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Alter Charme und neuer Glanz unterm Zuckerhut

Göhren Alter Charme und neuer Glanz unterm Zuckerhut

Göhren: Der Förderverein der Mönchguter Museen hat mit Hilfe von Spenden im denkmalgeschützten Rookhus die Ausstellung überarbeitet und den Holzschutz erneuert

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Das Roookhus mit seinem Zuckerhut zählt zu den ältesten und architektonisch einzigartigen Gebäuden Rügens.

Quelle: Mönchguter Museen

Göhren. Es ist geschafft: Das Rookhus in Göhren ist wieder bestens gerüstet für interessierte Besucher. Der Förderverein der Mönchguter Museen hat die Ausstellung im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes komplett überarbeitet. Diese stammte noch aus dem Jahre 1977, in dem das 1720 errichtete Haus als Museum eröffnet wurde.

OZ-Bild

Göhren: Der Förderverein der Mönchguter Museen hat mit Hilfe von Spenden im denkmalgeschützten Rookhus die Ausstellung überarbeitet und den Holzschutz erneuert

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Zwei Jahre lang hatte der Förderverein der Mönchguter Museen das Projekt vorangeschoben und Spenden dafür gesammelt. Diese sind von den Vereinsmitgliedern, der Sparkasse Vorpommern, der Rügenschen Bäderbahn und dem Göhrener Waldhotel gekommen, informiert Vereinsvorsitzende Petra Wolter. Besonders wichtig war die Überarbeitung der Ausstellungsdokumentation. 32 großformatige Text- und Bildtafeln sind mit Unterstützung vom Druckhof Gampe in Bergen neu gestaltet worden. Viele Wochen überarbeiteten Vereinsmitglieder die Texte, durchsuchten historisches Material und sortierten Fotos.

„Außerdem konnte der Holzschutz des Gebäudes erneuert werden. Dies war wichtig, um die historische Bausubstanz des Hauses auch weiterhin zu erhalten“, so Wolter. „Dat Rookhus“ stellt eine große architektonische Seltenheit in ganz Norddeutschland dar. Denn das kleine Fachwerkhaus besitzt keinen Schornstein. Der Rauch des Herdfeuers zog durch das große Dielentor und die kleine Öffnung am Dachfirst ab. Das Rauchhaus zählt zu den ältesten Gebäuden der Insel. In dem kleinen Haus lebten Kleinbauern, Tagelöhner und Fischer mit ihren Arbeitsgeräten und ihrem Vieh auf engstem Raum unter einem Dach. Gekocht wurde im offenen Feuer.

Über die Geschichte des Hauses können sich die Gäste nun intensiv informieren. Das tat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Rügen-Besuch in der vergangenen Woche. „Das ist ein sehr spannendes Haus hier“, befand sie bei ihrem Rundgang und zeigte sich beeindruckt von den vielen „Gerätschaften“, die einst Museumsgründerin Ruth Bahls (1909-1994) zusammengetragen hatte. Beim Blick auf die damaligen Wohn-, Arbeits- und Lebensverhältnisse der ärmeren Bevölkerungsschichten auf Mönchgut sinnierte die Kanzlerin: „Erstaunlich, wie einfach die Menschen früher gelebt haben. Heute haben sie viel mehr und scheinen trotzdem nicht zufriedener.“

In der Ausstellungsdokumentation finden die Besucher auch Informationen zu den Themen „Zuckerhüte“ auf Rügen, wie die Häuser mit dem hohen, spitz zulaufenden Rohrdach auch im Volksmund genannt werden sowie Geschichtliches zu Brunnen und Zäunen, die landwirtschaftlichen Verhältnisse und die Leibeigenschaft auf Mönchgut sowie den Bootsbau und die Fischerei. Ein echter Hingucker der Ausstellung:

eine originale Reuse im Kleinformat. Das Reusenmodel bekam von Vereinsmitgliedern eine neue Vitrine und wurde wieder originalgetreu aufgebaut.

Das zu den Mönchguter Museen gehörende Rookhus in der Thiessower Straße 7 wird seit zwei Jahren vom Förderverein der Mönchguter Museen betreut. Die Vereinsmitglieder kümmern sich ehrenamtlich um das Grundstück und öffnen das Haus einmal wöchentlich für Gäste. Und diese kommen zahlreich. „Die Menschen sind sehr interessiert an der Geschichte“, hat Petra Wolter eine „Zurück-zu- den-Wurzeln-Besinnung“ festgestellt.

Damit das kulturhistorische Erbe der Region für künftige Generationen nicht verloren geht und bewahrt wird, dafür setzt sich der Förderverein seit nunmehr 25 Jahren ein. Sein nächstes Projekt nehmen die Mitglieder jetzt in Angriff. „Wir werden an der Fortführung der Mönchguter Familienchroniken arbeiten“, informiert Petra Wolter schließlich.

Öffnungszeiten

Museumsbesuchern steht das Rookhus noch bis 26. Oktober mittwochs von 14 Uhr bis 17 Uhr offen. Zudem werden bis 29. September donnerstags um 15 Uhr für angemeldete Besucher Führungen angeboten. Am „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ hat das Rookhus von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Gerit Herold

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