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Kraniche lieben Rügens Stoppelfelder

Gingst Kraniche lieben Rügens Stoppelfelder

Derzeit sind die Tiere an vielen Orten auf Rügen zu sehen.

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Quelle: Günter Nowald

Gingst. Lange Beine, elegante Haltung, volltönende Stimme: Kraniche gehören zu den Stars in der Tierwelt und haben unter den Vogelbeobachtern ihre ganz besonderen Fans. Doch nicht nur Experten können die Vögel zurzeit beobachten – auf den abgeernteten Feldern West-Rügens und der Darß-ZingstRegion kann man derzeit wieder Hunderte der Stelzvögel bei der Nahrungsaufnahme sehen, an den Schlafplätzen sind es Tausende. Sie kommen aus dem skandinavischen Raum und machen hier in der Region Rast, bevor sie ins Winterquartier nach Südeuropa ziehen.

„Kraniche sind Allesfresser. Besonders attraktiv sind für sie aber Stoppelfelder, auf denen sie nach Ernterückständen suchen können“, erklärt Günter Nowald, Geschäftsführer des Kranichschutzes Deutschland und Leiter des Kranichzentrums in Groß Mohrdorf. Doch das Angebot wird knapp. „Durch die effektiveren Erntemethoden in der Landwirtschaft fallen aber immer weniger Nahrungsreste auf den Boden“, so Nowald. „Außerdem brechen die Landwirte die Flächen schneller um, um die Folgefrucht einzubringen.“ Ein signifikanter Rückgang der Vögel sei in der Region aber nicht zu beobachten. „Derzeit rasten auf Rügen gut 1000 Kraniche, etwa 500 haben wir aktuell an den Schlafplätzen der Udarser Wiek gezählt, 400 am Unrower Ufer.“

Insgesamt seien derzeit rund 4000 Kraniche in der Rastregion Darß-Zingster Boddenkette unterwegs, die einen der größten Kranichrastplätze Europas darstellt. Die Experten vom Kranichzentrum zählen und beobachten die Tiere am liebsten an ihren Schlafplätzen an Bodden und Küsten. „Kraniche schlafen stehend im Flachwasser. Ihnen fehlt der typische Greifreflex, der es Singvögeln ermöglicht, auch im Schlaf auf einem Ast zu sitzen. Um sich trotzdem möglichst gut vor Fressfeinden zu schützen, schlafen sie in großen Gruppen im Wasser.“ Die größten Schlafplätze mit in der Hoch-Zeit mehr als 10 000 Tieren befinden sich in Pramort in der Nähe des Kranichzentrums und an der Großen Kirr. 120 000 Kraniche ziehen pro Jahr durch die Region Darß–Zingster Boddenkette/Rügen. Zu Spitzenzeiten sind bis zu 70 000 Tiere gleichzeitig hier.

Einige der Kraniche sind auch im Dienste der Forschung unterwegs. Sieben der Tiere tragen einen GPS-Sender auf dem Rücken, der es ermöglicht, Daten über das Flug- und Rastverhalten der Vögel zu gewinnen. „Für uns ist zum Beispiel auch die Flughöhe interessant“, erklärt Günter Nowald. „Wir haben festgestellt, dass Kraniche größere Strecken in der Flughöhe von 200 Metern zurücklegen. Das bedeutet eine potenzielle Gefahr durch moderne Windenergieanlagen dieser Höhe.“ Mit Stellungnahmen hat sich der Kranichschutz an allen großen Windenergieprojekten beteiligt, doch allzu oft seien die Ergebnisse bei der Abwägung nicht berücksichtigt worden.

Wer in der Region Kraniche beobachten möchte, verbindet das am besten mit einem Besuch des Kranichzentrums in Groß Mohrdorf. Weitere Möglichkeiten, den spektakulären Einflug der Kraniche am Schlafplatz zu beobachten, gibt es beispielsweise auch in der Udarser Wiek auf Rügen, wo es eine spezielle Plattform gibt und ein Ranger die Gäste betreut. Auch in Tankow hat man gute Chancen, aus dem dortigen Beobachtungshäuschen einen guten Blick auf die Tiere am Schlafplatz zu werfen.

Spätestens im November ziehen die grauen Vögel weiter in den Süden. Aber der Abschied ist nicht von Dauer. Bereits im Februar und März kehren die Kraniche aus den Überwinterungsgebieten in Frankreich und Spanien zurück und legen nochmals eine Zwischenrast in der Region ein, bevor sie zu ihren Brutgebieten in Skandinavien und Osteuropa weiterziehen.

Anne Friederike Ziebarth

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