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Rügen Bibliothek wird im Sommer umgebaut
Vorpommern Rügen Bibliothek wird im Sommer umgebaut
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00:00 16.06.2016
„Hier wird künftig die Fachliteratur ihren Platz finden“, sagt Frank Biederstaedt (Mitte). Der Leiter der Sassnitzer Stadtbibliothek erläutert Mitgliedern des Kulturausschusses die Umbaupläne, die im Sommer im Reich der Bücherfreunde umgesetzt werden sollen. Quelle: Udo Burwitz

Bücherfreunde in Sassnitz, die sich mit der passenden Lektüre in der Stadtbibliothek eindecken, müssen sich im Sommer bevorraten. Denn in der Ferienzeit wird das kommunale Reich für Bücherfreunde im alten Postgebäude gleich neben dem Rathaus an der Hauptstraße für zwei Wochen geschlossen bleiben. Dann ist Regale-Rücken angesagt. Die Stadtbibliothek wird umgebaut.

Wir haben für den Umbau bereits jedes Buch in die Hand genommen.“Bibliotheksleiter Frank Biederstaedt

Das Sassnitzer Reich für Bücherfreunde

600 bis 700 Mal suchen Sassnitzer und Jasmunder, aber auch Urlauber, im Monat die Stadtbibliothek in Sassnitz auf, um sich spannende Lektüre oder DVD’s auszuleihen.

35 Stunden in der Woche ist die Bibliothek in Rügens Hafenstadt geöffnet. Sie führt aktuell knapp 15000 Medieneinheiten in ihrem Bestand – Bücher, Zeitschriften und DVD’s.

„Wir haben für den Umbau bereits jedes Buch in die Hand genommen“, kann Bibliotheksleiter Frank Biederstaedt den Mitgliedern des Kulturausschusses der Stadt mitteilen. Die informierten sich am Dienstag vor Ort über die Umbaupläne. Dabei standen die Kommunalpolitiker zwischen alten Holzregalen, die sich zum einen dicht an dicht in den Bibliotheksräumen drängen und an denen teilweise sogar noch die Aufkleber „Eigentum des Volkes“ aus DDR-Zeiten prangen.

„Viele Leser, die sich hier ihre Bücher ausleihen, finden die Aufkleber toll, weil sie Erinnerungen wecken“, sagte Frank Biederstaedt. Wenn auch versteckt, umriss er damit aber zugleich ein Problem der Einrichtung in kommunaler Hand. Das Gros der Bibliotheksnutzer ist in einem Alter von 60plus. „Es sind vor allem RenterInnen aus Sassnitz und den umliegenden Orten auf Jasmund“, so Frank Biederstaedt. Einen Zulauf an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verzeichnet er kaum. „Die Bibliothek ist für den Nachwuchs – unsere Leser von Morgen – einfach nicht einladend. Genau deshalb wollen wir sie attraktiver gestalten.“

Erweitert wird die Bibliothek nicht. Der vorhandene Platz soll allerdings einladender gestaltet werden. „Und dafür haben wir schon Platz geschaffen“, griff Frank Biederstaedt demonstrativ zu einem Buch. „Wir haben aussortiert.“ Und dafür haben er und Xenia Meischner in den zurückliegenden Monaten jedes Exemplar des Bestandes in die Hand genommen. Das Gewicht addiert, das dabei durch ihre Hände gegangen ist, ergibt Tonnen. Denn das Duo griff immerhin zu rund 20000 Medieneinheiten. „Heute sind es nicht einmal mehr 15 000 Einheiten“, räumt Biederstaedt ein, dass dieses Aussortieren „mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als erwartet“. Denn das Umbaukonzept haben er und Xenia Meischner bereits vor etwa zwei Jahren zu Papier gebracht. Aussortiert wurden die „Ladenhüter“. Dazu zählt Frank Biederstaedt unter anderem Trivialliteratur, aber auch Klassiker. „Nach einem Goethe- Werk wird heute – leider – nur noch alle zehn Jahre mal nachgefragt“, sagt er. Der Goethe wird aber nicht ausrangiert. „Die Klassiker lagern wir in unserem Magazin.“ Andere, aussortierte Bände landen auf einem „Selbstbedienungstisch“ im Vorflur, an dem sich Bücherfreunde kostenfrei bedienen können.

Mit dem Aussortieren hat das Bibliotheks-Duo schon mal die Voraussetzungen für mehr Übersichtlichkeit geschaffen. Die soll jetzt einen attraktiven Rahmen bekommen. „Dafür werden Regale gerückt“, skizzierte Frank Biederstaedt den Ausschussmitgliedern das Umbaukonzept. Dort, wo die Leser jetzt die Belletristik finden, wird künftig das Reich für Kinder sein. „Für die Kinderbibliothek haben wir bereits einige, neue Regale angeschafft“, zählt Biederstaedt zu den Neuanschaffungen auch Computertische für die drei PC-Arbeitsplätze, die Bibliotheksbesucher nutzen können. Ein kompletter Austausch aller alter Regale gegen neue sei aber zu kostspielig, den könne sich die Stadt nicht leisten, räumte er ein. Der laufende Meter Fachbibliotheksregal koste rund 600 Euro. „Wir hätten 20 bis 30 laufende Meter gebraucht.“

Die Belletristik soll vom Eingangsbereich in den großen Raum dahinter ziehen. „Da wird auch eine Jugendbibliothek mit Sitzecke eingerichtet werden“, erläuterte Frank Biederstaedt. Die Computerarbeitsplätze werden ebenfalls neu platziert. „So, dass nicht jeder auf den Bildschirm schauen kann und Privatsphäre gesichert ist“, rückte der Bibliotheksleiter den vorhandenen Tisch mit seinen Stühlen mitten im Raum vor dem geistigen Auge schon mal zur Seite: „Hier kommt eine Leselounge, ausgestattet mit Ohrensesseln hin.“

Norbert Benedict quittierte diese Ankündigung mit einem Lächeln: „Wann kann ich Platz nehmen?“, wollte der Ausschussvorsitzende wissen. Der Umbau soll im August vorgenommen werden, entgegnete Frank Biederstaedt. „Wir peilen die letzten beiden Wochen in dem Monat an. In dieser Zeit wird die Bibliothek geschlossen bleiben.“

Udo Burwitz

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