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„Ich Binz, aber in Bergen“

Bergen auf Rügen „Ich Binz, aber in Bergen“

Ein begeistertes Publikum feierte Helge Schneider auf der Rugard-Bühne der Inselhauptstadt Bergen

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Helge Schneider trat am Sonnabend auf der Bergener Rugard-Bühne auf.

Quelle: Uwe Driest

Bergen auf Rügen. Da ist das Lied von der über 90-jährigen Oma, die wegen ihrer schmalen Rente fünf Nebenjobs hat, in denen sie auch tonnenschwere Säcke schleppen muss. Einmal nichts ernst nehmen zu müssen, kann befreiend sein. Das darf sich vielleicht nicht jeder erlauben, aber Helge Schneider nimmt man ab, dass er kein Ignorant ist.

Bei bestem Freiluftbühnen-Wetter ließ sich „Die singende Herrentorte“ am Sonnabend von einer begeisterten Fan-Gemeinde frenetisch feiern. Nicht zum ersten Mal. Die großzügige Freiluftbühne auf dem Bergener Rugard bezeichnet Schneider zurecht als „eine der schönsten in Deutschland“.

Gewohnt lässig interagiert Schneider mit dem etwa 3500 Köpfe zählenden Publikum. So sorgt er sich um seine Poren, als ihn jemand von der sechsten Reihe aus mit dem Operglas betrachtet. Er stellt lokale Bezüge her („Ich Binz, aber in Bergen“) und behauptet, „Rügen ist das Pendant zu Australien“. Allein mit dem Satz, „die Mücken stechen durch die Hose“, nimmt er die ebenfalls unter dieser Plage leidenden Menschen für sich ein. Nur eines mag er nicht: „Alle wollen mit mir diese Selfies machen; ich bin der letzte, der das versteht.“

Musiker sind Teil des Kults

Es sind weniger die Pointen als die Attitüde des Künstlers, die seine Fans lieben. Dabei verschont Schneider weder sich, noch seine nicht mehr ganz jungen Musiker, die er nach ganzen 40 Minuten fragt: „Geht’s noch?“Den Flötisten fordert er auf: „Mach mal’n Blockflöten-Solo, Querflöte passt doch gar nicht zu deinem Gesicht“und vom Bassisten möchte er den Wert von dessen Instrument wissen. Antwort: „Wenn ich denn jetzt verkaufen würde, so 30 000 Euro“. Schneider: „Dann verkauf’ ihn doch!“ Die Musiker sind Teil des Kults und Schlagzeuger Peter Thoms trat in allen Schneider-Filmen auf. In „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“, spielt er den Nasenmann. Thoms glänzt an seinen selbstgebauten Trommeln, deren Felle er lediglich mit Seilzügen, ohne jedes Metall spannt. Sogar Ikonen wie Mick Jagger kommen nicht ungeschoren davon: „Der hat so viele Falten, wenn Du den straffst, wird das Gesicht drei Meter breit.“

„Man mag ihn oder man mag ihn nicht.“

Aber Schneider ist nicht nur Komiker sondern vor allem leidenschaftlicher Musiker. Klavier, Gitarre und Saxophon verwendet der Multiinstrumentalist an diesem Abend. Und er singt. Die Schmalz-Arie „100 000 rote Rosen“ will er für den verstorbenen Dortmunder Schmuse-Sänger Pierre Lavendel komponiert haben, der an einer Nagelbett-Entzündung starb. „Als er dann am dicken Zeh lutschen wollte, kriegte er ihn nicht mehr aus dem Hals und erstickte.“Markus Nowak aus Bergen sah Helge schon zum zweiten Mal auf der Bühne seiner Stadt. „Man mag ihn oder man mag ihn nicht; dazwischen gibt es nichts“, glaubt er. Der 37-Jährige arbeitet im Fischereischutz, kehrte gerade von großer Fahrt aus Kanada und Island zurück und „freute mich die ganze Rückfahrt über auf Helge“.Der singt gerade das Lied vom Meisenmann. „Der fliegt hoch in dem Himmel von unten sieht man deutlich seinen Stil“. Am Merchandising-Stand geht danach der Trend zum Meisenmann-T-Shirt. Tragisch und urkomisch zugleich ist das Lied vom Ehemann, der davon träumt, seiner Frau die verhassten Klöße vor die Füße zu werfen – wenn er nur endlich im Lotto gewinnen würde. Aber dann kommen auch an diesem Abend wieder die falschen Zahlen.

Uwe Driest

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