Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Das Deck der „Adolf Reichwein“ ist wieder komplett

Stralsund Das Deck der „Adolf Reichwein“ ist wieder komplett

Mitarbeiter der Werft Rammin aus Barth haben die Planken erneuert / Gestern sind der Achtermast, die Kurleinenwinde und das Toilettenhäuschen wieder montiert worden

Stralsund. Das Deck des Kutters „Adolf Reichwein“ im Hof des Meeresmuseums in Stralsund ist wieder komplett. Gestern wurden der neun Meter lange Achtermast, die Kurleinenwinde und das Toilettenhäuschen von einem Kran an Bord gehoben. Mitarbeiter des Museums hatten die Originalteile in den vergangenen Monaten generalüberholt. Abgenommen worden waren sie allerdings vor alle deswegen, weil das Deck des 17-Meter-Kutters marode war. Michael Mäuslein (54), Kurator für Fischerei am Deutschen Meeresmuseum: „Zuletzt mussten wir es sogar sperren, es durfte nicht mehr betreten werden.“

 

OZ-Bild

Bernd Bruns vom Meeresmuseum hält den Fuß des neun Meter langen Achtermastes, der wenig später vom Kran an Deck des Kutters gehoben wird.

OZ-Bild

3. Februar 1973: Der Kutter „Adolf Reichwein“ wird von vier Lkw vom Hafen zum Katharinenkloster gebracht. Der Transport dauerte insgesamt zwölf Stunden.

Quelle: Museum
OZ-Bild

Das stille Örtchen der „Adolf Reichwein“ wurde ebenfalls auf Vordermann gebracht. Es steht jetzt wieder direkt neben dem Achtermast auf dem Kutterdeck.

OZ-Bild

An dem Kutter muss ständig gearbeitet werden, um ihn für die Nachwelt zu erhalten. Wir haben einen Etappenplan.“Michael Mäuslein (54), Kurator für Fischerei am Deutschen Meeresmuseum

Jetzt ist es allerdings wieder in Ordnung. Bootsbauer der Barther Werft Rammin haben es erneuert und waren auch gestern dabei, als Mast und Winde sowie das „stille Örtchen“ montiert wurden. Nils Rammin (49), Bootsbaumeister und Inhaber der Werft: „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dem Museum zusammen.“ Zwei bis drei seiner insgesamt 26 Mitarbeiter seien regelmäßig in Stralsund, um an dem fast 70 Jahre alten Schiff etwas zu reparieren beziehungsweise auszubessern. Mäuslein: „An dem Kutter muss ständig gearbeitet werden, um ihn für die Nachwelt zu erhalten. Wir haben dafür einen Etappenplan.“ Schon im kommenden Frühjahr müssten morsche Planken des Rumpfes ersetzt werden.

Bezahlt werden solche Arbeiten aus dem Budget des Meeresmuseums für den Erhalt von Exponaten. Aber auch Spenden sind willkommen. „Zuletzt wurden uns 500 Euro für die ,Reichwein’ zur Verfügung gestell.t“, sagte Mäuslein. „Wir freuen uns über jede Summe und natürlich auch über Patenschaften, die Unternehmen oder Privatpersonen für spezielle Exponate übernehmen können.

Die „Adolf Reichwein“ ist typisches Beispiel einer ganzen Serie von Fischereifahrzeugen, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf vielen kleinen und größeren Werften in Mecklenburg, Vorpommern und sogar in Berlin gebaut wurden. Wegen ihrer Länge wurden sie 17-Meter-Kutter genannt. Auf der Boddenwerft in Damgarten, wo auch die „Reichwein“ herkommt, zimmerten die Bootsbauer immerhin 80 Kutter zusammen.

Auf der Volkwerft waren es knapp 40.

Insgesamt liefen wohl rund 350 Kutter dieses Typs vom Stapel, die letzten Mitte der 50er-Jahre. Weit über 200 wurden als Reparation an die Sowjetunion geliefert. Etwa 120 blieben bei Fischern im Osten Deutschland bzw. in der DDR. Nils Rammin weiß, dass derzeit noch zwei tatsächlich zum Fischfang genutzt werden.

Zwölf Stunden lang durch Stralsunds Straßen geschleppt

Der Fischkutter „Adolf Reichwein“ wurde im April 1949 auf der Boddenwerft Damgarten gebaut. Er gehörte anfangs als SAS 95 Fischern in Sassnitz, dann als STR 190 in Stralsund und schließlich als WOG 115 in Wolgast bzw. Karlshagen. 1969 wurde er zur

Ersatzteilgewinnung verkauft.

Das Meeresmuseum rettete den

Kutter 1970 vor dem Ausschlachten. Seine letzte Fahrt führte am 3. Februar 1973 durch Stralsunds Straßen

vom Hafen zum Katharinenkloster. Der Transport dauerte zwölf Stunden. Geschleppt wurde er von vier Lkw. Seit dem kann er im Hof des

Museums bestaunt werden.

Jens-Peter Woldt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rerik
Der Puppenspieler Jürgen Wicht bespricht mit Stefanie Quaas, der Kurdirektorin von Rerik, das kommende „Kleine Theaterfestival“ auf dem Haffplatz. Fotos (2): Sabine Hügelland

Die Puppenspieler erobern vom 5. bis zum 7. August den Reriker Haffplatz / Beim „Kleinen Theaterfestival“ wird „Hans im Glück“ gezeigt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.