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Fall gelöst: Die schönsten Landschaften gibt es auf Rügen

Juliusruh Fall gelöst: Die schönsten Landschaften gibt es auf Rügen

Der Kriminalist Manfred Diekmann entdeckte das Hobby Malen für sich / Ab heute stellt er Rügenbilder im Haus des Gastes Juliusruh aus

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Manfred Diekmann mit einem Ölbild einer Landschaft auf der Insel Ummanz.

Quelle: Fotos: Anne Ziebarth

Juliusruh. Einmal ein richtiges Schifffahrtsbild haben, mit spritzender Gischt und wehenden Segeln - das war ein langgehegter Wunsch von Manfred Diekmann.

OZ-Bild

Der Kriminalist Manfred Diekmann entdeckte das Hobby Malen für sich / Ab heute stellt er Rügenbilder im Haus des Gastes Juliusruh aus

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Wenn ich tagsüber mit Verbrechen wie Mord zu tun hatte, ging mir das nicht aus dem Kopf. Malen war ein guter Ausgleich.“Manfred Diekmann,

Lietzow

Der 72-Jährige wagte das scheinbar unmögliche und erfüllte sich den Traum mit viel Fleiß und Farbe schließlich selbst. Er griff zu Pinsel und Farbe und malte sich seine eigenen Windjammerbilder.

Dabei ist Diekmann ein echter Quereinsteiger: Bis zu seinem Ruhestand 2004 war er Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Stralsund. „Ich bin 1977 mit meiner Frau auf die Insel gezogen“, erzählt er.

„Die wundervollen Landschaften haben mich inspiriert zu malen. Beigebracht habe ich mir alles autodidaktisch.“ Doch so einfach war das Projekt „Ölmalerei“ nicht umzusetzen, Künstlerbedarf gab es damals nicht an jeder Ecke. „Ich hatte einen Bekannten in Dresden, der über die Semperoper gute Verbindungen zu Malern hatte“, erinnert sich Diekmann „Er hat mir dann immer angefangene Farbtuben organisiert. Und in vielen Briefen erklärt, wie ich einen Keilrahmen baue, mit Leinwand bespanne und grundiere.

Das Malen wurde für ihn schnell ein wichtiger Ausgleich zum Beruf. „Wenn ich tagsüber mit Verbrechen wie Mord oder Totschlag zu tun hatte, geht einem das nicht aus dem Kopf“, erzählt er. „Dann haben ich mich nach der Arbeit erstmal für einige Zeit in meine kleine Malstube zurückgezogen.“ Zunächst orientierte er sich an den Werken anderer Künstler, setzte sich hin und malte sie getreulich ab.

„Dabei lernt man sehr viel“, ist er überzeugt. „Man setzt sich ja mit den Techniken auseinander, schaut, welche Farben der Künstler gewählt hat und warum“, meint Diekmann.

Über sich selbst sagt er, dass ihn vermutlich auch sein starker Wille und seine Zielstrebigkeit in dieser Zeit weitergebracht hat. „Ich war vor meiner Zeit bei der Kripo Leistungssportler und habe in der Nationalmannschaft der DDR gefochten“, sagt er. „Die Disziplin, die ich dort gelernt habe, hilft mir auch beim Malen.“

In seiner Malstube am Spitzen Ort in Lietzow entstanden schnell die ersten eigenen Werke, meistens Landschaften, über die sich der Rügener Himmel spannt. „Natürlich male ich auch so beliebte Motive wie die Kreidefelsen. Aber meine große Freude ist es, auch die nicht so bekannten Gegenden darzustellen. Ein kleiner Feldweg auf Ummanz der sich an Weiden entlangschlängelt zum Beispiel oder Windflüchter an der Schaabe“, sagt er. „Rügen ist für mich die optimale Insel zum Malen. Die vielen verschiedenen Landschaften machen den Reiz aus.“ Besonders wichtig für den Maler ist das Wasser.

„In fast alle meiner Bilder schleicht sich ein Gewässer ein, dagegen kann ich gar nichts machen. Ein Teich, ein Graben oder natürlich: das Meer!“

Dabei ist Diekmann schnell darauf gestoßen, das er die Passion für die Insel mit vielen bedeutenen Malern vergangener Zeiten teilt. „Walter Leistikow, Karl Hagemeister, Manfred Kastner, Lyonel Feininger“, zählt er einige der bekanntesten Maler auf. „Alle haben sich zumindest zeitweise auf Rügen aufgehalten und haben hier gemalt.“ In den vergangenen Jahren hat sich Diekmann zu einem echten Experten, vor allem für die Impressionisten, entwickelt. Geweckt wurde sein Interesse für Kunstgeschichte unter anderem durch eine berufliche Spurensuche. In Juliusruh wohnte damals Margarete Löber, die Frau des Künstlers Wilhelm Löber (1903-1981). „Eine Arbeit ihres Mannes war in Neubrandenburg geklaut worden. Ich besuchte sie und wollte fragen, ob sie ein Foto der gestohlenen Kunstwerke hat“, erzählt Diekmann. „Dabei kamen wir ins Gespräch. Auch über das große Bild einer Welle an der Wand.“ Das war eine Replik der berühmten „Wellen im Sturm“ des Malers Karl Hagemeister (1848-1933).

Diekmann las einige Bücher über Hagemeister und stellte fest, dass die berühmte Welle vermutlich in Lohme entstanden ist. „Hagemeister soll seine Leinwände zum Malen an den Pfosten der damaligen Badeanstalt festgebunden haben, weil es so stürmte“, erzählt er lächelnd. Auch die Wellen von Hagemeister hat Diekmann nachgemalt. „Aber das ist mehr Spinnerei“, meint er. „Meine eigene stilistische Richtung ist und bleibt die realistische Darstellung der Rügener Natur. Sie ist schön, so wie sie ist.“

Ausstellungseröffnung: Heute um 19 Uhr im Haus des Gastes Juliusruh. Mit kleinem Vortrag des Künstlers über die Künstler der Insel Rügen.

Von Anne Ziebarth

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