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Faszinierende Bekenntnisse eines Ungläubigen

Putbus Faszinierende Bekenntnisse eines Ungläubigen

In der Orangerie Putbus werden Günther Haussmanns Werke neben Schätzen aus dem Fundus der Kulturstiftung Rügen ausgestellt

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Der gebürtige Dresdener Künstler Günther Haussmann neben einem großformatigen Foto, das eine Innenansicht der Sankt-Katharinen-Kirche in Trent zeigt.

Quelle: Fotos: Christian Rödel

Putbus. Eine erste Hürde mussten die Besucher bereits im Foyer der Ausstellung „Räume Werte Visionen“ am Sonnabendnachmittag in der Orangerie Putbus überwinden, um über die von dem Rügener Künstler Günther Hausmann geschaffenen betenden Hände in das Rauminnere zu gelangen. Das 18 Meter lange, auf dem Fußboden installierte Objekt zwang die in großer Anzahl erschienenen Eröffnungsgäste zu erhöhter körperlicher Aktivät, die im besten Fall auch zur geistigen Reflexion über diese Stolperfalle führen sollte.

OZ-Bild

In der Orangerie Putbus werden Günther Haussmanns Werke neben Schätzen aus dem Fundus der Kulturstiftung Rügen ausgestellt

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„Fast wäre ich gestolpert über die betenden Hände“, sagte dann auch Laudator Professor Hannes Knapp in seiner Einführung zum Werk von Haussmann. „Erscheint nicht unsere Welt angesichts alltäglicher Gewalt von Gott und allen guten Geistern verlassen?“, lautet die Frage, mit der sich Professor Knapp einer uralten Menschheitsfrage näherte. Was ist der Sinn von Religion? Das Kruzifix als Metapher für menschliches Leid, das im Namen von Jesu Christi seit über 2000 Jahren geschah? Clash der Kulturen? Nach Auffassung von Professor Knapp gibt es bis in die heutige Gegenwart Kreuzzüge und er erinnerte an die Worte von US-Präsident George W. Bush, der den zweiten Irak-Krieg als Kreuzzug gegen Terroristen bezeichnete. Was derzeit mit islamistischem Terror, Syrienkrieg und Flüchtlingswellen die Weltbühne bestimmt, treibt auch die Künstler um.

Für Knapp liegt die Botschaft Haussmanns auf der Hand: „Wenn Muslime in Europa eine neue Heimat finden sollen, müssen nicht nur sie sich auf das Leben im Westen einstellen, sonder auch wir müssen ihre kulturellen und religiösen Gewohnheiten verstehen lernen“.

Günther Hausmann, der nicht müde wird, immer wieder zu betonen, dass er ein Ungläubiger sei, für den es keinen Gott gebe, hat dennoch ein Credo: „Die Rückbesinnung auf christliche und humanistische Werte könnte ein Schlüssel sein im Umgang mit den sich vor unseren Augen abspielenden Völkerwanderungen“.

Neben der monumentalen Skulptur „Betende Hände“, die von der unterschiedlichen Handhaltung der Betenden unterschiedlicher Religionen inspiriert ist, hat Haussmann beeindruckende Fotoaufnahmen von Innenräumen nahezu aller Dorfkirchen und Gemeinderäume in die Exposition aufgenommen. Im Meer dieser ästhetischen Altarbilder hängt plötzlich eine einzige Aufnahme von einer Berliner Moschee. „Es könnte auch als Provokation aufgefasst werden, dass dieses Bild den gewohnten Blick stört“, lautete das salomonische Urteil von Professor Knapp.

Die höchst beachtenswerte Ausstellung „Räume Werte Visionen“ zeigt zudem wahre Schätze aus dem Fundus der Kulturstiftung Rügen, die sich ab dem 1. Januar 2017 eine räumliche Alternative für die Aufbewahrung ihrer knapp 2000 gesammelten künstlerischen Arbeiten suchen muss. Das Sassnitzer Sparkassen-Gebäude muss bis zum Jahresende leer gezogen werden

Ausstellung: bis zum 7. Januar in der Orangerie Putbus

Christian Rödel

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