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Eine Beziehung der Menschen zu ihrem Baum ergibt sich

Pansevitz Eine Beziehung der Menschen zu ihrem Baum ergibt sich

Schlosspark Pansevitz eröffnet Freiluft-Ausstellung von Ivona Knorr mit Fotos zum Thema „Menschen im Park“

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Iwona Knorr, Vera und Helmut Straßer vor der Schlossruine von Pansevitz.

Quelle: Uwe Driest

Pansevitz. Die Stiftung „Schlosspark Pansevitz“ feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass eröffnete jetzt eine Freiluft-Ausstellung „Menschen im Park“ der für ihre einfühlsamen Portaits bekannten Fotokünstlerin Iwona Knorr.

Die Verbindung zwischen dem Geist des Ortes und der heutigen Nutzung des Parks stellte der ehemalige Landesumweltminister Frieder Jelen her. Nach Renaissance und Barock sei der Schlosspark Pansevitz bewusst zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet worden, dessen Philosophie zeitgleich zur französischen Revolution und als Folge der daraus resultierenden Aufklärung entstanden sei, so Jelen.

Wegen der Idee „Natur und Gott sind eins“ wiesen Landschaftsparks weder geschnittene Hecken noch gerade Wege auf und gingen „in Offenheit und Transparenz“ in die benachbarte Natur über. „Deswegen wollten wir seinerzeit auch keinen Hotelbau vor den Toren des Parks“, meinte Jelen in Hinblick auf ketzerische Pläne aus der Nachwendezeit.

„Nichts ist heute so gefährdet wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, erinnerte Jelen an die Grundsätze der Revolution. Im Friedwald Pansevitz aber „dürfen auch jene Menschen koexistieren, die an nichts glauben“, betont Jelen und rezitiert das Gedicht „Trost“ der 1885 in Halle an der Saale geborenen Ina Seidel. „Unsterblich duften die Linden“, heißt es darin. „Unser Park ist ein Beispiel für ein gutes Zusammenleben der ,Menschen im Park'. Die Ausstellung von Iwona Knorr wird das auch zeigen.“

Tatsächlich stellen die großformatigen, auf Pulten vor ihrem jeweiligen Entstehungsort platzierten Fotos Szenen unterschiedlichster Nutzungen des Parks zwischen Trauer, Trost und Freude dar. Da sind die Bilder einer Trauergemeinde bei der Bestattung oder das, auf dem zwei Damen mit großen Hüten unter einem Baum picknicken. Eine trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Fuck Cancer“ (etwa: Scheiß auf Krebs), so dass sich Betrachter die dazugehörige Geschichte unschwer denken können.

Ebenfalls beeindruckend ist das Bild einer lachenden alten Frau, das vor dem Baum ihrer Wahl entstanden sein könnte. „Es ergibt sich eine Beziehung der Menschen zu ,ihrem' Baum“, hat Knorr während der zurückliegenden zwei Jahre gelernt. Der ehemalige Pfarrer Jelen glaubt deswegen, der Besuch des Parks erleichtere den Menschen den Gedanken an ihre Vergänglichkeit in einer Art „vorbereitender Sterbehilfe“.

Aber gemäß dem Anspruch der Stiftung, einen Park für die Menschen zu schaffen – ob tot oder lebend – soll der Schlosspark zugleich ein Ort der Freude sein.

So organisieren Vera und Helmut Straßer als Vorsitzende der Stiftung kulturelle Veranstaltungen. An Gottesdiensten oder den Mondschein-Wanderungen der Hinterlandbühne nahmen schon bis zu 250 Menschen teil, von denen sich einige ebenfalls auf den Fotos von Iwona Knorr finden. Wie beim „Picknick am Aposteltisch“, dem bengalischen Feuer oder dem Bild einer Gruppe von Malern im Morgennebel. Die Pulte für die Fotos erstellte Helmut Beyer, der Nachfolger des heute betagten langjährigen Parkpflegers Werner Ultsch. Der 63-Jährige aus Zirkow genießt „die schöne Tätigkeit an der frischen Luft zu jeder Jahreszeit“, in dem Park, dessen Wasseroasen Namen tragen wie Herz- oder Nierenteich, wo im Wundersee die Liebesinsel liegt und in dem lebende Menschen auf der Erde wandeln, zu der andere wurden.

Die Künstlerin Iwona Knorr

Iwona Knorr wurde 1963 in Polen geboren. Mit 20 Jahren zog die Germanistin nach Deutschland.

Auf Rügen wurde sie mit der Ausstellung „Küstenfischer: Noch sind sie da!“ bekannt. Das daraus entstandene Buch „Zum Fischen geboren“ ist in diesem Jahr für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert.

An der Freiluft-Ausstellung in Pansevitz „Menschen im Park“ ( bis 11. September) arbeitete Iwona Knorr zwei Jahre lang. Zur Ausstellung gibt es einen Flyer mit den 33 Standorten der Tafeln.

Uwe Driest

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