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Binz’ Herz schlägt im Takt des Blues

Binz Binz’ Herz schlägt im Takt des Blues

Ausverkaufte Klubs, voller Kurplatz: Musiker und Fans feiern bis gestern Nacht das 20. Blue Wave Festival

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Für das Konzert kam die Originalbesetzung von 1993 exklusiv wieder zusammen: Eb Davis & The Radio Kings. Fotos (6): Uwe Driest

Binz. Was am Freitag so gar nicht stimmen wollte, kam am Sonnabend umso besser. Während die traditionelle Straßenparade zur Eröffnung des Blue Wave Festivals ins sprichwörtliche Wasser fiel, präsentierte sich das Ostseebad tags darauf wie aus dem Ei gepellt. Das hinter der Bühne auf dem Kurplatz liegende Kreuzfahrtschiff „Europa“ glitzerte in der Sonne und zauberte zusätzlich karibische Traumschiff-Atmosphäre in die Ostsee.

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Ausverkaufte Klubs, voller Kurplatz: Musiker und Fans feiern bis gestern Nacht das 20. Blue Wave Festival

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Preisgekrönt

80 Musiker waren zum 20-jährigen Jubiläum an vier Tagen auf Open Air-Bühnen und in Binzer Clubs und Hotelbars zu erleben.

Das Blue Wave Festival hat bereits vier Mal (2011 bis 2013 und 2015) den German Blues Award in der Kategorie „Bestes Festival“ gewonnen.

Die Top Dog Brass Band, die angesichts des Regens von der Straße unter die Pergola des Kurplatzes geflüchtet war, hat es Heidi Heinrich aus Zittau besonders angetan; namentlich Matthias Peuker, der die am Gürtel getragene Snare-Drum artistisch bearbeitet als gäb's keinen Morgen mehr. Seinen Gesang verstärkt der Band-Leader dabei mittels auf einem Stativ montierten Megaphons. Die Lehrerin, die zu 15 der 20 Binzer Festivals anreiste, bedauert noch immer die Verlegung des Festival-Termins von der Haupt- in die Vorsaison.

Während das Wetter zunächst Wünsche offen ließ, konnte Festivalleiter Micha Maass mit der Resonanz gleichwohl zufrieden sein. Schon das Eröffnungskonzert mit den Jambirds am Donnerstag im Kleinbahnhof Binz war trotz des zeitgleich laufenden Fußballspiels der Deutschen Nationalmannschaft bereits im Vorfeld ausverkauft und anders als auf dem grünen Rasen in Frankreich gewannen dabei Musiker und Publikum gleichermaßen.

Zum 20. Mal schwappte die blaue Welle nach Binz, weswegen sich Festivalleiter Micha Maass einen Rückblick auf vergangenen Zeiten als Motto einfallen ließ. Mit dem diesjährigen Motto begab er sich auf die Spuren der berühmten Blues Brothers, die – wie es der Zufall will – zeitgleich im Theater zu Putbus gastierten.

„Wir folgten der Idee der ’Blues Brothers’ alte Freunde zusammen zu bringen und unternahmen den Versuch, einige Bands in ihrer Urbesetzung exklusiv wieder zu vereinen“, so Maass.

Gleich die erste Band sollte indes das Wetter vergessen machen. Nach den ersten Takten des körperlich und stimmlich überaus präsenten Sängers Memo Gonzalez und seinen Bluescasters legten die ersten Tänzer ihre Schirme vor sich auf dem Boden ab und als Bluewave-Fossil Henry Heggen die Bühne betrat, verzogen sich auch die letzten Wolken. Das mit Heggen sowie Chris Turner und Steve Baker wiedervereinigte und von Gitarrist Brian Barnett begleitete Bluesharp-Trio „Have Mercy Reunion“ spielte auf, dass die Zuhörer nach Atem ragen. Als Henry Heggen die Mundharmonika gegen eine Weinflasche tauschte, der er ebenfalls Töne entlockte, warnte er die Zuhörer: „Machen Sie das nicht zu Hause nach. Wir sind Profis und haben das lange trainiert. Die Flasche muss nämlich leer sein dafür.“

Besonders auf „B.B. & The Blues Shacks“ freute sich in diesem Jahr Carlo Heitmann. „Die Truppe hörte ich schon in meinem Bielefelder Blues-Club ’Extra’, der gerade als bester Blues Club Deutschlands nominiert wurde.“

Auch die abendlichen Veranstaltungen im Lennox (The Chargers), im Hotel am Meer (Peter Crow C. & The Weed Whackers) und mit dem „Niels von der Leyen Trio“, das jeweils die späte Session in der „Villa Salve“ einleitete, waren bis zum letzten Platz gefüllt. Das „Private Palace Rugard Strandhotel“ lud zum „Meet & Greet“ mit Musikern am Morgen des Sonnabend ein, den die Strittmatters musikalisch mit eingängigen Blues- und Rocksongs am Schmachter See eröffneten.

Vor dem Auftritt der Stimulators am Sonnabend kam dann doch noch die eigentlich für die Straßenparade angeschaffte Stoffbahn zum Einsatz. Eine von den Zuhörern getragene 40 Meter lange blaue Welle wogte von der Bühne am Kurplatz bis zum Kurhaus vor der bereits beschriebenen Kulisse von „MS Europa“ und Sonnenuntergang. Die Stimulators dürfen vielleicht als der diesjährige Höhepunkt des Festivals gelten. Die an „Santana“ erinnernde Instrumentierung mit zwei Gitarren, einem Schlagzeuger und zwei Percussionisten sowie Trompete und Bass brachte selbst eine Ü70-Klientel dazu, verschüttete Salsa-Kenntnisse auszugraben. Als Frontmann Peter Schneider dann in die Menge fragte, „mal sehen, wie lange es dauert, bis Ihr das nächste Stück erkennt“, folgte ein begeisterndes Arrangement von Guantanamera, für das allein sich für manchen Besucher der Festival-Besuch gelohnt haben mag. „Stimulators, das ist so, wie eine Cabrio-Fahrt an der Copacabana“, habe das Männermagazin mit dem Hasen-Symbol einmal geschrieben, sagte Schneider. Oder eben an der Strandpromenade von Binz.

Uwe Driest

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