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Die Meisterin der roten Dächer

Wiek Die Meisterin der roten Dächer

Die Malerin Dany Rohlfs feiert zu Pfingsten mit ihrer Galerie „Kunst im Küsterhaus“ zehnjähriges Jubiläum

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Dany Rohlfs vor ihrem Haus in Wiek. Das ehemalige Küsterhaus beherbergt heute auch ihre Galerie.

Quelle: Anne Ziebarth

Wiek. Zu Pfingsten werden im Rahmen von „Kunst:Offen“ wieder viele Galerien und Kunstateliers in Vorpommern ihre Türen für Besucher öffnen. Das sechste Mal dabei ist die Künstlerin Dany Rohlfs, die sich mit ihrem Atelier und der Galerie im ehemaligen Küsterhaus Wiek niedergelassen hat. In diesem Jahr feiert die Künstlerin das zehnjährige Bestehen.

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Die Malerin Dany Rohlfs feiert zu Pfingsten mit ihrer Galerie „Kunst im Küsterhaus“ zehnjähriges Jubiläum

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Ich habe viel probiert, aber irgendwie lande ich immer wieder bei der Farbe rot.“Dany Rohls,

Künstlerin in Wiek

Das über 200 Jahre alte, knallblau gestrichene Küsterhaus hinter der Wieker Kirche leuchtet den Besuchern bereits von weitem entgegen. Im Innern eröffnet sich dem Besucher ein großer Galeriebereich im Erdgeschoss, durchbrochen von alten Holzbalken. „Es hat sich einiges verändert“, blickt die 52-jährige Dany Rohlfs zurück. „Als mein Mann und ich das Haus im März 2006 gekauft haben, war es stockdunkel hier drin, die Räume waren viel kleiner, alles wirkte eng.“ Schritt für Schritt wurde das Fachwerk wieder freigelegt, der Boden teilweise neu verlegt, teilweise abgeschliffen. Dabei entdeckten die beiden fleißigen Handwerker – weil so viele ungewöhnliche Ideen mit einfließen sollten, wurde weitestgehend selbstgebaut – Spannendes aus der Geschichte des Küsterhauses. „Im einen Galerieraum erkennt man noch ganz deutlich die Tintenkleckse – hier wurden angeblich bis zu 80 Kinder in einem Raum unterrichtet“, erzählt Rohlfs. Obwohl der Umbau eine staubige und lange Angelegenheit war, wie Rohlfs sagt, bereut sie es doch keinen Tag, das Haus gekauft zu haben. „Es war ein Traum von uns – und der hat sich erfüllt.“

In der Galerie selbst fallen zunächst Dany Rohlfs großformatige Ölbilder auf. Sie zeigen vor allem kleine Küstendörfer der Insel, zusammengekuschelte kleine Häuschen, vereinfacht in ihrer Darstellung. Rote Dächer im Kontrast mit weißen Hauswänden und dem Meer im Hintergrund. „Dörfer und ihre räumlichen Strukturen gehören zu meinen wiederkehrenden Motiven“, erzählt die 52-jährige Künstlerin. „Mein Vater war Architekt, das hat mich sicherlich geprägt.“ Ihre Arbeiten sind plakativ, größere Farbflächen und abstrahierte Formen reduzieren die Dorfszenen auf das Wesentliche: die Stimmung des Augenblicks.

„Als ich als Jugendliche anfing zu malen, habe ich wesentlich detaillierter gearbeitet. Dann kam eine Phase der totalen Abstraktion“, sagt sie. Jetzt habe sie ein Gleichgewicht gefunden. Eine große Rolle in ihren Motiven spielen die meist in einem Ton gehaltenen Farbflächen, zum Beispiel bei den Dächern. „Ich lande irgendwie immer wieder bei rot“, sagt sie und lacht. „Orange fasziniert mich aber auch. Die orangefarbenen Anzüge der Fischer in Sassnitz haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Die habe ich auch in einigen Bildern verewigt.“

Besonders auffällig ist die Strahlkraft ihrer Bilder. Der typische, reflektierende Glanz der Ölfarben fehlt, wird ersetzt durch ein samtiges Leuchten. „Das Geheimnis liegt in der Grundierung“, sagt Rohlfs. „Aber mehr wird wirklich nicht verraten.“ Um die Kontraste noch zu verstärken, umrandet sie die Flächen mit Konturen. „Auch die Bäume in meinen Bildern haben in der Regel keine Blätter, dann ist die Form klarer.“ Die Künstlerin malt vor allem im Winter – im Sommer kommt sie nicht dazu. „Dann kümmere ich mich um die Besucher der Galerie.“

Wem ein Ölbild von Dany Rohlfs zum Mitnehmen zu groß ist, der findet in der Galerie auch kleinere Entwürfe und Tempera-Blumenbilder sowie Skulpturen aus dunklem, fast schwarzem Holz, dass sie nach Stürmen am Strand findet. „Ich verwende Holz, das lange auf dem Meeresgrund lag. Nach einer Trockenzeit von bis zu zwei Jahren ist es so hart, dass es bei der Bearbeitung Funken sprüht“, sagt sie.

Kunst:Offen im Küsterhaus: Sonnabend bis Montag 10 bis 18 Uhr, sonst täglich 11bis 18 Uhr

Von Anne Ziebarth

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