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Coole Tuba, heißes Horn: Auf Wittow boomt die Blasmusik

Wiek Coole Tuba, heißes Horn: Auf Wittow boomt die Blasmusik

Beim Heimatfest in Wiek musizieren heute mehr als 100 Bläser gemeinsam / Helmut Linke leitet die Proben der Wieker Blasmusik mit viel Fingerspitzengefühl

Wiek. „Und jetzt die Piraten“, ruft Helmut Linke seinen Musikschülern zu. „Au ja!“, echot es aus vielen Kehlen. 18 Jungen und Mädchen an verschiedenen Blasinstrumenten setzen an und spielen mit Begeisterung eine Filmmusik aus „Fluch der Karibik“. Fröhlich haben die Mitglieder des Nachwuchsorchesters der Wieker Blasmusik den Unterrichtsraum betreten, genauso fröhlich ziehen sie nach 45 Minuten wieder von dannen. „Nachwuchssorgen haben wir nicht“, sagt Helmut Linke stolz.

81 Mitglieder hat die Wieker Blasmusik zurzeit, davon sind 44 unter 18 Jahre alt. Ein echter Wieker bekommt den Kontakt zur Blasmusik spätestens mit der Einschulung. Wann immer etwas los ist in Wiek – Tuba, Trompete und Klarinette sind dabei. „Blasmusik ist hier in Wiek eine richtige Tradition“, erzählt der 59-jährige Orchesterleiter Linke. „Meistens haben die Eltern auch schon im Verein gespielt und schicken dann ihre Kinder zu uns.“ Kein Wunder, dass hier einige Generationen zusammenkommen – die Wieker Blasmusik besteht seit 1958. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, dass in Wiek und Umgebung jedes Kind die Möglichkeit bekommt, ein Instrument zu erlernen. Die monatliche Mitgliedsgebühr beträgt fünf Euro, Instrumente werden für die Anfänger vom Verein gestellt.

„Eine wichtige Basis ist dabei natürlich die Kooperation mit der Wieker Schule. Wir nutzen für den Unterricht Räume unmittelbar neben der Schule und können unseren Verein auch im Musikunterricht vorstellen.“

Linke ist seit 1996 künstlerischer Leiter des Vereins, gibt Unterricht, organisiert Proben und Auftritte und stellt das Repertoire zusammen. Ein Vollzeitjob, sollte man meinen. „Ohne die Unterstützung der Gemeinde Wiek geht es nicht“, betont Linke, der selbst am liebsten Klarinette spielt. „Ich arbeite in der Tourist-Info in Juliusruh. Die Arbeitszeiten sind extra so eingerichtet, dass ich auch noch unterrichten kann.“

Der Unterricht und die Proben finden mehrmals pro Woche statt. Gespielt wird, was gefällt. Nicht nur die Klassiker für Blasorchester – Märsche und Polkas – stehen auf dem Programm, auch Filmmusik steht im Notenbuch. „Wir spielen zum Beispiel auch Musik aus dem Film Transformers“, erzählt Linke. „Anspruchsvolle Märsche sind aber auch dabei, zum Beispiel den Radetzky Marsch oder den Florentiner Marsch von Julius Fucik. Bei den Proben, insbesondere mit den jungen Musikern, geht Linke mit viel Fingerspitzengefühl an die Arbeit. Die Motivation sei entscheidend. „Wichtig ist es für Anfänger, möglichst bald in einem Orchester mitspielen zu können“, sagt Linke. „Das macht einfach mehr Spaß als alleine. Und der Klangeindruck ist natürlich auch ein ganz anderer.“

Auch bei der Musikauswahl geht er auf seine Musiker ein. „Ich merke, wenn sich das Orchester mit einem Stück überhaupt nicht wohl fühlt“, sagt Helmut Linke. „Dann kommt das eben zu den Akten.

Versuchen muss man es natürlich, und etwas Ehrgeiz gehört auch dazu.“

Heute werden beim Heimatfest in Wiek aber nicht nur die Wieker Musikanten zu hören sein, auch ihre „Kollegen“ aus Sassnitz und die Prohner Blasmusiker sind am Start. Mit dazu stoßen auch Gäste aus Polen, so dass insgesamt mehr als 100 Bläser auf dem Schulhof spielen werden. Und wer dirigiert? „Wir wechseln uns ab“, sagt Linke. „Wichtig ist bei einer so großen Anzahl an Musikern, dass das Schlagzeug gut sicht- und hörbar ist. Dann klappt das schon.“

Wer Lust hat, bei den Blasmusikern einzusteigen, ist herzlich eingeladen. „Wenn man im September anfängt, ist das optimal“, sagt Linke. „Dann stehen nämlich bald die Weihnachtslieder auf dem Programm.“ Und deren viele Strophen seien das ideale Training um den „Ansatz“, also die richtige Blasmusiktechnik zu erlernen und die entsprechenden Muskeln zu stärken.

Anne Ziebarth

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