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Barock-Show zum Geburtstag des Fürsten

Barock-Show zum Geburtstag des Fürsten

Berliner Artistokraten lassen in Putbus Sommerzauber wieder aufleben

Putbus Nach langer Pause gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage des Freilicht-Varietés „Sommerzauber“ mit den Berliner „Artistokraten“. Wir führten ein nicht ganz ernst gemeintes Interview mit dem Leiter der Künstlergruppe, Martin van Bracht, alias „Martin zu Putbus, Neffe des Putbuser Stadtgründers Wilhelm Malte I.“

 

OZ-Bild

Martin van Bracht, Leiter der Künstlergruppe „Die Artistokraten“, am Denkmal des sterbenden Galliers vor der Orangerie in Putbus.

Quelle: Maik Trettin

Vor zehn Jahren haben Sie das Rügener Publikum zum ersten Mal auf dem Hof der Orangerie „verzaubert“. Pünktlich zum 233. Geburtstag des Fürsten sind Sie wieder zurück. Wo waren Sie so lange?

Martin van Bracht: Ach, Sie wissen ja: Ich gelte als das schwarze Schaf der Familie. Spätestens seit ich mich diesen herumreisenden Künstlern angeschlossen habe. Mit denen bin ich durch die Welt gereist und habe andere Völker und Königshäuser besucht.

Wo hat es Sie und das fahrende Volk der „Artistokraten“ denn überall hin verschlagen?

van Bracht: Unter anderem nach Asien. Das Goethe-Institut hat uns sozusagen als fürstliche Kulturbotschafter nach Saudi-Arabien geschickt. Wir sind auf dem Jenadriya-Festival vor rund 40000 Menschen aufgetreten.

In Ihren fürstlichen Kleidern?

van Bracht: Selbstverständlich! Die waren sehr an unseren Darbietungen interessiert. Um neben der regionalen Kultur auch die anderer Völker kennenzulernen, gibt es bei diesem Festival jährlich ein anderes Gastland, dessen Vertreter eingeladen werden. Das kam mir natürlich auf der Suche nach einer standesgemäßen Frau sehr entgegen.

Und? Haben Sie eine gefunden?

van Bracht: (Seufzt) Leider nein, das war für so etwas nicht der richtige Ort. Wir wurden dort ebenso streng bewacht wie die einheimischen Frauen. Unsere weiblichen Künstlerinnen durften wir gar nicht erst mitbringen. Aber wir haben dafür eine Audienz bei einem richtigen Prinzen bekommen! Und mit Marie Martinez hat sich uns die spanische Infantin angeschlossen.

Sie sind beim europäischen Adel nicht abgeblitzt?

van Bracht: Aber nein! Man hat uns im Schloss Schwerin, im Stadtschloss Koblenz und in Sanssouci empfangen. Dann sind wir im Herzen Preußens, in Berlin, sesshaft geworden und haben mit dem Tafelsilber aus Putbus zum Dinner-Varieté geladen.

Wie hat Sie denn die Familie im heimischen Putbus empfangen?

van Bracht: Herzlich natürlich! Schließlich gibt es ja einen wunderbaren Anlass: den Geburtstag des Fürsten am 1. August. Das wollen wir mit ihm, seinen Untertanen und den Gästen der Insel feiern. Auf dem Hof an der Orangerie geben wir drei Tage lang Kostproben unseres Könnens: Trapezkunst, Jonglage, Musik, Komödie, Hula Hoop – mit einem opulenten Programm wollen wir dem Onkel huldigen.

Ob der erfreut sein wird, wenn Sie in regennassen Barockkostümen unter freiem Himmel turnen . . .

van Bracht: Ach was, bei schlechtem Wetter ziehen wir in Wilhelm Maltes alten Marstall. Sein dort tätiger Leibkoch wird uns und die Gäste an allen drei Festtagen bewirten.

Im Schloss kann ja leider nicht mehr getafelt und gefeiert werden . . .

van Bracht: Noch nicht. Ich würde Onkels Schloss ja gern wieder aufbauen und selbst mit einziehen. Vielleicht fangen wir klein an, mit einem Zimmerchen, das wir ihm heimelig herrichten? Darüber müssen wir mit den Baumeistern der Gegend noch sprechen. Wenn wir nächstes Jahr zum Fürsten-Geburtstag wiederkommen, würden wir gern zu den Putbuser Schlossfestspielen auf die Wiese beim ehemaligen Schloss umziehen und letzteres wieder irgendwie sichtbar machen, etwa als übergroße Fotografie oder mit einer Laser-Installation. Dafür suchen wir bis dahin noch einen Mäzen im Bürgertum.

Veranstaltungsreihe feierte 2006 auf Rügen Premiere

3 Tage lang wird auf dem Hof an der Orangerie akrobatische Kunst in barocken Fantasie-Kostümen präsentiert. „Show Baroque“ nennt sich das Programm der „Artistokraten“, einer Gruppe von Akrobaten und anderen Künstlern rund um deren Leiter Martin van Bracht. Außer ihm werden Henrik Lüderwaldt (Jonglage, Musik, Comedy), Thomas Dürrfeld und Marie Seeger (Jonglage und Tanz), die Hula-Hoop- und Luftartistin Kathrin Mlynek, der Akrobat Felix Ahlert sowie die Trapezkünstlerin Marie Martinez auf der Bühne neben der Orangerie stehen.

10 Jahre ist es her, dass der „Sommerzauber“ auf Rügen seine Premiere feierte. Aus der Absicht, daraus eine dauerhafte Veranstaltungsreihe in der Hauptsaison in Putbus zu etablieren, wurde leider nichts. Jetzt unternehmen „Die Artistokraten“ einen neuen Anlauf und den Geburtstag des Putbuser Stadtgründers Wilhelm Malte I. am 1. August 1783 zum Anlass.

Vorstellungen finden am 2., 3. und 4. August jeweils von 19.30 bis 22 Uhr auf der Freilichtbühne neben der Orangerie, bei Regen im Marstall, statt. Karten kosten 14 und an der Abendkasse 15 Euro. Vorverkauf unter tickets@papagena.de oder ☎ 030/47997436

Interview von Maik Trettin

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