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Ein Bild und die Sicht auf die Natur

Kultur Ein Bild und die Sicht auf die Natur

Als die TV-Redakteure von „Außenseiter — Spitzenreiter“ die Zeitschrift „Eulenspiegel“ fragten, wer macht denn die neckischen Aktbilder der „Funzel“, verwies man die Fernsehleute an mich.

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Eigentlich nur ein Bild für die „Eulenspiegel-Funzel“.

Quelle: Klaus Ender

Als die TV-Redakteure von „Außenseiter — Spitzenreiter“ die Zeitschrift „Eulenspiegel“ fragten, wer macht denn die neckischen Aktbilder der „Funzel“, verwies man die Fernsehleute an mich. Es entstand 1976 eine Reportage, die mehrere Male im Silvester-Programm des DDR-Fernsehens gezeigt wurde und noch heute im Ausschnitt in ARD und ZDF ausgestrahlt wird.

Eines der „Funzel“-Mädchen ließ ich über einen umgestürzten Baum an Rügens Kreideküste laufen. Die Redaktion krönte das Bild mit der Überschrift „Holz hin — Holz her, für uns steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt!“ So gut und wichtig Humor ist — ich nehme heute das Thema Holz zum Anlass und mache daraus: „Mensch hin — Mensch her, im Mittelpunkt steht für mich die Natur!“ Wir sind nur ein Teil von ihr, aber wir maßen uns an, die Natur auszubeuten und nach unserem Sinn zu verformen. Erst dann, wenn die Natur zurückschlägt, wie bei der zweiten oder dritten „Jahrhundertflut“ in zehn Jahren, begreifen wir, wie klein und hilflos wir sind.

Ich wünschte mir, dass sich die Überheblichkeit des „weißen Mannes“ dem Urinstinkt und Verhalten der Indianer Nordamerikas annähert. Sie nahmen nur, was sie zum Überleben brauchten. Ein Landkauf wäre unmöglich, weil das Land niemandem gehört, und ein Raubbau an der Natur undenkbar, weil sie auch von den Enkeln und Urenkeln benötigt wird, um zu überleben — und nicht, um damit reich zu werden!

Diese „Wilden“ hatten weitaus mehr Moral, Ethik und Menschlichkeit als unsere „zivilisierte“ Gesellschaft.

Dass unser Motto „Höher, schneller, weiter und Wachstum um jeden Preis“ ein Irrweg ist, beweisen die unentwegten Krisen und das Gefühl der Menschen, dass die Zukunft nicht mehr in ihren Händen liegt. Dass wir am Ende unseres Lebens so arm sind (trotz aller angehäuften Güter), wie wir gekommen sind, verdrängen wir bis zum Tod! Dass wir alles für unseren Nachwuchs tun, ist eine faule Ausrede, die unsere Gier nur verschleiern soll. Unsere Kinder brauchen vor allem eine gesunde Natur! Der biblische Satz „Macht euch die Erde Untertan“ ist keine göttliche Aussage! Würden wir der Natur das zurückgeben, was sie uns gibt, hätten wir ein Leben lang zu tun. Werden wir menschlicher — auch zur Natur, denn Ehrfurcht vor der Natur — heißt Ehrfurcht vor dem Leben.

 

Klaus Ender

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