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Rügen Kündigung passé: Gärten und Garagen am Wedding bleiben
Vorpommern Rügen Kündigung passé: Gärten und Garagen am Wedding bleiben
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09:25 27.09.2018
Manuela Maaß, Karin Reichardt, Petra Lorenz haben - ihre Nachbarn - die Pläne zur Umgestaltung des Innenhofs am Sassnitzer Wedding kritisch gesehen. Jetzt steht fest: Sie dürfen ihre Gärten weiter nutzen. Quelle: Maik Trettin
Sassnitz

Grund zu lächeln gab es für Petra Lorenz auf den vergangenen Stadtvertretersitzungen eher selten. Auf der vergangenen hat die Sassnitzerin wie viele ihrer Nachbarn übers ganze Gesicht gestrahlt. Über ein Jahr lang haben sie um ihre Hausgärten gebangt. Jetzt haben die Kommunalpolitiker festgelegt: Der Wedding bleibt grün. Sie haben die Stadtverwaltung beauftragt, mit den Nutzern der Kleingärten und Garagen neue Pachtverträge abzuschließen. Die sollen dann von Jahresbeginn an gelten.Bei den Mietern am Wedding sorgt das für Erleichterung. „Wir sind hier alle happy“, beschreibt Petra Lorenz die Situation in dem Sassnitzer Viertel. Ursprünglich sollten die Mieter die Garagen und die Gärten bis spätestens zum 31.<TH>Dezember dieses Jahres räumen. Sie alle hatten von der städtischen Wohnungsgesellschaft (WoGeSa) beziehungsweise der Kommune selbst die Kündigungen für die Parzellen, Lauben und Garagen bekommen. Kommune und Wohnungsgesellschaft wollten das Parkplatzproblem lösen und dazu das Areal auf dem Innenhof, das sich beide teilen, neu gestalten. Während viele Garagenbesitzer das WoGeSa-Land räumten, regte sich vor allem bei den Besitzern der Gärten auf den städtischen Flächen Protest (die OZ berichtete). Es gab eine kleine Demonstration während der Hafentage im vergangenen Jahr, eine Bürgerinitiative formierte sich und forderte den Erhalt der Hausgärten, die von den jeweiligen Mietern vermutlich schon seit 1928 zur Eigenversorgung mit Obst und Gemüse genutzt wurden.

Pächter hätten Garagen und Gärten zum Jahresende aufgeben müssen

Stattdessen waren dort öffentliche Grünanlagen, Park- und Wäscheplätze vorgesehen. Diese Idee wird vermutlich nur zum Teil umgesetzt: Die Garagen auf dem WoGeSa-Gelände werden verschwinden. Stattdessen sollen dort neue Stellflächen für die Autos der Mieter angelegt und ein Trockenplatz errichtet werden. Auf dem städtischen Teil des Innenhofs dürfte alles wie gehabt bleiben.„Warum wollen wir etwas errichten, was die Bürger gar nicht haben wollen?“, fragte Norbert Benedict in der Stadtvertretung. Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten hatte einen Antrag eingebracht, wonach die Stadt neue Pachtverträge mit den Nutzern der Gärten und Garagen abschließen soll. Die Zeit drängt, mahnte Benedict. „Die Leute müssten jetzt eigentlich das Gelände verlassen.“ Einen Bürgerpark den die Bürger nicht wollen – das ist auch aus Sicht von Stadtvertreterin Dorothea Holtz (Die Linke) Unsinn. Die Stadtvertretung sei beim ursprünglichen Beschluss, der Grundlage für die Kündigungen war, überrumpelt worden, kritisierte sie. Nach dem jetzt einstimmig beschlossenen Antrag, neue Verträge abzuschließen, könne man ohne Zeitdruck über die Zukunft des Gebietes entscheiden, so Stefan Grunau (CDU).

WoGeSa bleibt bei ihren Plänen zur Umgestaltung des Innenhofs

Worüber noch befunden werden soll, ist vielen allerdings ein Rätsel. Laut aktuellem Beschluss bleiben die Gärten und Garagen bestehen. Trotzdem will sich der Bauausschuss auf seiner Sitzung am Dienstag mit der Gestaltung des Areals befassen. Das macht die Bewohner des „Grünen Weddings“ misstrauisch. Zur Debatte könnte höchstens noch die Zukunft des WoGeSa-Innenhofs stehen. Deren Geschäftsführer Siegfried Adelsberger war bis gestern noch davon ausgegangen, dass über die Pläne für die gesamte Fläche gesprochen werden soll. Von der veränderten Situation nach dem Stadtvertreterbeschluss wusste er noch nichts. „Wir werden an unseren Plänen festhalten und auf unserem Areal Stellplätze für die Autos unserer Mieter schaffen“, kündigte er an. Auch ein Wäscheplatz soll entstehen. Das sei auch realisierbar, ohne die städtischen Flächen umzugestalten.

Maik Trettin

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