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Auf dem Kurplatz soll es rund gehen

Sassnitz Auf dem Kurplatz soll es rund gehen

Ellipsen statt Rechteck — Stadtplanerin legt erste Entwürfe für die Gestaltung des markanten Platzes in Sassnitz vor

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Die futuristische Konstruktion der Kurmuschel des Rügener Schalenbaumeisters Ulrich Müther spiegelt sich in einer riesigen Pfütze auf dem Kurplatz in Sassnitz.

Quelle: Udo Burwitz

Sassnitz. Der Kurplatz in Sassnitz soll seine Ecken und Kanten verlieren. Auf dem Areal unterhalb der Altstadt soll es in Zukunft rund gehen. Als „runde Sache“

OZ-Bild

Ellipsen statt Rechteck — Stadtplanerin legt erste Entwürfe für die Gestaltung des markanten Platzes in Sassnitz vor

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präsentiert Stadtplanerin Erika Streubel neue Ideen für das Gelände. Sie legte dem Bauausschuss erste Entwürfe zur künftigen Gestaltung vor.

„Neu ist das Vorhaben der Sanierung des Platzes samt dem Kurmuschel-Ensemble nicht“, erinnerte Erika Streubel, dass die Stadt die Neugestaltung des Platzes mit der futuristischen Konstruktion der Kurmuschel, die der renommierte, 2007 verstorbene Rügener Schalenbaumeister Ulrich Müther aus Binz schuf, schon lange auf die Prioritätenliste des Altstadt-Sanierungsprogramms gesetzt hat. Sowohl das Entwicklungskonzept sei vor Jahren schon fix und fertig gewesen. Auch die Finanzierung habe gestanden. „Leider kam die teure Sanierung der Stützmauer am Altstadthang am Kurplatz dazwischen. Für Platz und Kurmuschel war dann kein Geld mehr da.“ Jetzt, so Streubel, sehe es in punkto Finanzen wieder besser aus. „Der Platz kann mit Geld aus dem Topf der Städtebauförderung auf Vordermann gebracht werden.“

„Wir sollten bei der Platzgestaltung die Formensprache der Kurmuschel aufnehmen“, schlug Erika Streubel vor und präsentierte dem Bauauschuss die Entwurfsskizzen für zwei Vorschläge. Danach soll das zurzeit gepflasterte Rechteck aus Betonplatten durch zwei ineinander übergehende Ellipsen ersetzt werden. „Der vorhandene Belag sieht nicht einladend aus“, umschrieb die Stadtplanerin den maroden Zustand der Betonplatten, zwischen denen das Unkraut sprießt. Zudem hat es sich stellenweise abgesenkt. Bei Regen bilden sich riesige Pfützen auf der Fläche. Für die geplanten Ellipsen, von denen die kleinere vor der Kurmuschel etwa 30 Zentimeter tiefer liegt als die große, die sie einschließt, schlug Streubel „vorzugsweise ein kleinteiliges Pflaster“ vor. „Sollte das Geld dafür nicht reichen, wäre auch eine wassergebundene Decke denkbar.“ Der Höhenunterschied zwischen beiden Ellipsen soll über niedrige Treppen und in der Mitte über eine schiefe Ebene für einen barrierefreien Zugang überwunden werden. Für diese große Variante müsste auch der aktuelle Weg, der den Kurplatz in Richtung Klein Helgoland quert, in Richtung Altstadt-Hangmauer verlegt werden. Bei einer abgespeckten Variante, die das Anlegen nur einer Ellipse — die Stadtplanerin bezeichnete diesen Vorschlag als „Sparvariante“ — auf dem Kurplatz vorsieht, wäre dies nicht notwendig.

Auch die Pergola, die aktuell im rechten Winkel links und rechts die Kurmuschel säumt, soll nach den von der Stadtplanerin vorgelegten Entwürfen künftig in schwungvollem Bogen abgerundet werden.

