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Kosten für Hortanbau sinken von 4,5 auf 2,5 Millionen Euro

Bergen Kosten für Hortanbau sinken von 4,5 auf 2,5 Millionen Euro

Beim neuen Hort der Grundschule „Am Rugard“ nähern sich Fraktionen in Bergen an / Die Verwaltung bleibt angsichts aktueller Schülerzahlen ob der Notwendigkeit skeptisch

Bergen. Der seit Monaten vieldiskutierte Hortneubau für die Grundschule „Am Rugard“ bleibt umstritten. Vor allem Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) macht keinen Hehl daraus, dass sie das Vorhaben eigentlich nicht für notwendig hält. Erst auf der jüngsten Stadtvertretersitzung präsentierte sie aktuelle Zahlen aus den Schulen der Stadt, die belegen sollen, dass die Hortbetreuung in Bergen auch ohne Millionen-Projekt realisiert werden könnte.

Erste Pläne für ein neues Hortgebäude hatten die Kosten im vergangenen Jahr noch bei zirka 4,5 Millionen Euro gesehen. Dagegen war ganz besonders Carmen Kannengießer vom Grünen Bündnis Bergen (GBB) Sturm gelaufen (die OZ berichtete). Mit dem „Luxus-Bau“ sei man völlig übers Ziel hinausgeschossen, fand sie. Mittlerweile sind die veranschlagten Baukosten bei rund 2,5 Millionen Euro angekommen.

Laut Bürgermeisterin Ratzke könnten 1,5 Millionen Euro aus Fördermitteln aufgebracht, eine Million Euro müssten über einen städtischen Kredit finanziert werden. Allerdings würden sich die Schülerzahlen nicht so entwickeln, dass diese Ausgaben gerechtfertigt seien. Nach jüngsten Zahlen aus dem Rathaus lernen in der Rugard-Grundschule derzeit 291 Kinder – bei einer Kapazität von 268.

„Dieser Überschuss kommt vor allem durch die Vierzügigkeit einer Klassenstufe zustande“, sagt die Bürgermeisterin. „Das soll aber nicht so bleiben. Ab dem Schuljahr 2018/19 wird es nur noch dreizügige Klassenstufen geben.“ Das entlaste die Bildungseinrichtung erheblich und erfordere am Ende auch wieder weniger Hortplätze. Im Moment werde mit 214 Kindern die festgesetzte Kapazität im Hort um vier überschritten.

Die CDU/FDP-Fraktion steht nach wie vor zu dem neuen Hort, der mittlerweile als Anbau realisiert werden soll. Hauptkritikerin Carmen Kannengießer kann mit dem aktuellen Projekt durchaus leben, wie sie sagt. „Ich bin ja schon froh, dass wir von den 4,5 Millionen Euro runter sind, die das Ganze mal kosten sollte“, sagt die GBB-Frau. „Ich bedauere es, dass vor den Planungen zum Hort keine Prioritätenliste mit dem Bedarf aller Schulen der Stadt aufgestellt wurde. Denn wie die von der Bürgermeisterin vorgelegten Zahlen zeigen, haben andere Schulen viel größere Probleme als die Grundschule ,Am Rugard’.“Da der Hortanbau jetzt allerdings im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) festgeschrieben sei, sei er nicht mehr zu verhindern.

Die Fraktion der Linkspartei hat eine grundsätzlich positive Haltung zum geplanten Hortanbau. „Das ist mittlerweile ein ganz anderes Projekt als früher“, sagt Fraktions-Chef Peter Wendekamm. „Wir haben ja mal vom Doppelten der jetzigen Baukosten gesprochen. Da bewegen wir uns jetzt eindeutig in einem vertretbaren Rahmen.“ Er könne nachvollziehen, dass Schulen heute viel mehr Platz benötigten als noch vor 40 Jahren. „Nehmen wir nur den Intergrationsgedanken, die Aufnahme von Behinderten in den Schulalltag“, sagt Wendekamm. „Und deshalb sollten wir uns als Schulstandort solch eine wichtige Ausgabe leisten.“

Peter Wendekamm verweist darüber hinaus auf die erhebliche Fördersumme, die das Ganze für Bergen attraktiver mache: „Unsere Kosten bleiben dabei überschaubar.“

Anja Ratzke warnt allerdings davor, dass es bei den bisher veranschlagten Kosten nicht bleiben muss. „In dem Entwurf des Planungsbüros wird von ,vorbehaltlichen Kosten’ und ,grob überschlägig, derzeit Umfang noch unklar’ gesprochen“, sagt die Verwaltungs-Chefin. Damit blieben „Hintertürchen“ offen.

Kristine Kasten von der SPD war für die OZ nicht zu sprechen.

Jens-Uwe Berndt

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