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Rügen Große Party für ein kleines Dorf
Vorpommern Rügen Große Party für ein kleines Dorf
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00:00 01.04.2014

Nein, die Thesenvitzer sind keine „Bilderstürmer“. Dass sie das erst vor 25 Jahren errichtete Denkmal im Dorf kurzerhand „verschwinden“ ließen, hat nichts mit einem Unwohlsein bei der Erinnerung an die damalige Einweihungsfeier zu tun. Ganz im Gegenteil: „Wir lassen es gegenwärtig aufarbeiten“, sagt Gerhard Weber. Er ist Vorsitzender der Ortsvertretung des mittlerweile zu Bergen gehörenden Dorfes und als solcher auch Kopf eines Gremiums, das ein besonderes Fest vorbereitet: Vom 4. bis zum 6. Juli wollen die rund 400 Thesenvitzer mit ihren Gästen die erste urkundliche Erwähnung ihres Dorfes vor 700 Jahren feiern.

Eine solche Party dürften auch die älteren Einwohner bislang kaum erlebt haben. Ein größeres Fest gab es vor 25 Jahren, als der 675. Jahrestag der Erwähnung im Pommerschen Urkundenbuch einen Anlass dazu gab. Damals wurde auch besagtes Denkmal eingeweiht, das unter anderem einen Pflug zeigt und an dieses Jubiläum erinnert. „Der Pflug wird jetzt entrostet“, kündigt Weber an. Dass Thesenvitz seitdem 25 Jahre älter geworden ist, wird sich auch in der Aufschrift des Gedenksteins widerspiegeln. Der Schriftzug wird nicht nur erneuert, sondern auch aktualisiert. Der Betrachter erfährt dann, dass der Ort auf eine wenigstens 700 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann.

Die wichtigsten Ereignisse fasst Wilhelm Lucas gerade in einer Chronik zusammen. „Das ist jede Menge Arbeit“, weiß Gerhard Weber um den Aufwand. Bis zur Geburtstagsfeier Anfang Juli wird die Abhandlung nicht komplett fertig sein. „Aber wir werden dann im Festzelt zumindest ein Zwischenergebnis vorstellen.“

Das Zelt soll übrigens auf der Freifläche an der Feldstraße stehen. Darauf hat sich die zehnköpfige Arbeitsgruppe, die das Jubiläum vorbereitet, schon verständigt. Auch der Programmablauf steht im großen und ganzen. Die Thesenvitzer engagieren jede Menge Unterhaltungskünstler, die drei Tage lang bei Einwohnern und Gästen für Kurzweil und Staunen sorgen sollen. Kinder und ihre Familien werden mit Lampions durch den Ort ziehen, es gibt ein Lagerfeuer mit zahlreichen Aktionen, jede Menge Musik, unter anderem mit Olaf Berger und einem Helene-Fischer-Double, einen Frühschoppen mit Dixieland-Musik sowie ein großes Höhenfeuerwerk mit Lasershow.

Für die Finanzierung eines derart üppigen Festes hatten die 400 Thesenvitzer schon in den zurückliegenden Jahren Geld zur Seite gelegt. 40 000 Euro — diese Summe aus ihrem Vermögen hat die bis 2011 selbständige Gemeinde sich bei ihrem Anschluss an die Stadt Bergen für die Ausgestaltung der Feierlichkeiten sichern lassen. Ohne diese Fusion wäre das Geld möglicherweise für andere Aufgaben draufgegangen, vermutet Gerhard Weber. „Dann hätten wir uns ein Fest in dem Umfang auch nicht leisten können.“ So aber wird das Programm etwas umfangreicher als in vergleichbar großen Gemeinden ausfallen, die ebenfalls in diesem Jahr ihr 700. Jubiläum feiern.

Gegenwärtig beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit den Details. So wurde gerade auf der vergangenen Sitzung vor wenigen Tagen festgelegt, dass sämtliche Thesenvitzer Haushalte, auch die in den Ortsteilen, persönlich eingeladen werden soll. Wer nicht zu Hause angetroffen wird, bekommt eine Einladungskarte in den Briefkasten. Auch die Lage der Parkplätze wurde schon festgelegt. „Allerdings fehlen uns noch Helfer, die die Festbesucher, die mit dem Auto anreisen, dort einweisen“, sagt Gerhard Weber. Interessenten können sich gern im Büro der Bürgermeisterin (☎ 0 38

38/81 11 13) melden.

Am 25. April wird die Arbeitsgruppe, die bei der Vorbereitung und späteren Ausgestaltung des Festes unter anderem von der Feuerwehr, dem Stadtbauhof, der Stadtverwaltung und Gesine Jahn unterstützt wird, erneut tagen. Dann soll auch ein Vertreter des Zweckverbandes anwesend sein. Mit ihm wollen die Thesenvitzer darüber reden, wie es mit der Verlegung der Abwasserrohre weitergehen soll. Die Arbeiten laufen zurzeit noch. Die vom Zweckverband beauftragten Firmen nutzen den Platz, auf dem das Denkmal stand und wieder stehen soll, als Lagerfläche für Baumaterial. „Wir haben Sorge, dass das Areal bis zur geplanten Neu-Einweihung des Denkmals nicht wie versprochen beräumt ist“, fürchtet Gerhard Weber.

Seit drei Jahren ein Teil von Bergen

50 neue Häuser sind seit 1990 in Thesenvitz entstanden. Gleichzeitig schlossen in diesem Zeitraum die Gemeindeverwaltung, die Gaststätte, der Kindergarten und der Konsum. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Thesenvitz auch Kinder unterrichtet.
Die meisten Einwohner des Dorfes waren früher Tagelöhner, die beim Großbauern Dols arbeiteten, oder als Büdner ihre eigenen kleinen Schollen bewirtschafteten. Mit der Bodenreform wurden die Flächen der einstigen Güter Ramitz, Lipsitz und Muglitz an die Landlosen verteilt. Thesenvitz und seine einstigen Ortsteile wurden 2011 von Bergen eingemeindet.
Ohne die Fusion hätten wir uns ein Fest in dem Umfang nicht leisten können.“Gerhard Weber, Thesenvitz



Maik Trettin

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