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Ein Norweger als behutsamer Restaurator

Udars Ein Norweger als behutsamer Restaurator

Am Tag des offenen Denkmals öffnete auch das Gutshaus Udars bei Schaprode seine Türen

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Eveline Knedel (2. v. re.) lebte von 1966 bis 1993 mit fünf Kindern, darunter Jürgen und Angelika (li.) im Gutshaus Udars. Auch Heike Mann und Hildegard Schäwel (re.) wohnten zeitweilig dort.

Quelle: Fotos: Uwe Driest

Udars. Am 13. November 1731 beehrte Ihre Königliche Majestät von Schweden, Friedrich I. auf der Durchreise Udars. Und einen Tag später segelte er von Schaprode aus nach Schonen. 285 Jahre später winkten ihm die etwa 100 Teilnehmer der Führung durch das Gutshaus im Nordwesten der Insel im Geiste nach. Zum Tag des offenen Denkmals hatten Eigentümer Lars Hvinden-Haug und dessen Freund Tilo Uischner, ein in Berlin lebender Maler, die Fortschritte bei der Restaurierung des barocken Herrenhauses der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Am Tag des offenen Denkmals öffnete auch das Gutshaus Udars bei Schaprode seine Türen

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Der 50-jährige Norweger, der über das Thema „barocke Architektur“ promovierte und für das Institut für Denkmalforschung seines Landes arbeitet, erwarb das Gutshaus 2012. „Wir wollen auf keinen Fall Eigentums- oder Ferienwohnungen bauen“, versichert Hvinden-Haug. „Vielmehr möchten wir das Haus behutsam historisch-authentisch restaurieren“, schildert er seine Absichten.

„Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, dass ein Investor mit einem Bautrupp durchgeht und es für Mietzwecke nach heutigem Standard glattbügelt“, mahnt Tilo Uischner. „Wir wollen beispielsweise die alte Fassade mit dem rauen Putz nicht verstecken“, sagt der gebürtige Sachse. Der ursprünglich raue Putz war ebenso fragmentarisch erhalten, wie die von Veit Hedel restaurierte Eingangstür.

Das Grundstück sei seinerzeit fast vollständig eingewachsen und rund 50 Tonnen Bauschutt mussten entsorgt werden. Im nächsten Schritt wurden die barocken Fenster im unteren und jene vom frühen 20.

Jahrhundert im oberen Stockwerk restauriert. Die Hälfte der Kosten schossen Land und EU zu und das Duo hofft nun, dass ihr Gutshaus als denkmalschützerisches Vorzeigeobjekt weitere Unterstützung erfährt.

„Er hat viel gemacht“, bestätigt Eveline Knedel. Die alte Dame lebte von 1966 bis 1993 mit ihren fünf Kindern als eine von 17 Flüchtlingsfamilien auf Gut Udars. Die damals gezogenen Zwischenwände entfernte der neue Eigentümer, um den über einem Gewölbekeller errichteten zweigeschossigen Backsteinbau in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Bevor das Haus bis zu 60 Flüchtlingen als Unterkunft diente, hatte es eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach der Reformation kam der Ort in den Besitz des pommerschen Herzogs Bogislaw des XIV., der es 1624 als Witwensitz seiner Gattin Agnes zuschrieb. 1657 ging das Gut an die Stralsunder Familie von Wolfrad, die ein neues Herrenhaus errichten ließ, das um 1723 abbrannte.

Vermutlich ließ die Familie von Usedom auf Kartzitz das Haus um 1735 in seiner heutigen Form aufbauen. 1935 fiel das Gut an die Deutsche Ansiedelungsbank und fünf Jahre später wohnte der Leiter der Granskevitzer Saatzuchtstation darin, bis es 1945 enteignet wurde.

Inzwischen ist auch der historische Salon, welcher Familie Knedel als Wohnzimmer und zeitweilig dem gesamten Dorf als Veranstaltungsraum diente, wieder begehbar. Ein Kleinod sind die um 1790 von einem unbekannten Künstler handgemalten Papiertapeten in dem großen Raum. „Hier haben wir noch einige Recherche-Arbeiten zu erledigen“, sagt Lars Hvinden-Haug, der sich für die Zeit nach der Sanierung eine Nutzung für private und kulturelle Zwecke vorstellen kann.

Uwe Driest

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