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Rügen Kostenexplosion: Baubeginn für Hafentreppe ungewiss
Vorpommern Rügen Kostenexplosion: Baubeginn für Hafentreppe ungewiss
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08:31 08.05.2018
Die Treppe von der Stiftstraße zum Hafen ist seit 2017 gesperrt. Die Bauarbeiten haben noch immer nicht begonnen. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Sassnitz Wann beginnen die Arbeiten an der neuen Treppe von der Sassnitzer Stiftstraße in den Hafen wirklich? Schon vor Monaten war ein Kran aufgestellt und die Baufläche beräumt worden. Seitdem hat sich nicht viel getan. Auf dem Plan ist die Sache klar: Auf einer Länge von rund 110 Metern werden neue Stufen in Hang gesetzt, der den Hafen von der Oberstadt trennt. Etwa 100 Fertigstufen aus Beton sollen den Weg hinauf- beziehungsweise hinabführen. „Gleichzeitig lassen wir eine neue Regenentwässerung verlegen, installieren neue Lampen und etwa auf der Hälfte des Weges eine Ruhebank“, sagt Claudia Klemens, die Leiterin der Bauverwaltung im Sassnitzer Rathaus. Der Verlauf wird sich – wie bei der alten Treppe – an der Topografie des Hangs orientieren und dem Böschungswinkel angepasst. Auch künftig wird es mehrere Plateaus zwischen den einzelnen Treppenabschnitten geben, die ebenfalls befetigt werden – allerdings mit einem Betonpflaster. An der Hangseite der Treppe sollen Stützwände das Erdreich von dem Fußweg fernhalten und die Böschung abfangen.

Baubeginn vor knapp einem Jahr geplant

Mit der Sanierung der Treppe befassen sich die Sassnitzer schon geraume Zeit. In den zurückliegenden Jahren war sie immer wieder notdürftig ausgebessert worden, letztlich aber doch so marode, dass der Neubau es ziemlich weit nach vorn auf die Prioritätenliste des Bauamtes schaffte. Der Baubeginn war für den Juli des vergangenen Jahres angekündigt worden. Die damit verbundene Sperrung der Treppe mitten in der Hauptsaison hatte bei einigen Lokalpolitikern Unmut erzeugt. Das Bauunternehmen und der Sanierungsträger begründeten den gewählten Termin mit der größtmöglichen Sicherheit, die für die Arbeit an dem Steilhang gebraucht werde. Jeder Regenschauer sei da einer zuviel, weshalb man auf den Sommer hoffe. Dass der verging, ohne dass sich an der Treppe etwas tat, hatte weniger mit dem schlechten Wetter als offenbar mit der Situation in der Baubranche zu tun. Nachdem die Angebote doppelt so hoch ausfielen wie die Kostenschätzung, wurde die erste Ausschreibung im vergangenen Jahr aufgehoben.

„Die Preise auf dem Bau explodieren derzeit förmlich“, sagt Claudia Timm vom zuständigen Sanierungsträger BIG-Städtebau. Das Phänomen beobachtet das Unternehmen derzeit auf nahezu allen Baustellen. Grund ist offenbar die gute Auftragslage. Viele Auftraggeber seien froh, überhaupt ein Unternehmen zu finden, das die Arbeiten ausführe. Und so flatterten auch nach der zweiten Ausschreibung keine viel günstigeren Angebote ins Haus. Stadt und Sanierungsträger mussten die Finanzierung mit dem für die Förderung zuständigen Ministerium abklären, bevor sie letztlich die Aufträge auslösen konnten. Da stand dann allerdings schon der Winter vor der Tür. Und so wurde erst im Dezember des vergangenen Jahres mit den Vorbereitungen begonnen. Der in diesem Zuge montierte Kran, der das Baumaterial an die schwer zugänglichen Stellen bringen soll, hat sich seitdem aber selten gedreht. Das Unternehmen haben ihn sich für die Arbeiten sichern wollen, weil nicht so viele Kräne in dieser Größenordnung zur Verfügung stünden. Zusätzliche Kosten, versichert der Sanierungsträger, würden dadurch aber nicht verursacht. Die dürften mit schätzungsweise 600000 Euro ohnehin fast doppelt so hoch ausfallen wie ursprünglichgeplant.

Nach Kahlschlag werden neue Bäume gepflanzt

Schon weit vor dem Baubeginn hatten die Sassnitzer an dieser Stelle eine böse Überraschung erlebt. Viele der alten Bäume an dem Hang links und rechts der Treppe waren von Baumhassern an- und zum Teil gänzlich abgesägt worden. Die Stadt hatte Anzeige gegen Unbekannt erstattet – ergebnislos. Die Feuerwehr musste die todgeweihten Bäume fällen und die bereits gefällten beräumen.OZ-Leser hatten spekuliert, dass sich jemand durch den illegalen Kahlschlag eine bessere Sicht von seinem Haus oder seiner Wohnung auf die Ostsee habe verschaffen wollen. Wenn dem so wäre, hätte er sich die Mühe sparen können. „Wir werden den Boden auf dem Hang begrünen und Ersatzbäume pflanzen“, sagt der für Tiefbau zuständige Mitarbeiter des Bauamtes, Ingo Stoltz. Vorwiegend Linden sollen künftig auf dem Hang wachsen. Gepflanzt werden laut Stoltz so viele wie möglich sind, ohne die Stabilität der neuen Treppe zu beeinflussen. Allerdings: Einen genauen Termin für den Beginn der Arbeiten kann derzeit in Sassnitz niemand nennen.

Maik Trettin

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