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Die Sehnsucht nach Verwurzelung in Bilder gefasst

Putbus Die Sehnsucht nach Verwurzelung in Bilder gefasst

Im Atelier Rotklee in Putbus eröffnete eine Ausstellung mit Werken von 21 Künstlern zum Thema Heimat.

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Frank Otto Sperlich vor seiner Arbeit „Lampedusa“ in der Galerie Rotklee.

Quelle: Christian Rödel

Putbus. In Putbus (Landkreis Vorpomern-Rügen) hat am Freitag eine neue Ausstellung unter dem Titel „Heimaten“ eröffnet. Mit dieser Ausstellung im Atelier Rotklee wagten die die drei Rüganer Künstler Günther Haussmann, Walter G. Goes und Frank Otto Sperlich eine mutige Annäherung an den sperrigen und zunehmend auch negativ konnotierten Begriff „Heimat“. Mit eigenen Arbeiten und den Werken von 18 weiteren namhaften Künstlern wurde das facettenreiche Thema Heimat von vielen Seiten beleuchtet.

DCX-Bild

Im Atelier Rotklee in Putbus eröffnete eine Ausstellung mit Werken von 21 Künstlern zum Thema Heimat.

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Die in der Ausstellung gemachten Angebote sind wahre Steilvorlagen mit enormem Reflexionspotenzial, zu dem unbedingt der geradezu seherische Farbholzschnitt „Asyl vor Knechtschaft“ des großen deutschen Grafikers HAP Grieshaber (1909 – 1981) gezählt werden muss. Zu dieser Kostbarkeit gesellen sich exzellente Arbeiten von in der DDR sozialisierten Künstlern wie dem Berliner Manfred Butzmann („Heimatkunde“, 1985), Hermann Lindner („Landschaft mit Mähdrescher“ 1983) oder Manfred Kastner („Melancholia“, 1980) – alle drei Künstler hatten große Schwierigkeiten mit dem sozialistisch geprägten Heimatbegriff, an dem sie sich zeitlebens gerieben haben.Aktuelle Arbeiten von den auf Rügen lebenden Künstlern EllenNa und StefanNo aus Nardevitz und dem Schweizer Hanns Studer aus Neuendorf komplettieren die Exposition.

Der syrische Maler Mohammed Yahya Hamdoun, dessen Arbeiten zur Zeit in der Volkshochschule Bergen zu sehen sind, kam mit seiner 17-jährigen Tochter Mariam von seiner neuen Heimat in Zingst nach Putbus, um hier seine Gouachen (u.a. „Kinder mit Engeln“, 2016) vorzustellen. Zwei aus ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtete Syrer waren ebenfalls zur Vernissage am Karfreitag eingeladen worden: Mohammed al Aham (21) aus dem fast völlig zerstörten Kobane und Abdu al Shourjeeh (21) aus Daura kamen intensiv mit den Künstlern ins Gespräch und verweilten bei ihrem Rundgang durch die Galerie vor den Bildern von Frank Otto Sperlich auffallend lange. Die beiden abstrakten Arbeiten „Lampedusa“ (2013) und „Ägäis – Das Tor zum Abendland“ (2016) erinnerten die beiden Syrer als in ihre lebensgefährliche Flucht nach Europa, die sie nach Rügen führte. „Für mich sind das Bilder über die zerfließende Hoffnungen der Flüchtlinge, die in Europa für sich das gelobte Land sehen“, meinte Frank Otto Sperlich zu seiner Intention über die von ihm geschaffenen Acryl-Bilder.

Von Ziebarth, Anne Friederike

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