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Rügen Die Pforten zu den „Unbequemen“ werden geöffnet
Vorpommern Rügen Die Pforten zu den „Unbequemen“ werden geöffnet
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03:41 05.09.2013
Das Asta-Nielsen-Haus „Karusel“ in Vitte auf der Insel Hiddensee soll saniert und zu einem Künstlerhaus werden. Quelle: Chris-Marco Herold
Rügen

Das Asta-Nielsen-Haus in Vitte ist unbequem, weil es schwer ist, es zu erhalten. Der Block IV in Prora ist, wie die Kraft-durch-Freude-Anlage in Prora, unbequem, wegen seiner Entstehungszeit und Nutzungsgeschichte. Beiden ist gleich, dass es sich um Denkmale handelt. Und deren Pforten — ebenso wie bei weiteren mehr als 20 auf Rügen und Hiddensee — werden am Sonntag geöffnet zum „Tag des offenen Denkmals“. Der steht unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“. Das Thema lässt Interpretationsspielraum und sich auf viele Denkmale und Denkmalgattungen beziehen. Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum?

Als erstes von vier auf Hiddensee erbauten Häusern des Architekten Max Taut (1884 — 1967) entstand 1922/23 das „Asta-Nielsen-Haus“ als Sommerhaus der Berliner Familie Richard Müller. Der verkaufte 1929 das Ferienhaus an die dänische Schauspielerin Asta Nielsen. Die verbrachte auf der Insel mit ihrer Tochter und ihrem Mann oft mehrere Monate im Sommer. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich das Haus zum Treffpunkt für Freunde und Bekannte: Joachim Ringelnatz und seine Frau, Heinrich George und auch Gerhart Hauptmann. Asta Nielsen nutzte das Haus bis Mitte der dreißiger Jahre zur Erholung und Zerstreuung. 1935 hatte die ihr „Karusel“ abgeschlossen und mit dem Inventar zurückgelassen.

In den Kriegsjahren und bis 1961 lebten nacheinander etwa 15 Familien, vor allem Kriegsflüchtlinge, in dem Haus. Die meisten Einrichtungsgegenstände von Asta Nielsen verschwanden in dieser Zeit. Nur wenige Möbelstücke aus ihrem Besitz blieben erhalten. 1962 wurde das Sommerhaus zum ganzjährig genutzten Wohnquartier. Seit Mai 2009 steht es leer, aber in der nächsten Woche im Mittelpunkt der Asta-Nielsen-Woche. Zudem werden regelmäßig Führungen angeboten. Und die Hiddenseer haben große Pläne: Das „Karusel“ soll wie der zum Künstlerhaus samt Trauzimmer unterm Dach werden — für etwa 400

000 Euro.

Einige geöffnete Denkmale:

Marienkirche Bergen 13 bis 17 Uhr

Block IV Prora 10 bis 16 Uhr

Wasserwerk Binz 12 bis 16 Uhr

Asta-Nielsen-Haus 11 bis 15 Uhr

Doktorandenhaus Kloster 10 bis 12 Uhr

Heimatmuseum Kloster 10 bis 16 Uhr

Leuchtfeuer Dornbusch 10.30 bis 16 Uhr

Lietzenburg 13, 15, 17 Uhr

Bahnhof Samtens 10 bis 16 Uhr

Wasserwerk Staphel 11 Uhr

Villa Stiftstraße 5 Sassnitz 12 bis 16 Uhr

Schwimmhalle Cliff-Hotel 19 Uhr

Fürstengruft Vilmnitz 9 bis 17 Uhr

Chris Herold

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