Christian Rödel

162000 Besucher in Kopenhagen, 288000 in London und zuletzt 200000 in Berlin — Stralsunds Goldschätze haben europaweit für Furore gesorgt. Über zwei Jahre waren der Hiddensee- und der Peenemünde-Schmuck aus dem Kulturhistorischen Museum in Stralsund mit der internationalen Wikingerausstellung auf Europa-Tournee und haben die Menschen fasziniert.

Zuletzt war die einzigartige Schau bis zum vergangenen Wochenende im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Dr. Andreas Grüger, Direktor des Kulturhistorischen Museums: „Die Präsentation dort war herausragend. Unsere Exponate bildeten den Abschluss der Ausstellung. Die Besucher haben den Gropius-Bau mit dem bleibenden Eindruck des berühmten Schmucks aus unserem Hause verlassen.“

Natürlich hofft Grüger in diesem Zusammenhang auch auf einen Werbeeffekt für Stralsund. Denn bis zum Sommer werden die beiden Wikingerschätze, die rund 1000 Jahre alt sind, wieder in die Hansestadt zurück kehren. „Dann werden sie auf Dauer und im Original im Katharinenkloster zu sehen sein“, verspricht Grüger. Dazu werde derzeit ein Raum speziell vorbereitet. Überhaupt gelte es, ein völlig neues Ausstellungskonzept zu erarbeiten und umzusetzen, betonte er. Einzelheiten würden zusammen mit den baulichen Veränderungen erst in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

Das neue Konzept ist jedoch nicht nur nötig, um den Hiddensee-Schmuck und die Goldringe von Peenemünde angemessen in Szene zu setzen. Vielmehr hat die Schließung des Museumsspeichers in der Böttcherstraße aus baulichen Gründen vor knapp einem Jahr einiges durcheinander gewirbelt. So muss neu überlegt werden, wie die Exponate von dort in die Ausstellung im Katharinenkloster integriert werden können.

Auswirkungen hatte die Speicherschließung auch auf die für das vergangene Jahr geplanten Sonderausstellungen. Kuratorin Dorina Kasten: „Zum Beispiel mussten wir die aufwendige Schau über das Leben und die Arbeit der Dorfschiffer im 19. Jahrhundert verschieben.“ Zu sehen sein werde sie vom 9. Mai bis 18. Oktober in der Großen Galerie des Haupthauses.

Dennoch war das zu Ende gegangene Jahr eines der erfolgreichsten in der Geschichte des Kulturhistorischen Museums. Sybille Köpke, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit: „Etwa 90000 Besucher haben wir gezählt, im Jahr zuvor waren es 83000.“ Als echten Knaller bezeichnete sie die Sonderausstellung „Hundertmal Büchsel“ mit Bildern der berühmten Hiddensee-Malerin Elisabeth Büchsel (1867 bis 1957). 7300 Fans wollten ihre Arbeiten sehen. Grüger kündigte an, dass es in einigen Jahren erneut eine Sonderschau mit Bildern der Stralsunder Malerin geben werde. An eine Dauerausstellung werde nicht gedacht, einzelne Bilder wolle das Museum aber immer zeigen.

Viel Beachtung fand zudem die Ausstellung über den Ersten Weltkrieg im Marinemuseum auf dem Dänholm. Sie wird auch im Mai, wenn das Haus nach der Winterpause wieder öffnet, weiterhin zu sehen sein.

Besonders hob Grüger die gute Zusammenarbeit mit den Partnern des Museums hervor. Dabei nannte er den Citti-Großmarkt und die Wohlfahrtseinrichtungen der Hansestadt. Es sei ein gegenseitiges Geben und Nehmen, betonte er.

Das älteste Museum in Mecklenburg-Vorpommern
Das Kulturhistorische Museum ist das älteste Museum in Mecklenburg-Vorpommern. Den Grundstock der Bestände bildete die Sammlung des schwedischen Generalgouverneurs Axel Graf von Löwen, der seine Kunstsammlung 1761 per Testament der Stadt Stralsund übereignete.



Im ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen werden die Museumsschätze seit 1924 aufbewahrt. Das Museum verfügt über eine der größten Sammlungen zur Ur- und Frühgeschichte der Region.


Sakrale Kunstwerke sind ebenso zu sehen wie gotische Altäre, mittelalterliche Paramente und stadtarchäologische Funde.


Gemälde und Grafiken von Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge sowie prächtige Barockschränke und eine Fayencensammlung sind Bestandteil der Ausstellung.



Jens-Peter Woldt

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