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Buch über Zwangsarbeit in Pommern

Greifswald Buch über Zwangsarbeit in Pommern

400 Seiten stark ist das Gemeinschaftsprojekt, dessen Inhalt einmalig sein soll.

Greifswald. „Das wichtigste ist, dass wir überlebt haben“, schreibt die ehemalige Zwangsarbeiterin Wanda Berg in einem Brief anlässlich der Vorstellung des Buches „Zwangsarbeit in Pommern von 1939 bis 1950“. Es wurde diese Woche im Beisein einer Stettiner Delegation im Greifswalder Rathaus vorgestellt.

Das Besondere an dem zweisprachigen, 400-Seiten-Werk: Auch das Schicksal der Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Gebieten lebten, die nun zu Polen gehörten, wird beleuchtet. „Diese erweiterte Perspektive über 1945 hinaus fehlte bisher in den Veröffentlichungen zu diesem Thema“, schilderte Wlodzimierz Stepinski, Inhaber des Lehrstuhls für Deutschlandstudien an der Universität Stettin. Er führte die Zeitzeugengespräche für das Buch, unter anderem mit Wanda Berg. „In den letzten Jahren habe ich mich immer weniger an diese Zeit erinnert“, schreibt Berg weiter. Ihr Mann, der ebenfalls zur Zwangsarbeit verpflichtete wurde, starb — wie auch viele Bekannte, die dieses Schicksal ebenfalls erlitten. „Gut, dass es dieses Buch gibt. Ich bin stolz, dass ich meine Geschichte erzählen konnte“, sagte die 89-Jährige.

Neben Berichten von Zeitzeugen fasst das Buch Referate zusammen, die während der Deutsch-Polnischen Tagung zum selben Thema im Jahr 2012 in Greifswald gehalten wurden.

Außerdem gibt das Buch einen Überblick über den neuesten Forschungsstand zum Thema. Herausgeber des Buches sind das Kulturamt und das Stadtarchiv Greifswald sowie das Staatsarchiv Stettin. Die Herausgeber verbinden mit der Publikation die Hoffnung, dass es „Anstoß für weitere historische Forschungen und Aktivitäten im Bereich der historisch-politischen Bildung“ sein möge. „Zwangsarbeit in Pommern“ ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen und ist ab sofort im Staatsarchiv Stettin und im hiesigen Stadtarchiv zu haben.

„Zwangsarbeit in Pommern“: ISBN 978-3-9810677-7-4, fünf Euro Schutzgebühr

 



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