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Festspiele liefern feurige Kammermusik im Theater

Putbus Festspiele liefern feurige Kammermusik im Theater

Feuriges war während des Festspielfrühlings Rügen angesagt. Und wer es mit dieser Bezeichnung nicht ganz wörtlich nahm, der konnte — in übertragenem, also künstlerischem ...

Putbus. Feuriges war während des Festspielfrühlings Rügen angesagt. Und wer es mit dieser Bezeichnung nicht ganz wörtlich nahm, der konnte — in übertragenem, also künstlerischem Sinne — davon am Donnerstagabend eine ganze Menge erleben. Vor vollem Saal im Theater Putbus präsentierten vorgestern das Fauré-Quartett und viele ihrer Freunde Kammermusik mit dem Anspruch besonderen, weil feurig leidenschaftlichen Charakters.

Wenn das bei Prokofjews Ballettmusik „Romeo und Julia“ in einer Bearbeitung für Viola und Klavier (Gareth Lubbe, Viola, Ian Founain, Klavier) eher nur mittelbar sichtbar wurde, dann umso mehr bei einem der klavieristischen Meisterwerke Beethovens, den so genannten „Eroica“-Variationen. Hier sorgte Ian Fountain für eine sehr überzeugende, weil von großer Klarheit und präziser Verdeutlichung der Variationsstrukturen bestimmten Wiedergabe. Das war „feurig“ allemal, und nicht nur, weil Beethoven dieses so einfach scheinende wie markante Variations-Thema mit der Gestalt des antiken Feuerbringers Prometheus — auch im gleichnamigen Ballett und im Finale der 3. Sinfonie — verband.

Gebändigte, gleichwohl glühende Leidenschaftlichkeit der anderen Art gab es mit Astor Piazollas berühmtem „Grand Tango“ in einem hörenswerten, solistisch vom Cello (Nikolas Altstaedt) bestimmten Arrangement von Marcelo Nisinman (zudem Zoran Markovic, Kontrabass, M. Nisinman,Bandoneon und Dirk Mommertz, Klavier). Und das kam mit jener verhalten sprühenden, aber von unglaublicher Musizierlust geprägten Weise über die Rampe, wie das wohl in diesem Genre nur Piazolla schafft — und an jenem Abend die genannten Musiker.

Auch hier waren die Zuhörer im Saal schwer begeistert, eine Haltung, die sich mit dem abschließenden Klavierquintett f-Moll von César Franck (Priya Mitchell, Violine und das Fauré-Quartett) noch steigerte. Was die Interpreten mit diesem Schlüsselwerk französischer romantischer Kammermusik an nuancenreichem Gestaltungsvermögen präsentierten, war allerdings wirklich erstklassig — und schließlich die beste Werbung für ein mehr oder weniger vernachlässigtes Genre.

Von Ekkehard Ochs

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