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Kulinarische Erlebnisse und nachdenkliche Momente beim Schulpartnertreffen

Gingst/Sztutowo Kulinarische Erlebnisse und nachdenkliche Momente beim Schulpartnertreffen

Jugendliche aus Gingst und dem polnischen Sztutowo setzen Projekt des Kennenlernens fort

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Kochprojekt an der polnischen Küste: Schüler aus Gingst und Sztutowo stellen die typischen Teigtaschen namens Piroggen her.

Quelle: Martina Zabel

Gingst/Sztutowo. „Kochen an der Küste“ nannten die Schulen in Gingst und Sztutowo ihre Projektwoche, die in diesem Jahr 40 Schüler beider Seiten an der polnischen Ostsee zusammenführte. Damit trafen sie den Nerv der Jungen und Mädchen, die den deutsch-polnischen Austausch aktiv fortsetzten. „Unsere Idee von Workshops in gemischten Teams ging wieder einmal auf“, sagt die Deutschlehrerin Magda Czarnogorska, die von polnischer Seite aus die Fäden seit Beginn der Partnerschaft beider Schulen im Mai 2009 in der Hand hält.

Die Mensa des Gymnasiums in dem 3000-Seelen-Ort verwandelte sich an einem der Nachmittage in eine laute Großküche. Vier Teams bereiteten mit Kochanleitungen in beiden Landessprachen eine typisch polnische Delikatesse vor. Piroggen, die leckeren mit Sauerkraut gefüllten Teigtaschen, sollten innerhalb weniger Minuten entstehen und zum Kochen im heißen Wasser vorbereitet werden. Dazu mussten alle Gruppen erst einmal die unterschiedlichen Zutaten und Hinweise übersetzen und mit den Partnern abstimmen. „Die Schüler kamen sehr schnell klar miteinander“, fasst Lehrerin Martina Zabel die Runde zusammen, in der alle ganz locker mit Sprachbarrieren umgingen, indem kurzerhand Englisch miteinander gesprochen wurde. „Die Ergebnisse“, so ihr Resümee, „konnten sich natürlich sehen und essen lassen.“

An den weiteren Tagen bereiteten die Schüler Pizza vor, fertigten Salate und Snacks an oder testeten in Danzig die typischen Kohlrouladen. Sie besuchten ein uraltes Bauernhaus, in dem sie Marzipan herstellten, Geschichten von Schnapsbrennern und Käseproduzenten hörten und sich eine polnische Wurst über dem offenen Feuer braten konnten. Das von allen Polenbesuchern gelobte Eis probierten die Jugendlichen in einer traditionellen Eisdiele oder im Ostseebad Sopot. Auch das Wissensquiz in zwei Sprachen lösten die Teilnehmer und lernten dabei mehr über gesunde Ernährung und passende Bewegung.

Zum Austausch der 13- bis 15-Jährigen gehört immer auch der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers in Stutthof. In einer einstündigen Führung erfuhren die 22 jungen Deutschen mehr von dem Aufbau des ersten Lagers auf polnischem Boden, dem Leben zwischen Zwangsarbeit und Barackendasein und den grausamen Vernichtungsmethoden der SS-Männer. Über 110000 Menschen wurden hier zwischen 1939 und 1945 einquartiert, ausgebeutet und größtenteils ums Leben gebracht. Modelle, Zeitzeugenberichte und die erhalten gebliebenen, sehr bewegend eingerichteten Baracken wirkten stark auf die Schüler, die sich in anschließenden Workshops mit dem Gesehenen und Gehörten auseinandersetzten. Thorulf Becker, Chef der Medienwerkstatt an der Gingster Schule, war beeindruckt: „Die Schüler haben sich intensiv ausgetauscht und auf die anschließenden Präsentationen vorbereitet.“ Dabei setzten sie sich auch mit der Frage auseinander, ob und wie man an diesen Teil der Geschichte erinnern sollte.

Im nächsten Jahr wollen sich die Teilnehmer mit sportlichen Themen auseinandersetzen, im Fuß- und Handball messen und den Westen der Insel Rügen per Rad, Kanu oder auf dem Pferderücken erkunden. Die Fortschreibung der Projektpartnerschaft wird möglich, da sich das Deutsch-Polnische Jugendwerk mit Fördergeldern und Anregungen für die Ausgestaltung der Vorhaben sehr stark engagiert.

André Farin

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