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Fast vergessene Liebes-Lyrik zum Jubiläumsjahr

Garz Fast vergessene Liebes-Lyrik zum Jubiläumsjahr

Das Ernst-Moritz-Arndt-Museum wird 80 Jahre alt / Festreihe startet mit Liederabend und Ausstellungseröffnung

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„Es ist toll, dass eine Französin sich für Ernst Moritz Arndt interessiert. Sie versteht mehr von ihm als so manche Professoren in Greifswald.Siegfried Busse, Sehlen, Geschichtslehrer

Garz. Wenn es nach Isabelle Kusari ginge, wäre die Diskussion um die Umbenennung der Greifswalder Universität schon längst vom Tisch. Die Mezzo-Sopranistin und Rezitatorin schüttelt den Kopf: „Ernst Moritz Arndt ist ein deutscher Dichter und Denker. Er hat viel für sein Land getan, hat für die Freiheit und Einheit gekämpft – das wirkt bis heute.“ Einen Dichter abzuschaffen, das gehe einfach nicht, sagt die Französin – und so ist sie am Samstag im Ernst-Moritz-Arndt-Museum in Garz angetreten, dem Dichter Ehre zu erweisen. Der Liederabend „Oh, du liebes Wort“ stellte die wenig bekannte Liebes-Lyrik von Arndt und anderen Dichtern von der Antike bis heute in den Mittelpunkt und lockte die Besucher in Scharen nach Garz.

OZ-Bild

Das Ernst-Moritz-Arndt-Museum wird 80 Jahre alt / Festreihe startet mit Liederabend und Ausstellungseröffnung

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„Die Nachfrage war so groß, dass wir kurzfristig ein zweites Konzert vorangestellt haben – und auch das war zu zwei Dritteln ausverkauft“, freute sich Initiatorin und Veranstalterin Katharina Venz-Weiße. Mit dem Konzert eröffnete die Museumsleiterin den Veranstaltungsreigen zum Jubiläumsjahr. „Das Ernst-Moritz-Arndt-Museum wurde vor 80 Jahren gebaut. Das ist schon eine Zahl, die man feiern kann“, findet Venz-Weiße. Die Besucher gaben ihr Recht – und genossen einen vergnüglichen Abend zwischen Rügener Romantik und französischen Liebesliedern.

„Ernst Moritz Arndt ist viel gereist, er war in Italien, Frankreich und Russland. Man spürt in seinen Reiseberichten und Gedichten die Liebe zur Landschaft und den Menschen“, erklärte Sängerin Isabelle Kusari die Konzeption des Abends. Warum der vielseitige Arndt heutzutage auf einige wenige Facetten reduziert wird, versteht sie nicht: „Man muss einen Menschen in seiner Gesamtheit wahrnehmen und in seinem historischen Kontext sehen. Niemand ist perfekt.“

So sah das auch der Großteil der Konzertbesucher, die der Künstlerin des Abends großes Einfühlungsvermögen attestierten. „Es ist schon faszinierend, dass eine Französin uns Deutschen den Wert von Ernst Moritz Arndt aufzeigen muss. Wir müssen offener, toleranter werden“, gab Horst Tetzlaff aus Samtens, ehemaliger Geschichtslehrer, den Grundtenor wider. Auch Museumsleiterin Venz-Weiße wünscht sich eine Neubewertung des Dichters: „Die Forschung zu Ernst Moritz Arndt stockt leider gerade ein wenig. Wir wissen, dass er eine strittige Persönlichkeit war. Gerade deshalb sollte man sich mit ihm auseinandersetzen. Schließlich hat er sein langes Leben äußerst produktiv genutzt und ein umfangreiches Werk hinterlassen, das gar nicht auf einen Blick zu fassen ist. Eine kritische Gesamtausgabe fehlt bis heute.“

Neben dem auditiven Erlebnis wurde den Besuchern auch ein visuelles geboten: Das Konzert bildete den Rahmen für die Ausstellungseröffnung „Erdenraum und Himmelstraum“ des Rügener Malers Kalle Zangerl im Neubau des Arndt-Hauses. Der Putbuser präsentierte in seiner ersten Ausstellung 15 Landschaftsbilder von der Insel. „Es sind Landschaften, die Arndt in seinen Gedichten beschreibt. Die Arbeiten sind außerdem in Pastellkreide ausgeführt, eine Technik, die zu Arndts Zeiten ihre Blütezeit erlebte“, schlägt Venz-Weiße den Bogen. Der Maler selbst sieht in der Verknüpfung seiner Bilder mit den Gedichten Arndts schicksalhafte Fügung: „Es ist überraschend, wie zeitlos diese Gedichte sind. Sie passen zu meinen Bildern und sprechen mir aus der Seele“, sagte der 71-Jährige.

Gaia Born

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