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Rügen Hiddensee: So sah die Insel Anfang des 20. Jahrhundert aus
Vorpommern Rügen Hiddensee: So sah die Insel Anfang des 20. Jahrhundert aus
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00:05 06.10.2017
Das Bild „Kirche zu Kloster“ hat die Künstlerin handschriftlich auf den „6. Sept.03“ datiert.
Hiddensee

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie zum ersten Mal auf Hiddensee und hielt ihre Eindrücke auf Papier fest: die Inselkirche in Kloster beispielsweise oder Kloster selbst. Nun ist sie auf die Insel zurückgekehrt. Der Kunstverein Hiddensee präsentiert noch bis zum 13. Oktober die Ausstellung „Jenny Fikentscher – Graphik und Malerei des Jugendstils“

Kunstverein präsentiert Werke von Jenny Fikentscher in der Galerie am Torbogen

in der Galerie am Torbogen in Kloster.

Jenny Fikentscher (1869 – 1959) wurde an der Karlsruher Malerinnenschule und von der Blumen-, Ornament- und Initialienmalerin Alwine Schroedter ausgebildet. Von 1899 bis 1921 war sie Mitglied des Karlsruher Künstlerbundes. Ihr künstlerisches Wirken konzentrierte sich auf die Zeit um die Jahrhundertwende. Farblithographien mit Blumenmotiven in einer natürlichen Umgebung sind die bekanntesten Werke von Jenny Fikentscher.

1891 heiratete sie den Tier- und Landschaftsmaler Otto Fikentscher, der kurz zuvor das Schloss Augustenburg in Grötzingen bei Karlsruhe erworben hatte. Dort lebte bereits der Maler Friedrich Kallmorgen in seinem Sommerhaus. Durch den Zuzug weiterer Maler, wie Gustav Kampmann, Franz Hein und Karl Biese bildete sich bald eine Künstlerkolonie nach dem Vorbild Barbizons.

Im September 1888 weilte Otto Fikentscher wohl erstmalig auf Hiddensee. Acht Jahre später findet sich ein zweiter Eintrag im Gästebuch des Gasthofs Schlieker. Erste Zeichnungen seiner Frau Jenny von der unberührten Insellandschaft stammen aus dem August 1903. Weitere Werkdatierungen belegen Inselbesuche in den Jahren 1906 und 1910 sowie 1927 bis 1929. Damit gehören die Fikentschers zu den frühesten, nachweislich auf Hiddensee arbeitenden Künstlern.

Jenny Fikentscher hat sich anders als beispielsweise Elisabeth Büchsel (1867 – 1957) – die bekannte Inselmalerin von Hiddensee, die in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden wäre – für die Gründung einer eigenen Familie entschieden. Sie wurde Mutter von fünf Kindern. Dennoch konnte sie ein für die damalige Zeit unkonventionelles Leben führen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit engagierte sie sich für die Wandervogel-Bewegung. In Karlsruhe war sie – auch über ihr künstlerisches Wirken hinaus – eine stadtbekannte Persönlichkeit.

Die Galerie am Torbogen in Kloster auf Hiddensee, Am Klostertor 2, ist täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet

OZ

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