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Für halbe Million Euro wird jetzt umgebaut

Göhren Für halbe Million Euro wird jetzt umgebaut

Exponate auf Mönchgut in drei Spezialcontainern gesichert / Auch Museumsschiff „Luise“ soll saniert werden

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Mit dem Brecheisen wurden im Heimatmuseum Ende vergangener Woche die Deckenplatten von den Holzbalken gelöst. Fotos (2): Maik Trettin

Göhren. Ein Schuttcontainer steht hinter dem Bauzaun, der den Zugang zum Mönchguter Heimatmuseum in Göhren versperrt. Aus der Eingangstür dringt eine Staubwolke. Drinnen arbeiten Männer mit Brechstangen. Sie lösen die Deckenverkleidung von den alten Dachbalken: Seit dem Ende der vergangenen Woche sind Rügener Unternehmen damit beschäftigt, das alte Gebäude zu entkernen. Bis zum kommenden Jahr soll es umgebaut und durch einen Anbau erweitert werden. „2018 wollen wir dann hier die neue Ausstellung eröffnen“, kündigt Bürgermeister Wolfgang Pester an.

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Exponate auf Mönchgut in drei Spezialcontainern gesichert / Auch Museumsschiff „Luise“ soll saniert werden

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In deren Mittelpunkt soll die Mönchguter Tracht stehen (die OZ berichtete). „Anhand der traditionellen Bekleidung der Bewohner wollen wir die Geschichte der Halbinsel erzählen“, sagt Kurdirektor Jörn Fenske. Darauf will man Einheimische und Besucher schon vor dem Haus neugierig machen: lebensgroße Figuren aus Holz oder einem anderen Material sollen auf der gepflasterten Fläche vor dem Eingangsbereich aufgestellt werden. Für den Anker, der dort zurzeit noch liegt, wollen die Göhrener nach Möglichkeit einen geeigneteren Platz finden.

In den nächsten Monaten wird das um 1847 errichtete Haus behutsam saniert. „Da ist einiges zu machen“, sagt Pester. Das Rohrdach muss frisch gedeckt werden, Fenster sind zu erneuern und die alten Nachtspeicheröfen sollen durch eine moderne Heizung ersetzt werden. Auf 630000 Euro werden die Gesamtkosten für die Umgestaltung geschätzt. 360000 Euro an Fördermitteln für den Um- und Anbau stehen bereit, das Geld für die inhaltliche Ausgestaltung wollen die Göhrener gemeinsam mit ihren polnischen Partnergemeinden Walcz und Karlino nach dem Sommer bei der Kommunalgemeinschaft Pomerania beantragen.

In den zurückliegenden Monaten haben die Göhrener das Museum erst einmal komplett leergeräumt. Der Großteil der dort gezeigten und gelagerten Schätze, mit deren Sammlung Museumsgründerin Ruth Bahls vor Jahrzehnten begann, wurde eingelagert. „Drei große Spezialcontainer wurden vollgepackt“, sagt Fenske. Um die Sammlung kümmert sich mit der Brandenburger Firma Kurecon ein auf Kulturgüter spezialisiertes Unternehmen. Das, so Fenske, werde den Fundus auch sortieren. In dieser Woche wird mit der Sichtung begonnen. Die Gemeinde zieht auch einen Historiker zu Rate. Welche Exponate dann wieder ins Heimatmuseum kommen, steht noch nicht fest. Die Ausstellungskonzeption kann erst erarbeitet werden, wenn das Fördergeld von der Pomerania geflossen ist. Dezimiert wird die Sammlung aber nicht, versichert der Kurdirektor. „Wir werden nichts wegschmeißen.“ Bei bestimmten Exponaten müsse man sich überlegen, ob sie anderen Einrichtungen als Leihgaben zur Verfügung gestellt werden können. „Wenn es die technischen Voraussetzungen zulassen, könnten auch Hotels in der Region einzelne Stücke ausstellen und so für das Museum werben“, erzählt Wolfgang Pester von einer weiteren Idee.

Parallel zum Baubeginn am künftigen Trachtenmuseum schieben die Göhrener bereits das nächste museale Projekt an. Der Küstenmotorsegler „Luise“ am Göhrener Südstrand bedarf einer dringenden Sanierung.

„Da gibt es jede Menge Baustellen“, so Pester, der nur einige aufzählt: die Außenhaut müsse komplett generalüberholt werden, das Deck und der Laderaum sind ebenso Sanierungsfälle wie sämtliche Holzaufbauten des Schiffs, das jahrelang als Teil der Mönchguter Museen besichtigt werden konnte und seit mehreren Monaten geschlossen ist. „Auch die Seitenschwerter, der Groß- und der Gaffelbaum müssen komplett aufgearbeitet werden“, ergänzt der Kurdirektor. Auch in diesem Fall hoffen die Göhrener auf Fördergeld, und zwar ebenfalls aus dem so genannten Leader-Topf. Das Entscheidungsgremium trifft sich im Herbst zu einer ersten Beratungsrunde. Dort wollen die Göhrener ihr Projekt zur Sanierung des 1906 in einer holländischen Werft gebauten Schiffs vorstellen und um Unterstützung werben.

Wohnhaus eines früheren Bauerngehöfts

1963 wurde das Heimatmuseum eröffnet, und zwar am 1. Mai des Jahres. Bei dem Gebäude handelt es sich um das ehemalige Wohnhaus eines alten Bauerngehöfts. Der heutige Bau stammt vermutlich aus dem Jahre 1847 und wurde von dem damaligen Besitzer des Hofes, dem Kleinbauern und Lotsen Heinrich Brandt, nach Aufhebung der Leibeigenschaft errichtet. Eine Bauernkate fand sich an dieser Stelle offenbar schon im frühen 16. Jahrhundert. 1953 geht das Bauerngehöft in die Verwaltung des Rates der Gemeinde über; 1960 wird der Hof Eigentum des Volkes und drei Jahre später Museum. 50 Quadratmeter groß wird der Raum für Bildungs- und Forschungsarbeit sein, der sich in dem neuen Anbau an das alte Gebäude befinden wird. Der schlichte, zweistöckige Bau soll eine Holzfassade bekommen und mit Erdwärme betrieben werden. Die Gebäudefront bleibt fensterlos, in der zweiten Etage ist ein Fensterschlitz geplant. Der Grund dafür ist die zerstörerische Kraft, die die Sonne auf die empfindlichen, alten Textilien ausübt. Neben der Mönchguter Tracht sollen auch die Belbucker Bauerntracht und die Weizackertracht im Fokus der Trachtenschau stehen. Zudem soll den Besuchern der Weg „Schaf – Wolle – Flachs – Tracht“ nahegebracht werden.

Maik Trettin

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