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Rügen Kreativ und gern auch jung: Mieter für Glaspalast gesucht
Vorpommern Rügen Kreativ und gern auch jung: Mieter für Glaspalast gesucht
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00:00 02.02.2018
Derzeit ist das Callcenter D+S der einzige Mieter des Objektes am Großen Jasmunder Bodden. Quelle: Foto: Anne Ziebarth

In einen der markantesten Gewerbestandorte der Insel Rügen könnte bald neues Leben einziehen. Im Lietzower „Glaspalast“ am Ufer des großen Jasmunder Boddens sind rund 3000 Quadratmeter Fläche freigeworden, der Eigentümer sucht neue Nutzer – gerne auch aus dem Startup- oder Kreativbereich.

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In Lietzow werden 3000 Quadratmeter Nutzfläche frei

Der nach Angaben der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern (WFG) rund 8000 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Bau hat eine wechselvolle Geschichte. Zunächst sollte in den Achtzigerjahren ein Erholungsheim für russische Seeleute entstehen, der Bau wurde allerdings nie vollendet. Nach einem grundlegenden Umbau zog 2007 das D+S Servicecenter in das Gebäude. „Ursprünglich hatte D+S die Fläche komplett übernommen, durch eine räumliche Verkleinerung des Mieters stehen seit Ende des vergangenen Jahres 3000 Quadratmeter für neue Nutzer zur Verfügung“, erzählt der Geschäftsführende Gesellschafter des Eigentümers, Thorsten Krauß.

Das Unternehmen D+S beschäftigt am Standort Lietzow rund 250 Mitarbeiter, vor zehn Jahren waren es noch fast doppelt so viel. „Der Arbeitsmarkt auf der Insel Rügen ist herausfordernd“, erklärt der D+S Standortleiter Tom Gubka. „Wir haben einfach nicht genügend Bewerber für die Stellen.“

Thorsten Krauß hatte sich Ende des letzten Jahres an Rolf Kammann von der WFG gewandt, um das Gebäude zu vermarkten. Schnell kam man jedoch überein, für den Standort anspruchsvolle Entwicklungsperspektiven zu entwickeln und weitere Experten zur Ideenfindung ins Boot zu holen.

So trafen sich in der vergangenen Woche 15 regionale Unternehmens-, Hochschul- und Initiativenvertreter im Lietzower Glaspalast, um erste Vorschläge für mögliche Nutzungsformen zu sammeln. Die geladene Gästeschar war bunt gemischt. Neben Mitgliedern der Wirtschaftsakademie Greifswald, der Universität Greifswald und des Kreiskulturrates Vorpommern-Rügen zählten auch die Galeristin Susanne Burmester sowie der Vorsitzende des Vereins IT-Lagune Mario Gleichmann zu den Gästen.

In einer intensiven Diskussion wurden zahlreiche Möglichkeiten und Vorschläge diskutiert. Platz stünde zum Beispiel für Start up’s, Gründer, Kreative, aber auch für Kunst, Kultur oder Bildung ausreichend zur Verfügung.

Eigentümer Thorsten Krauß meinte hierzu: „Unser Gebäude in Lietzow ist etwas Besonderes und bietet auch besondere Möglichkeiten. Ich bin gespannt, welche Ideen und Vorschläge aus der Region heraus gestaltet werden und bin für kreative Ansätze offen.“ Dabei seien auch räumlich die unterschiedlichsten Modelle vorstellbar, von kleineren Parzellen bis zur großen Fläche. „Im Untergeschoss haben wir zum Beispiel eine Deckenhöhe von 4,50 Metern“, beschreibt Krauß. „Vielleicht ist das ja etwas für eine Kochschule oder die Vermarktung von regionalen Produkten. Wir sind da völlig flexibel.“

Rolf Kammann von der WFG Vorpommern ergänzt: „Das ist ein tolles Angebot vom Eigentümer. Normalerweise geht es immer um schnelle Nachnutzungen. Hier haben wir die Möglichkeit, nachhaltige und regional getragene Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Diese Chance gilt es zu nutzen.“

Eine zweite Runde mit noch größerer Beteiligung solle folgen, um interessierte Nutzer und Betreiber zusammenzubringen und gemeinsam weiter nach einer geeigneten und kreativen Gesamtnutzung zu suchen, die einen bestmöglichen Nutzen für die Region schafft.

„Wenn die Idee nicht funktioniert und die Menschen auf der Insel Rügen so ein Projekt nicht wollen, müssen wir umdenken“, so Thomas Krauß. „Aber ich will nicht von vornherein sagen, wir bauen Appartements. Das wäre theoretisch möglich, aber wir möchten erst einige Jahre abwarten. Ich glaube an den Standort.“

Am Rande kann Krauß auch mit einem hartnäckigen Mythos des Glaspalastes aufräumen. „Es gibt kein Schwimmbad im Haus“, erzählt er. „Vielleicht hängt das Gerücht damit zusammen, dass kaum jemand außer den Mitarbeitern das Haus je von innen gesehen hat“, mutmaßt er. Doch auch das solle sich jetzt ändern. „Wir wollen das Gebäude öffnen und einen Strandzugang ermöglichen“, so Krauß. „Auch eine Integration der Surfschule ist vorstellbar.“

Wer Interesse an einer Nutzung hat, wendet sich bitte an Karl Kuba von der WFG ☎ 03834/550606 oder kuba@invest-in-vorpommern.de. Weitere Informationen zum Objekt finden sich unter www.businesscenter-ruegen.com  

Lietzower Glaspalast

Mit dem Bau des heutigen Glaspalastes am Ufer des Großen Jasmunder Boddens wurde 1986 oder 1987 begonnen. Es sollte sowjetischen Seeleuten als Erholungsheim dienen. Die Bauarbeiten wurden eingestellt.

Im Jahr 2005 wurden Hotelpläne eines Berliner Autohändlers bekannt: Aus dem Bauwerk sollte ein Wellnesshotel werden.

2007 mietete das D+S Servicecenter die Fläche vom Eigentümer, der Undkrauss Gruppe an. Zunächst wurde die Gesamtfläche genutzt, im vergangenen Jahr reduzierte das Unternehmen seinen Raum auf 5000 Quadratmeter. Jetzt werden neue Mieter für die Restfläche gesucht.

Anne Ziebarth

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