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Ausdrucksstark und bühnenwirksam

Göhren Ausdrucksstark und bühnenwirksam

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell und perfekt die Nordperd-Sporthalle optisch und akustisch zum anspruchsvollen Konzertsaal mutieren kann.

Göhren. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell und perfekt die Nordperd-Sporthalle optisch und akustisch zum anspruchsvollen Konzertsaal mutieren kann. Wenn Festspiele-Intendant Markus Fein von der „Nordperd-Philharmonie“ sprach, dann ist das zwar eine von fröhlicher Begeisterung getragene leichte Übertreibung, aber eben auch eine qualitative Zustandsbeschreibung, die Konzerte wie jenes vom Samstag ermöglichte: Französische Chansons des Kultsängers und -komponisten Jacques Brel (1929 —1987), interpretiert vom gebürtigen Franzosen und Schauspieler-Sänger Dominique Horwitz. Damit setzten die Festspiele MV beim 5. „Festspielfrühling Rügen“ einen Höhepunkt.

Schon deshalb, weil die subtile Formen- und Ausdruckskunst des französischen Chansons sowie die spezifische Art ihrer Interpretation nicht zum täglichen Menü des Musikfreundes zählen. Damit geriet der Abend zum Wallfahrtsort der besonderen Art, denn Horwitz und seine vorzügliche Band waren von beeindruckender künstlerischer Präsenz. Und von einer Authentizität, die seitens Horwitz´ als mimisch, gestisch, sängerisch und sprachlich-deklamatorisch auf der Bühne ausdrucksstark „gelebte“ Darbietung nachhaltig im Gedächtnis bleiben dürfte. Brels Texte erschienen als „komprimierte Dramen“

sehr menschlicher Befindlichkeiten. Horwitz setzte sie (und sich) — wie seinerzeit auch Brel — ganzkörperlich „in Szene“, getragen von einer ungemein differenzierten und prägnanten musikalisch-sprachlichen Diktion, wie sie nur dem französischen Chanson eigen ist. Am Ende hatte man das Gefühl, dass eine solche intensiv ausgelebte Gefühlsemphase zwischen verhauchender Lyrik, plapperndem Parlando, ironisierendem Erzählton, erregter Sinnlichkeit und tragischer Pathetik tatsächlich nur so zum Ausdruck kommen kann. Insofern hatte der punktuell auch vom Fauré-Quartett mitgestaltete Abend vor vollem und begeistertem Hause den wahrlich originären Charakter eines großen musikalischen Erlebnisses.

Von Ekkehard Ochs

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