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Rügen Glower Wasserwerk findet Asyl in Sassnitz
Vorpommern Rügen Glower Wasserwerk findet Asyl in Sassnitz
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00:00 04.01.2018
„Kampf ums Gleich-Gewicht“ hat Günter Christiansen die Skulptur genannt, die er in der Ausstellung im Molenfußgebäude zeigt. Quelle: Foto: Maik Trettin

Ina Handelmann und Günter Christiansen sehen etwas wehmütig in Richtung Nordosten. Die Künstler und Galeristen mussten vor wenigen Wochen ihre Sachen packen und ihren „Kunstraum“ in Glowe verlassen, weil sich dort Bauarbeiter breit gemacht hatten. Doch sie haben ein neues „Zuhause auf Zeit“ gefunden – mit Blick auf die Ostsee, den Hafen und die Sassnitzer Altstadt. Im Molenfußgebäude hat die Stadtverwaltung den beiden Glowern und deren Ausstellung „Das andere Ufer“ sozusagen Asyl gewährt.

„Das war in dieser Situation ein Glücksfall“, sagt Christiansen. 2011 hatten er und seine Partnerin und Künstler-Kollegin Ina Handelmann das einstige Glower Wasserwerk zur Galerie und zum Atelier umgestaltet. „Aber es war seit der Eröffnung mehr oder weniger immer ein Provisorium“, sagt der Schmuckgestalter in Bezug auf die Bausubstanz ihres „Kunstraums“. Das Haus wollten beide früher oder später auf Vordermann bringen. Als die Handwerker dann die Ärmel hochkrempelten, musste alles sehr schnell gehen. Die Netzwerk-Künstler hatten den Sassnitzer Ausstellungsraum gerade zum Herbst verlassen; bis zum Frühjahr hätte er leer gestanden. Stattdessen finden die Sassnitzer und die Hafenbesucher an dieser Stelle auch in der kalten Jahreszeit Kunst unterm schützenden Dach. Zum Beispiel die Kalender, die die vielseitige Ina Handelmann mit Drucken zu verschiedenen Themen gestaltet hat. Sie tragen Titel wie „Katzen“, „Typen“ oder „Das andere Ufer“. Günter Christiansen arbeitet im Molenfußgebäude derzeit schon an einer neuen Schmuckkollektion, die aus vielen maritimen Elementen besteht. Seepferdchen oder eine Fischgräte als Motiv für einen Ring oder einen Kettenanhänger finden sich ebenso wie Holzskulpturen oder ein Fischschwarm aus Metall. Gläserne Fische aus Glas, die wunderbar erstrahlen, wenn die Wintersonne durch sie hindurchscheint, hat die Künstlerin Anactacia Dimitris beigesteuert. Auch Arbeiten von Antje Wichtrey, Armin Mueller-Stahl, Charlott Szukalla und anderen werden bis zum Frühjahr in dem Ausstellungsraum am Beginn der Sassnitzer Mole gezeigt.

In gewisser Weise haben sich die Künstler und Galeristen mit den Exponaten ihrer neuen Umgebung angepasst. „Fischer und das Wasser spielen bei vielen Stücken eine große Rolle“, sagt Günter Christiansen. Möglicherweise hinterlässt die Nähe zum Meer und der ständige Blick auf die Ostsee und den Hafen auch Spuren bei der Arbeit der beiden Glower.

Die sehnen sich trotz des fantastischen Ausblicks nach dem heimischen Kunstraum zurück. Der wird sich äußerlich kaum verändern. „Der eigentliche Baukörper bleibt wie er ist“, sagt Christiansen. Das Haus bekomme aber unter anderem neue (und wetterfeste) Fenster sowie eine neue Heizung. Die Ausstellungsräume sollen rollstuhl- und kinderwagengerecht gestaltet werden. Eingeweiht werden sie dann zu Ostern mit einer neuen Exposition.

Maik Trettin

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