Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Granitzhaus in voller Rüstung

Binz Granitzhaus in voller Rüstung

Land saniert das denkmalgeschützte Gebäude unterhalb des Jagdschlosses von außen für rund 40 000 Euro

Voriger Artikel
Granitzhaus am Jagdschloss in voller Rüstung
Nächster Artikel
Das Deck der „Adolf Reichwein“ ist wieder komplett

Robert Scheibe kittet die Sprossenfenster am früheren Forsthaus unterhalb des Jagdschlosses in der Granitz. Fotos (2): Maik Trettin

Binz. In der Granitz werden Gäste in voller Rüstung empfangen. Um das ehemalige Forst- und Gasthaus unterhalb des Jagdschlosses zieht sich seit über einem Monat ein Metallgerüst. An dem denkmalgeschützten Bau aus dem Jahre 1852 hat die umfassendste Sanierung seit über zehn Jahren begonnen. Vor allem die Außenhaut wird einer Frischekur unterzogen. Das Land, dem das Haus ebenso wie das Jagdschloss gehört, investiert in diesem Sommer rund 40000 Euro in die Unterhaltung des historischen Gemäuers.

OZ-Bild

Land saniert das denkmalgeschützte Gebäude unterhalb des Jagdschlosses von außen für rund 40 000 Euro

Zur Bildergalerie

Das wird seit 2003 in erster Linie durch das Amt für das Biosphärenreservat genutzt, das den Gästen im Erdgeschoss eine Ausstellung zeigt. „Die bleibt auch während der gesamten Bauarbeiten frei zugänglich“, versichert Agnes Heine, Museumspädagogin am Jagdschloss. Sie und ihre Kollegen haben in den oberen Etagen des Baus, der viele Jahre das Zentrum der Station Junger Touristen in der Granitz war, mittlerweile ihre Büros eingerichtet. Zur Ausweitung der museumspädagogischen Arbeit soll einer der ehemaligen Schlafräume des Ferienlagers zu einem Arbeitsraum ausgebaut werden. „Da könnte man mit Schulklassen oder anderen Gruppen Projekte durchführen“, so Heine. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal wird jetzt die Außenhaut des ab 1851 errichteten Baus auf Vordermann gebracht.

Und zwar vor allem von Handwerkern aus der Region, wie Jana Giesa, Projektleiterin beim landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern, betont. Veit Hedel ist einer von ihnen. Mit der Arbeit seiner Tischlerei in Venz-Hof hat man bereits am Jagdschloss gute Erfahrungen gemacht. Am kleineren Forst- und Gasthaus sanieren er und seine Kollegen unter anderem die Fenster.

37 sind es im Ganzen und viele wurden im Laufe der Jahre erneuert. „Aber im Turm des Hauses sind einige noch original aus der Entstehungszeit des Gebäudes“, sagt Agnes Heine. Der Restaurator Hans-Henning Bär hat sie untersucht und Reste von früheren Farben gefunden. So waren die Sprossenfenster ursprünglich offenbar braun und nicht hellgrau gestrichen, wie in den zurückliegenden Jahren.

Braun werden sie auch künftig wieder sein, selbst wenn das ungewohnt erscheinen mag. Ziel bei allen Sanierungsarbeiten sei die Annäherung an den Urzustand, erklärt Jana Giesa und kündigt im gleichen Atemzug an, dass auch die Türen künftig farbiger sein werden. Entsprechend dem angenommenen Urzustand bekommen sie einen grünen Anstrich.

Was die Fassade angeht, müssen sich Rüganer und Gäste nicht umgewöhnen. Das helle Rosa wird auch künftig auf der Waldlichtung strahlen. So seltsam diese Farbwahl auch wirken mag: Nach Analyse von Resten des ursprünglichen Putzes sah das Forst- und Gasthaus einst wirklich so aus. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag: Frische Farbe kann der Bau gut gebrauchen. Denn auch in den zurückliegenden Jahren musste an der Außenhaut immer mal wieder repariert werden. Zuletzt im Juni 2015, als sich bedrohliche Risse durch den Bogen über der Eingangstür zogen. Um größere Schäden kümmert sich die Altefährer Hochbaufirma Karl Maack & Söhne; anschließend wird die Malerfirma Schmidt aus Altenkirchen für den neuen Anstrich sorgen.

Dass das alles in der Hauptsaison passiert, begründet Jana Giesa vor allem mit den Materialien. „Für die Fenster verwenden wir beispielsweise Leinöl- statt der bisher üblichen Alkydharzfarbe.“ Die lasse dem Holz die Elastizität, so Giesa, brauche aber länger zum Trocknen. „So etwas kann man nicht im Herbst machen.“ Dann sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Gasthaus und Station Junger Touristen

1851 begann der Bau des damaligen Forst- und Gasthauses in der Granitz, nachdem der repräsentative Jagdsitz des Fürsten errichtet worden war. Die Pläne stammen von Johann Gottfried Steinmeyer, auf dessen Entwürfe auch das Jagdschloss zurückgeht.

Das Haus wurde als Sitz der Revierförsterei gebaut und bot von Anfang an Übernachtungsmöglichkeiten. Als die Försterei nach Blieschow umzog, wurde das Granitzhaus zum Ende des 19. Jahrhunderts verpachtet. Der Pächter betrieb dort ein Gasthaus mit einem großen Biergarten. Es entwickelte sich zu einem beliebten Anziehungspunkt für Badegäste und Jagdschloss- Besucher.

Zeitweise gab es in der Badesaison hier sogar eine Postagentur mit Telegraphenbetrieb.

Nach dem Krieg wurde das Granitzhaus als Kindererholungsheim genutzt. Später war das Gebäude das Zentrum der Station Junger Touristen. Zahlreiche Kinder und Jugendliche wurden hier mit der Natur der Insel vertraut gemacht.

Seit der Sanierung im Jahre 2003 beherbergt das Haus das Ausstellungs- und Informationszentrum für das Biosphärenreservat.

Maik Trettin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.