„Jetzt lässt die Pergola den Platz auseinanderfallen“, begründete Erika Streubel. Die Pergola, die ursprünglich nach 1926 errichtet wurde, habe sich mit ihrer Holzkonstruktion in der Vergangenheit „leider nicht als sehr haltbar erwiesen“, erinnerte sie daran, dass deren Holzbalken erst in den 1990er Jahren innerhalb des Städtebau-Förderprogramms komplett erneuert und Pfeiler instandgesetzt worden waren. „Heute ist die Pergola bereits wieder komplett marode, fehlen ganze Teilstücke der Holzkonstruktion und sind Stücke aus dem Mauerwerk der Pfeiler herausgebrochen.“

Deshalb schlagen die Planer vor, das Bauwerk aus Stein und Holz durch eins aus Stahl zu ersetzen. Um die Pergola soll außen in Zukunft ein drei Meter breiter Weg herum führen, der sich der geschwungenen Form anpasst. Am Eingang des Platzes ist ein neues WC geplant. „Die Gestaltungsform ist übrigens nicht neu. Der Platz war früher schon geschwungen und mit barocken Elementen gestaltet“, stufte Erika Streubel das Areal als ein sehr wichtiges ein. „Denn der Kurplatz bildet das Ende der gestalteten Promenade und den Übergang zur Landschaft.“ Den Sassnitzern ist wichtig, dass der Platz wieder so hergerichtet wird, damit er als das genutzt werden kann, was er mal war — ein Treffpunkt und Veranstaltungsort.

„Abstufungen auf dem Platz sind Stolperfallen“ warnte Stadtvertreter Steffen Schröers vor Treppen zwischen den beiden Ellipsen. Außerdem sei ihm der Vorschlag „zu schwungvoll“. „Wir verlieren dadurch Fläche auf dem Platz“ ergänzte Claas Buettler und wollte wissen, wie viel Geld überhaupt zur Verfügung steht. Die Kosten für die Vorzugsvariante, wie die Stadtplanerin den Vorschlag mit zwei Ellipsen titelte, seien gedeckt, erwiderte Erika Streubel, ohne konkrete Summen zu nennen. Buettler zeigte sich „überrascht“. „Warum müssen wir alles komplett umstoßen und neu machen? Warum sanieren wir nicht einfach das Vorhandene?“, stellte er für sich die vorgestellten Gestaltungsvorschläge in Frage. „Ich kann die geschwungene Form durchaus nachvollziehen“, hielt Stefan Grunau dagegen. Zudem seien es erste Vorschläge, über die weiter zu diskutieren sei. Die Ansicht teilte die Mehrheit der Mitglieder des Bauauschusses.

Erst seit vergangenem Jahr in der Denkmalliste

1988 wurden die Kurmuschel samt Kurplatz in Sassnitz feierlich eingeweiht. Die Muschel gehört zu den futuristischen Konstruktionen aus Schalenbeton des Binzer Schalen-Baumeisters Ulrich Müther (1934 — 2007).

90 Jahre zuvor hatte der Sassnitzer Gemeinderat beschlossen, eine neue „Musikhalle“ zu bauen, weil die alte nicht mehr den Wünschen der Gäste entsprach. 1905 wurde diese dann auf das einstige „Bieramare“-Grundstück, den jetzigen Standort, umgesetzt. Dort fanden bis zu ihrem Abriss 1983 Konzerte und Kinovorführungen statt.

Den heutigen Kurplatz haben die Sassnitzer dem Kreideunternehmer Malte Küster zu verdanken. Der brauchte einen Abladeplatz am Strand und ließ eine Steinpackung legen, die sich bei Stürmen mit Feuersteinen füllte.

300000 Euro sind allein für die Sanierung des Kurmuschel-Ensembles veranschlagt. Das wird die Wüstenrot-Stiftung übernehmen. Die Kurmuschel ist erst seit 2015 in der Denkmalliste.

Von Udo Burwitz

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